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Politik & Wirtschaft: Bedingungen für die nächsten zwölf bis 18 Monate

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Von coupling-media,

Mit diesen Bedingungen sollten Unternehmer für die nächsten zwölf bis 18 Monate rechnen: ++ Goldene Jahre der Stagnation ++ Risiko Waschbrett-Konjunktur ++ China bietet deutschen Unternehmen neue Chancen ++ Der Staat ist der neue Leviathan ++ „TrendScanner” fordert inverse Abwrackprämie - für überflüssige Aktivitäten des Staates ++ Neue faule Aktiva lähmen die Banken ++

Der Rahmen: Die allgemeine Lage entspannt sich - bleiben Sie jedoch auf der Hut

Die meisten entwickelten Volkswirtschaften werden in eine Erholungsphase eintreten. Die Gesamtwirtschaft wird wieder erkennbar wachsen - und damit die allgemeine Lage deutlich entspannen. Rechnen Sie allerdings für 2010 und die Jahre danach mit einer goldenen Stagnation. Die BIP-Wachstumsraten werden sich im Korridor von 0,9 bis 1,6 Prozent bewegen. Eine Rückkehr der Waschbrett-Konjunktur ist wahrscheinlich; quartalsweise Einbrüche wird es, bedingt durch die Nachbeben der Finanzkrise, auch weiterhin geben. Die Industrieproduktion wird 2010 um fünf Prozent wachsen. Die Exporte werden um zehn Prozent zulegen. Zinsen werden unverändert bleiben und erst im Spätherbst steigen.

Lokomotive der Weltwirtschaft: Chinas Aufschwung zieht die Industrieländer nach

China wird seine Währung im Jahr 2010 leicht aufwerten. Damit steigt die Kaufkraft der Chinesen auf dem Weltmarkt - was das Land noch interessanter für Exportgeschäfte deutscher Unternehmen macht. Zusätzlich beschleunigt wird der Hunger der Chinesen nach Produkten von den Weltmärkten durch das wiedererstarkte Wachstum: Mit neun Prozent Plus ist das Tempo wieder so hoch wie vor der Finanzkrise. Deutsche Produkte werden von dem Nachfrageboom besonders stark profitieren. (Hintergrund: Schon seit Februar 2009 hat das Geschäft mit Deutschland um 70 Prozent zugelegt, so viel wie mit keinem anderen westlichen Land.)

Regierungen und öffentliche Hand: Bürger und Unternehmen im Würgegriff des Big Government

In der Folge der Finanzkrise bekam jeder staatliche Eingriff den Segen. Die Regierungen, das sind die „Guten“, so lautet die verbreitete Einschätzung. Das Leitbild des schlanken Staates ist Vergangenheit. Auch der neuen Regierung wird es nicht gelingen, den stark angestiegenen Staatsanteil am BIP (49 Prozent) zu reduzieren. Jetzt müssten Bürger und Unternehmen dem Staat eigentlich eine inverse Abwrackprämie ausloben - als Anreiz dafür, Aktivitäten aufzugeben, deren er sich während der Krise bemächtigt hat. Unterstützung für sterbende Unternehmen (Opel) oder einseitige Privilegien für einzelne Branchen (Hotellerie) zeugen vom ungebrochenen Willen des Staates, sich weiter einzumischen.

Banken: Nachbeben, die auch die Unternehmen erreichen, sind wahrscheinlich

Die Ruhe im Bankensektor kann sich als trügerisch erweisen. Es ist wahrscheinlich, dass in den Bankbilanzen weitere marode Aktiva auftauchen, die noch einmal Abschreibungsbedarf in Milliardenhöhe mit sich bringen. Das schränkt die Möglichkeiten zur Kreditvergabe ein. Die vom turbulenten Bankensektor ausgehenden Störungen der Wirtschaft werden freilich eher den Charakter eines Nachbebens haben - die Erschütterungen sind weit geringer als während der Krise 2008/09.

Arbeitsmarkt: Wie die aufgestauten Entlassungen auf die Nachfrage wirken

Ein neues Thema sind die aufgestauten Entlassungen. Viele Unternehmen haben, richtigerweise, auf Freisetzungen von Mitarbeitern im größeren Stil verzichtet. Aber nicht in allen Branchen lässt sich das weiter durchhalten. Vor allem dort, wo massive Überkapazitäten drücken, wird es Entlassungswellen geben: Automobilindustrie, Bankenwesen, Druckindustrie, Medien. In der Folge wird es nach Schätzungen des „TrendScanner” in den nächsten 18 Monaten zwischen 300.000 und 600.000 weniger Bezieher von Arbeitseinkommen geben - was sich dämpfend auf den Konsum auswirken wird. Gewinner dieser Entwicklung sind Niedrigpreisanbieter, die einkommensschwache Schichten bedienen. Dieses Segment umfasst nach Schätzungen des Konsumgüterherstellers Nestlé in Europa 100 Mio. Menschen, Tendenz: stark steigend.

Grüne Industrie: Jetzt bricht die Ära des Marktes an

Unternehmen wie die Sonnenkollektor-Hersteller Solarworld oder First Solar werden sich auf ein Auslaufen der Nachfrage-Subventionen einstellen müssen (weil sie de facto nicht mehr nötig sind, siehe Ausgabe 11/09, Seite 6). Auch andere grüne Branchen werden von dieser Entwicklung betroffen sein - sie treten jetzt in echte, marktliche Verhältnisse ein. Die Folge: Deutschland wird zwar als größter Greentech-Exporteur der Welt weiter vom Aufschwung der Nachfrage in diesem Geschäft profitieren - aber die Aktiviäten werden sich in einigen Jahren zu 100 Prozent aus dem Umsatz finanzieren müssen.

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