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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Stahl: Fallende Preise in China, steigende in Europa

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Viele europäische Preise liegen aber immer noch unter chinesischem Niveau.

Baustahl in Europa kostet derzeit rund 360 $/t, in China dagegen 524 $/t (plus Fracht). Das sind allerdings 180 $/t weniger als der Spitzenwert von August 2009. Das dürfte sich aber schnell ändern. Denn im September haben die meisten chinesischen Stahlwerke ihre Preise deutlich gesenkt. Baosteel kündigte für Oktober weitere Preisnachlässe an. Bis zu 300 $/t sind im Gespräch. Von ausländischen Warmbreitbandeinkäufern werden gegenwärtig rund 535/t verlangt. Bei Kaltband sind es 700 $/t und bei Walzdraht 530 $/t.

Europa
Komplett anders die Situation auf dem Kontinent. Im Gegensatz zu China setzt der Lageraufbau mit einem Nachfrageanstieg und höheren Preisen erst jetzt ein. Eine Chance, die auch ArcelorMittal nicht verpassen will und generell einen Zuschlag von 80 €/t verlangt. Als Teuerungsgrund nennt der Konzern Preissprünge bei Schrott und Nickel. Viel zu hoch, kontern Kenner der Branche. Sie rechnen mit 30 bis 40 €/t, eher weniger, da der Markt gegenwärtig keine höheren Notierungen akzeptiert. Angesichts der steigenden Nachfrage haben nämlich die meisten europäischen Stahlwerke ihre Produktion nach oben angepasst, sodass sich im 1. Quartal 2010 der Markt schnell in Richtung Überangebot mit wieder fallenden Preisen entwickeln könnte. Hinzu kommt ein erneutes Aufleben von Stahlimporten aus China. In Antwerpen sollen bereits die ersten Frachter mit chinesischem Material vor Anker gegangen sein.

So oder so, in den nächsten Wochen ist erst einmal mit Verknappungen und länger werdenden Lieferzeiten bei bestimmten Güten zu rechnen. Bspw. sind es für verzinktes Material aus Italien (650 €/t) bereits über 21 Tage.

PRAXIS-TIPP: Reduzieren Sie Ihre Einkaufskosten durch eine Wertanalyse und ersetzen Sie teuren Stahl durch günstigere Materialien.

Kohle: Preise verharren auf hohem Niveau
Der Kokskohlemarkt ist weitaus stärker von der Wirtschaftskrise betroffen als der Kraftwerkskohlemarkt. Für chinesische 12,5 %-Ascheprodukt beträgt der FOB-Preis 395 $/t. Aber nur theoretisch, da China seit Sommer so gut wie kein Material mehr ausführt (-96,9 %). Ganz realistisch sind aber die effektiven Exportpreise für australische Hardcoking Coal, für Europa betragen sie rund 145 $/t FOB.

Eisenerz: Ist Chinas Boom schon wieder zu Ende?
In der Volksrepublik gibt es verstärkt Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nach Eisenerz (und Stahl) mit Auslaufen der 585 Mrd. $ schweren Konjunkturprogramme rapide abnimmt. Die Spotpreise haben bereits reagiert und gingen Anfang September zurück. Gut möglich, dass sich diese Tendenz fortsetzt.
Beachten Sie: Sofern es keine spekulativen Marktentwicklungen gibt, ist aber mit einem durchgreifenden Auftrieb bis Jahresende nicht zu rechnen. Dazu sind Schrottangebot und -bedarf zu sehr im Gleichgewicht.

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