Bilanzierung so viel mehr als die klassische Erbsenzählerei

Kaufleute, die ein Handelsgewerbe betreiben, müssen bilanzieren. Das bedeutet, wenn Sie einen Gewerbebetrieb unter Berücksichtigung von kaufmännischem oder technischem Knowhow betreiben, mit dem Ziel, Gewinne zu erwirtschaften, ist auch Ihr Unternehmen bilanzierungspflichtig. Vorausgesetzt, Ihr Geschäftsbetrieb wird selbstständig geführt und ist planmäßig und auf Dauer angelegt.

Ausgenommen sind hier nur Freiberufler und Kleinunternehmer, die nicht im Handelsregister eingetragen sind und die folgenden Höchstgrenzen nicht überschreiten:

  • Mehr als 500.000 € Jahresumsatz oder
  • ein Jahresgewinn über 50.000 €.

Überschreitet Ihr Unternehmen diese Gewinn- oder Umsatzgrenzen, sind Sie zur Bilanzierung verpflichtet.

Wie die Bilanzierung funktioniert

Bilanzierung bedeutet, dass Sie den erwirtschafteten Gewinn, bzw. Verlust am Ende eines Wirtschaftsjahres mittels Ihrer Buchführung in Form einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen. Dabei wird jeder Geschäftsvorgang des Unternehmens doppelt (daher auch der Begriff „doppelte Buchführung“) in zwei Konten verbucht, die aus jeweils einer Haben- und einer Sollseite bestehen.

Im Rahmen der Bilanzierung kommt es zur Wertermittlung, auf dessen Basis dann das Vermögen, ebenso wie Ihre Schulden und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust ersichtlich wird.

Wie und wann bilanziert wird

Grundsätzlich gibt es laut Handelsgesetzbuch (§ 266 HGB) nur für Kapitalgesellschaften sogenannte Bilanzierungsvorschriften, die Vorgaben für den Aufbau der Bilanz machen. Die anderen bilanzierenden Unternehmen haben hier größere Freiräume.

 

 

Bilanziert – eine Bilanz aufgestellt – wird zu einem Stichtag. Durch Vergleich der einzelnen Aktiv- und Passivkonten, insbesondere des Kapitalkontos zu unterschiedlichen Stichtagen wird die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens zeitübergreifend dargestellt. Aus diesem Grund spricht man bei der Bilanzierung vom Betriebsvermögensvergleich eines Unternehmens

Mithilfe der Bilanzanalyse gelingt es, das Unternehmen in seiner Gesamtheit zu beurteilen. Etwas irreführend ist der Begriff der Bilanzanalyse jedoch, da diese nicht nur auf Basis der Bilanz, sondern auf Basis des kompletten Jahresabschlusses, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und Anhang (und dem Lagebericht bei Kapitalgesellschaften) durchgeführt wird.

Bilanz ist nicht gleich Bilanz

Im Allgemeinen sind Sie als Unternehmer gesetzlich verpflichtet, eine Handelsbilanz und eine Steuerbilanz zu erstellen. Die Handelsbilanz stellt die für alle am Unternehmen Interessierten die relevanten Verhältnisse der Firma dar. Die Steuerbilanz ist für die Ertragsbesteuerung aller relevanten Steuern (wie Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer) erforderlich.

In der Regel werden Bilanzen zu einem bestimmten Stichtag erstellt. Meist zum Ende eines Geschäftsjahres zum 31.12. Börsennotierte Unterhemen sind jedoch verpflichtet, Zwischenbilanzen zum Ende eines Quartals zu erstellen. Manche Unternehmen erstellen auch  welche zum Ende der Woche oder des Monats. Diese Zwischenbilanzen nennt man laufende Bilanzen.

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