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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Rohstoffe: Grönland steigt in die 1. Liga auf

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Unter dem Eispanzer der Insel lagern bedeutende Rohstoffreserven! Doch nun lässt der Klimawandel das Eis schmelzen und eröffnet der größten Insel der Erde (2,17 Mio. km2, 56.750 Einwohner) großartige Wirtschaftsperspektiven.

Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) könnte die einstige dänische Kolonie in absehbarer Zeit ein ähnlich wichtiger Rohstofflieferant wie Kanada, Südafrika, Aus - tralien oder Russland werden.

Die Kehrseite der Medaille

Für das globale Ökosystem bedeutet das Ende der Eiszeit allerdings eine ziemliche Katastrophe. Sie verändert Natur und Charakter der Rieseninsel komplett. Die eisfreie Fläche Grönlands ist heute bereits größer als ganz Deutschland.

Mit der Folge, dass an der Südspitze inzwischen Kartoffeln und Freilanderdbeeren angebaut werden – bei Sommertemperaturen bis zu 25 Grad plus! Dort schlummern auch die größten Eisenerz-, Öl-, Erdgas-, Metall-, Uran-, Seltenerd- und Mineralvorkommen.

Wasser: Grönlands neuer Exportschlager

Den meisten Grönländern kommen diese Veränderungen allerdings ganz recht. Sie sehen darin nicht nur Riesenchancen für den Tourismus, sondern auch für den Aufbau einer heimischen Rohstoffindustrie.

Keine Zukunftsmusik, sondern in die Praxis umgesetzte Realität ist bereits der Export von Wasser. Sitzen die Grönländer doch auf den größten Süßwasserreserven der Welt. Für die Geschäftsidee war wiederum der Klimawandel verantwortlich. In Grönlands Hauptstadt Nuuk nahm vor 3 Jahren die erste Fabrik zum Abfüllen von schmelzendem Gletscherwasser ihre Produktion auf.

Europa verschläft einen Trend

Bekanntlich kommt heutzutage keine Hightech-Firma mehr ohne Sondermetalle aus, und von denen verfügt Grönland über mehr als Europa und die USA zusammen. Man könnte also meinen, Westeuropas Investoren und Unternehmen stünden in Nuuk Schlange. Doch weit gefehlt: Regelrecht ins Gewissen reden musste Grönlands Premierminister Kuupik Kleist den Europäern, nicht zuzusehen, wie China einen Claim nach dem anderen auf der Insel absteckt.

China hat bereits einen Fuß in der Tür

Grönlands Premier hielt der europäischen Hightech-Industrie vor, zwar allgemein an den Rohstoffvorkommen interessiert zu sein, aber zu kneifen, wenn es um konkrete Investitionsvorhaben geht.

Die Volksrepublik fährt auf lange Sicht

Selbst mit Seltenen Erden reich gesegnet (90 bis 95 % des globalen Marktanteils), betreibt China nicht nur eine weit vorausschauende Rohstoffpolitik, auf Grönland planen und investieren die Volkschinesen auch schon kräftig.

So will die China Communications Construction Company ( en.ccccltd.cn ) nach inoffiziellen Angaben im kommenden Frühjahr damit beginnen, an der Südküste die ersten Sondermetallvorkommen zu erschließen. Ein Pilotprojekt, für das das Riesenreich mehr als 2.000 Spezialisten nach Grönland einfliegen lässt.

Europa ist spät dran

Inzwischen dämmert es auch den Europäern, dass es für sie in Grönland 5 vor 12 ist. Um zu retten, was noch zu retten ist, eilte EU-Industriekommissar Antonio Tajani im Juni nach Nuuk, um eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Gewinnung von Rohstoffen auszuhandeln. Doch die Grönländer zieren sich. Sie haben nicht vergessen, dass Europa nach ihrem EU-Austritt vor 28 Jahren alle Investitionen auf beinahe null heruntergefahren hat.

Berlin gibt endlich Gas

Aufgeschreckt durch den Eifer der Chinesen geben seit kurzer Zeit zumindest deutsche Forscher und Politiker endlich Gas in Sachen Grönland. So lud die BGR Anfang Oktober zu einer Konferenz „Rohstoffe für das 21. Jahrhundert“ nach Hannover ein. Dabei berieten 600 Experten, wie Deutschland im globalen Rohstoffwettbewerb nicht den Anschluss verpasst.

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