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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Rohstoffmärkte auf Achterbahnfahrt (Teil 1)

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Für Einkäufer und Unternehmen werden Rohstoffe immer mehr zum unkalkulierbaren Risiko. Kostet Silber beispielsweise am Morgen 25 US$/Feinunze, sind es am Nachmittag plötzlich knapp 30 US$. Bei den Industriemetallen sieht es nicht besser aus, so der Fachinformationsdienst Einkaufsmanager.

Im Sommer 2011 fiel der Zinnpreis innerhalb von 28 Tagen um fast 10.000 US$. Selbst Rohstoffexperten können sich diese extremen Ausschläge nicht erklären.

An den Märkten liegen die Nerven blank


In ihrer Hilflosigkeit wissen die Märkte nichts Besseres, als China oder den Spekulanten das Auf und Ab der Notierungen in die Schuhe zu schieben – oder sie halten alles für reinen Wahnsinn. Der Sache viel näher dürfte da schon der 1999 verstorbene André Kostolany kommen. Denn was er einst über Börsen gesagt hat, dass sie gerade mal zu 10 % auf Fakten reagierten und alles andere Psychologie sei, lässt sich derzeit auch 1:1 auf die Rohstoffmärkte übertragen. An den Märkten liegen die Nerven blank, und die meisten Kurskapriolen sind reine Panikreaktionen auf die Unwägbarkeiten der diversen Finanzkrisen.

Je nach Standpunkt kann man diese Marktpsychologie natürlich auch als fundamentalen Fakt ansehen. Denn die Angst vor einer erneuten Rezession in Deutschland und Europa ist ja nicht nur ein Fantasieprodukt überhitzter Börsengemüter. Die Befürchtungen hinsichtlich eines Konjunkturabschwungs sind schon sehr real. Wenn weniger hergestellt und gebaut wird, wird auch weniger eingekauft (und verkauft). Marktberuhigend wirkt aber weder das eine noch das andere.

Parallelen zu 2008 drängen sich auf


Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ist noch gut in Erinnerung und ebenso deutlich die Flucht der Anleger aus Rohstoffwerten. Damals wie heute sind viele Investoren in Liquiditätsnot und stoßen eilig ihre Aktienpakete ab, um anderswo ihr (Spekulations-)Glück zu suchen.

Insofern haben die viel gescholtenen Investmentbanken schon einen gehörigen Anteil an der Volatilität der Rohstoffmärkte. Über Jahre hatten sie ein neues Finanzprodukt nach dem anderen an den Börsen lanciert und so das Karussell der Rohstoffpreise erst richtig auf Touren gebracht.

Selbst Kupfer wurde von ihnen in jenen Tagen als Inflationsschutz und ebenso sicherer Hafen wie Gold und Silber gepriesen. Wen wundert es da, dass sich die Notierungen für das rote Metall binnen kurzer Zeit verdreifachten.

Beachten Sie: Auf diese Weise haben Anleger seit 2002 mit Rohstoffaktien sagenhafte 461 % Rendite eingefahren!

Das Eigenleben der Finanzmärkte


Diese spekulationsgetriebenen Preise sind natürlich fatal für Unternehmen. Konnten sie vor 10 Jahren noch mit marktgerechten Einkaufspreisen von 1.300 US$/t rechnen, waren es zwischenzeitlich immer wieder fast 10.000 US$/t. Und zwar ohne dass sich an den Rahmenbedingungen großartig etwas geändert hätte. Zwar konnte sich China den einen oder anderen Hamsterkauf nicht verkneifen, im gleichen Zeitraum erreichten aber auch die Kupferbestände an der Londoner LME Spitzenwerte.

Material war also genug vorhanden, um die Preise zu deckeln. Dass sie dennoch explodierten, ist einer ganz neuen Entwicklung zu verdanken. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Finanzwirtschaft
zunehmend von der Realwirtschaft abgekoppelt

Weitere Hintergrundinformationen, warum der Rohstoffmarkt derzeit im Aufruhr ist, welche Rolle die Schwellenländer dabei spielen und was die aktuellen Entwicklungen für Sie als Einkäufer bedeutet, verrät Ihnen mein Kollege Jens Holtmann, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes EinkaufsManager, in der kommenden Woche im zweiten Teil dieses Beitrags.

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