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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Rohstoffskandal: Wie ehrlich sind die Preise?

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Ans Licht gebracht hat den Preisskandal der europäische Stahlverband EUROFER Der Verband hatte die Machenschaften der London Metal Exchange (LME) bereits Anfang Juni an den Pranger gestellt. Der Vorwurf von EUROFER: Durch künstlich verlängerte Materialauslieferungen manipuliert die wichtigste Metallbörse der Welt die Preise zu ihren Gunsten.

Die New York Times stach in ein Wespennest

Am 20. Juli legte die New York Times nach. Das angesehene Blatt hatte herausgefunden, dass auch die Investmentbank Goldman Sachs ihre trüben Spielchen mit den Metallen treibt.

Zum Beispiel mit Aluminium, dessen Preise die Banker durch einen simplen Trick in die Höhe treiben. Sie lassen das Metall ständig von einem Lagerplatz zum anderen kutschieren.

Den kompletten Artikel können Sie nachlesen (auf Englisch) unter www.nytimes.com/ 2013/07/21/business/a-shuffle-of-alumi num-but-to-banks-pure-gold.html .

Goldman Sachs droht eine Anklage

Die brisanten Rohstoffmauscheleien von Goldman Sachs ins Rollen gebracht hatte ein Gabelstaplerfahrer. Dem Mann war aufgefallen, dass täglich Dutzende Brummis mit Aluminium von einem Lagerhaus zum anderen fuhren, ohne jemals entladen zu werden.

Nichts Gutes ahnend, gab er der New York Times einen Tipp – und die Journalisten stachen in ein Wespennest.

Schon vor Jahren hatte die Bank Goldman Sachs den Logistikdienstleister und Lagerhausbetreiber „Metro International“ aufgekauft. Kein Leichtgewicht in der Branche. Denn nicht weniger als 25 % aller US-amerikanischen Vorräte an Aluminium lagern in den Metro-Häusern!

Der Trick von Goldman Sachs: Mit künstlich verlängerten Lieferzeiten (bis zum 10-Fachen der üblichen Fristen!) trieben die Banker nicht nur die Rohstoffpreise in die Höhe, sie legten auch gleich kräftig bei den Lagerkosten drauf.

Auf diese Weise hat das Bankhaus unterm Strich rund 5 Mrd. US$ Profit gemacht. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Ein Aluminiumeinkäufer hat Goldman Sachs wegen wettbewerbswidrigem und monopolistischem Verhalten angezeigt.

In Branchenkreisen wird in Bälde mit einer Anklage (die die Banker natürlich empört zurückweisen werden) gerechnet.

Aluminiumeinkäufer gehen auf die Barrikaden

Einmal ins Rollen gebracht, entwickelte der Skandal die berühmte Eigendynamik. Nun trauten sich auch andere Metalleinkäufer aus der Deckung.

Nach Goldman Sachs flatterte Mitte August auch der Großbank JP Morgan eine Klage wegen dubioser Aluminium-Geschäfte ins Haus. Ein US-amerikanischer Fensterrahmenund ein Getränkedosenhersteller werfen JP Morgan Wucher und Kartellbildung vor.

Die LME zeigt sich reumütig

Vor diesem Hintergrund werden auch die Fragezeichen immer größer, die hinter den Preisen der 6 an der London Metal Exchange gehandelten Industriemetalle stehen.

Angesichts der Klagedrohungen gegen Goldman Sachs und JP Morgan gab sich die LME reumütig und versprach per offizieller Pressemeldung, ihre Lagerhausregeln umgehend zu ändern.

„Um die globale Verfügbarkeit von Metallen zu verbessern“, hieß es wortwörtlich in der Meldung. Ob sich dahinter Zynismus oder der sprichwörtliche englische Humor verbringt, sei dahingestellt.

Auf jeden Fall kam die Reue der Londoner Banker zu spät. Inzwischen haben auch sie eine Klage am Hals. Der US-Aluminiumverarbeiter Superior Extrusion hat sie wegen mutmaßlicher Preismanipulationen angezeigt.

Beachten Sie: Nicht nur bei den Aluminiumpreisen wird kräftig gemauschelt. Jetzt ist bekannt geworden, dass JP Morgan bereits 2010 bei der US-Börsenaufsicht SEC durchgesetzt hatte, dass 80 % des auf dem Markt verfügbaren Kupfers ihren Einkäufern vorbehalten blieb.

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