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Fertigung der Zukunft

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Von DGx,

"Wie sieht die Welt in 100 Jahren aus?" Diese Frage stellte Unicum, ein Studentenmagazin, seinen Lesern. Antworten der zwischen 1972 und 1982 geborenen Autoren wurden in einem Wettbewerb prämiert. Der „TrendScanner” stellt einige der hier benannten Zukunftstechnologien vor:

Wie Kleinfirmen und Konsumenten das produzierende Gewerbe erobern
In den letzten zehn Jahren veränderte das Internet mediale Produkte wie Kommunikation, Info-Medien und Film. Derzeit stehen wir an einem Wendepunkt: In den kommenden zehn Jahren wird das Internet auch die Welt der Dinge erobern. Wichtig an dieser Entwicklung für Sie als Unternehmer: Fabrikbetrieb und Produktion werden zurück in die Hände von kleinen Unternehmen gegeben. War es noch im industriellen Zeitalter eine Frage des massiven Einsatzes von Großtechnik und Kapital, wird Produktion in Zukunft eine Jedermann-Sache sein. Die Fertigung wird sich in den nächsten zehn Jahren so verändern: u Hardware ist die neue Software. Jeder wird sie erstellen, jeder wird sie verändern und verbessern können. u Atome sind die neuen Bits. Wir gehen mit den Dingen so um wie mit Information. Jeder Konsument und Kleinunternehmer hat die Möglichkeit, selbst in die Produktion einzusteigen.
Prognose des „TrendScanner”: Nicht nur eine Internet-Bude, auch eine fabrikmäßige Produktion kann von einem Drei-Mann-Betrieb gesteuert werden. Designs werden am Rechner entwickelt, der Mausklick am Schreibtisch steuert eine Prototypen-Fertigung in China, anschließend erfolgt auf dem gleichen Weg die Serienfertigung. Zudem werden Mikro-Fabber in Zukunft so verfügbar sein wie heute Copy-Shops. Damit sinken die Eintrittshürden für jede Art von Produktion.
Dieses schreibtischgroße Gerät startet die nächste industrielle Revolution
Farbdrucker kosteten vor einigen Jahren noch 6.000 Euro. Heute sind sie für weniger als ein Zehntel des Preises zu bekommen. Dasselbe ist mit den 3DDruckern passiert. 125.000 US-Dollar war der Preis vor fünf Jahren, heute kostet ein einfaches Gerät, Modell Maker Bot, 750 US-Dollar. Es druckt Schicht für Schicht beliebige Plastikteile, zum Beispiel einen Salzstreuer mit Deckel oder ein Zahnrad. Als Vorlagen für Produkte können Bilder aus dem Internet verwendet werden (http://store.makerbot.com).

Fallstudie: So steigen 200 Bastler in die Pkw-Fertigung ein

Beim Autohersteller Local Motors ist die Fertigung der Zukunft schon Alltag. Das Design der Autos wurde per Crowdsourcing erstellt: 200 Freiwillige und Tüftler, die nur über das Netz zusammenkamen, bildeten eine virtuelle Entwicklungsabteilung ohne Angestellte. Ebenso verhielt es sich mit den Zulieferteilen, sie wurden von außen zugekauft. Käufer übernehmen die Endmontage. Wie bei einem Regal von Ikea bekommen sie Teile geliefert. In einer Mikrofabrik bauen die Kunden ihr Auto unter Anleitung zusammen (Dauer: 6 Tage an 2 Wochenenden). Für 50.000 US-Dollar können die Kunden das Pkw- Modell Rallye-Fighter, eine Mischung aus Sport- und Geländewagen, ab Juni beziehen.
Prognose des „TrendScanner”: Nach vielen erfolglosen Versuchen wie dem Projekt OS-Car (www.theoscarproject.org ) ist nun der Durchbruch gelungen: Zum ersten Mal wird ein sehr komplexes Produkt wie ein Pkw vollständig in einer virtuellen Struktur erzeugt. Das Jahr 2010 wird damit als Beginn der komplett virtuellen Fertigung in die Geschichte eingehen.

Lernen Sie die Funktionsweise der Fabrik ohne Arbeiter kennen

  • Gehen Sie ins virtuelle Design-Zentrum (www.local-motors.com/rules.php) und machen Sie sich dort mit den Optionen vertraut, die den Konsumenten zum Mitproduzenten machen.
  • Sehen Sie sich den Erklärungsfilm über den Gestaltungs- und Fabrikprozess an: tinyurl.com/Prod-Film.
  • Besichtigen Sie die neue Art der Fertigung persönlich! Unternehmer können nach Voranmeldung die Zentrale der virtuellen Fabrik besuchen. Adresse: 16 Kendrick Road, Wareham (eine Autostunde südlich von Boston/Massachussetts. Tel: 001-989/600 0534). Nutzen Sie die Ergebnisse für Verbesserungen!
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