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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Quo Vadis Erdölpreis

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100 $ pro Barrel Erdöl werden für das 2. Quartal erwartet. Die Preisentwicklung macht sich an den Zapfsäulen bemerkbar:

Jens Holtmann, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes Rohstoffeinkauf aktuell, hält es für möglich, dass wir schon bald Benzinpreise von 2 Euro pro Liter zahlen.

In Griechenland sind diese Literpreise bereits seit Monaten gang und gäbe – ausgerechnet in jenem EU-Land, in dem an allen Ecken und Enden gespart werden muss. Und es wird noch schlimmer kommen. Denn kein EU-Mitglied kauft mehr Öl im Iran ein als Griechenland. Doch bald könnte Brüssel die Hand auf diese Einfuhren drauflegen.

Was bedeuten die Öl-Sanktionen gegen den Iran?

Bekanntlich planen die Brüsseler Kommissare zur Jahresmitte – womöglich auch früher –, dem Iran den Geldhahn zuzudrehen, indem sie alle Erdölimporte von dort verbieten. Im Vorfeld dieses Scharmützels hat Teheran seinerseits alle Öllieferungen nach Frankreich und Großbritannien gestoppt.

Die beiden Länder werden den Boykott der Öl-Mullahs verschmerzen können, beziehen sie doch gerade einmal 4 % (Frankreich) bzw. 1 % (Großbritannien) ihres jeweiligen Jahresbedarfs aus dem Iran. Im Falle Griechenlands sind es dagegen knapp 30 %!

Die EU-Sanktionen treffen also das Land am härtesten, das sich Lieferausfälle am wenigsten leisten kann. Zwar bemüht sich Athen um Lieferalternativen, vor allem in Saudi-Arabien, doch die Verhandlungen verlaufen schleppend. Die Saudis sträuben sich, Öl an ein Land zu liefern, das in ihren Augen bereits pleite ist.

Drohen uns wieder autofreie Sonntage?

Für Europa und die EU ist Saudi-Arabien der einzige infrage kommende Ersatzlieferant. Von den großen Förderländern verfügt nur das Königreich über genügend freie Kapazitäten, um zusätzliche Aufträge anzunehmen. Mit anderen Worten: Ohne die Saudis könnte die Union gar keine Einfuhrverbote für iranisches Öl verhängen.

Es sei denn, Brüssel hatPläne für autofreie Sonntage in der Schublade. Solche Tage gab es schon einmal im November und Dezember 1973, als an 4 Sonntagen auf deutschen Straßen nichts mehr ging.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte

Die Öl-Sanktionen gegen den Iran haben aber auch eine globale Dimension. Wenn wie geplant ab Jahresmitte auf der einen Seite die Geld- und auf der anderen Seite die Ölhähne zugedreht werden, dann wandern die 1,3 Mio. Barrel nicht auf Halde, sondern in chinesische Tanks.
China kann sich nämlich, wie die meisten energiehungrigen Schwellenländer, Sanktionen nicht leisten. Es braucht jeden Tropfen Öl. Und wenn die chinesischen Wirtschaftslenker nicht die geringste Scheu haben, mit Warlords und Diktatoren in Afrika dicke Geschäfte zu machen, werden sie auch im Falle Irans nicht zimperlich sein. Pekings Dauer-Veto in der UNO ist dafür beredtes Zeugnis.

Beachten Sie: China steht auch gar nicht der Sinn nach Sanktionen und Konfrontation. Ganz im Gegenteil: Um den immensen Eigenbedarf an Energie zu decken, sucht die Pekinger Führung geradezu den Schulterschluss mit Ahmadinedschad und seinen Teheraner Mullahs. Ihr neuester Coup ist zum Beispiel der Bau einer Gaspipeline quer durch Pakistan.

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