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Schengen-Routing: Wie sich der IT -Sicherheitsmarkt europäisiert

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Wer den NSA-Skandal für eine Räuberpistole hält und wenig Einblick in Netzwerke von großen Unternehmen und Institutionen hat, den überzeugt vielleicht folgendes Beispiel: Bei den Olympischen Spielen 2012 in London wurden die Computersysteme der gigantischen Sportveranstaltung 200-mal in der Sekunde(!) von Cyberattacken heimgesucht.

Der Hintergrund: Cyberattacken werden zum Wirtschaftsfaktor

Cyberattacken, Datenkriege und Ausspähversuche stehen auf der Tagesordnung. Allmählich avancieren sie zu einem relevanten Wirtschaftsfaktor. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums werden Computer, Netzwerke und Großrechner in Deutschland im Sekundentakt attackiert.

Die Angriffe kommen laut Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) von privaten und staatlichen Institutionen aus allen Gegenden der Welt. Ex- Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) bezifferte die der Wirtschaft aus staatlichen wie privaten Computerattacken erwachsenden Schäden auf rund 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Selbst den Endverbrauchern ist mittlerweile klar, dass Dritte mit den eigenen Daten im Internet Geschäfte machen. Und da gleichzeitig immer mehr Geschäftsprozesse und Produktionsvorgänge ins Netz verlagert werden, wächst die Nachfrage nach übersichtlichen und transparenten Strukturen im Internet.

Ein günstiger Zeitpunkt also für die gesamte ITK-Industrie in Europa, einen neuen Anlauf zu starten. Der Markt für IT-Sicherheit ist zwischen 2012 und 2013 deutlich gewachsen. Er wird sich in den kommenden Jahren zu einem regelrechten Zukunftsmarkt ausformen.

Bislang sind die Ausmaße, die die Spionageaffäre tatsächlich angenommen hat, noch nicht abschätzbar.

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 3,16 Milliarden Euro für IT-Sicherheit ausgegeben, 2013 waren es bereits 3,328 Milliarden Euro. Klar ist jedoch, dass wir ein komplett neues Denken über IT-Sicherheit speziell für Unternehmens- und Regierungszwecke brauchen.

Doch auch auf dem IT-Sicherheitsmarkt ist die US-Dominanz frappierend, Übernahmen stehen auf der Tagesordnung. Der Antiviren-Software-Hersteller McAfee beispielsweise hat kürzlich den Spezialisten Stonesoft übernommen und gehört selbst mittlerweile dem Prozessorbauer Intel.

Der Zukunftsmarkt: Cloud-Computing lässt sich als Euro-Cloud kapitalisieren

Cloud-Computing lässt große Sicherheitslücken, ist als Basistechnologie für die Big-Data-Entwicklung in den kommenden Jahren aber unverzichtbar. Es wird interessant sein, zu beobachten, wer als Erster Euro-Cloud-Lösungen anzubieten in der Lage ist.

Die Wachstumserwartungen im Cloud-Computing werden durch die Europäisierungsdebatte definitiv nicht beeinträchtigt werden. Ganz im Gegenteil: Im Dienste der europaweiten Datensicherheit für Unternehmen, Institutionen und Verbraucher könnte die Euro-Cloud für viele Unternehmen das Ticket in eine rosige Zukunft sein.

Die vier wichtigen Unternehmen

Diese Unternehmen werden den Markt des Euro-Routing und der europäischen IT-Sicherheit in den kommenden Jahren prägen.

Neben diesen etablierten und börsennotierten Firmen, davon gehen wir aus, werden wir schon bald auch eine zweite Reihe an IT-Sicherheitsspezialisten erleben, die sich erfolgreich zwischen Online, Software und Telekommunikation positionieren wird.

1. Telekom: Vorreiter für das Schengen-Routing

Die Deutsche Telekom gehört zu den großen Initiatoren der Idee eines Schengen-Netzes. Ob sich davon tatsächlich geschäftlich profitieren lässt, steht noch in den Sternen. Doch die Telekom arbeitet zurzeit intensiv an Lösungen, bei denen Daten Deutschland nicht verlassen.

Die sogenannte »Clean Pipe«-Initiative soll beispielsweise dafür sorgen, dass eine nationale oder gar eine Schengen-Cloud (also kerneuropäisch, ohne Großbritannien) den Datenverkehr über sichere innerdeutsche bzw. innereuropäische Netze leitet.

Der Sicherheitsfilter (in Kooperation mit Lancom Systems aus Aachen konzipiert) wird derzeit von Pilotkunden getestet.

2. Atos: französischer I T-Dienstleister mit Beratungskompetenz

Atos ist ein französischer IT-Dienstleister mit Hauptsitz in Bezons bei Paris und der zweitgrößte IT-Service-Provider in Europa. Zu den Geschäftsfeldern des Unternehmens gehören

  • transaktionsbasierte Hightech-Services,
  • Beratungs- und
  • Technologie-Services,
  • Systemintegration sowie
  • Outsourcing- Dienstleistungen.

Atos möchte bis 2016 speziell in den Sparten Systemintegration und Cloud-Dienste wachsen; dieses Wachstum soll durch strategische Partnerschaften und neue Produkte realisiert werden. Insgesamt will Atos im Zeitraum von 2014 bis 2016 ein Umsatzwachstum von 2 bis 3 % erzielen.

3. SAP: Vorbereitungen für eine Euro-Cloud

An 63 % der weltweiten Transaktionen sind IT-Systeme von SAP beteiligt. Höchste Zeit, an die Sicherheit des weltweiten Datennetzes zu denken.

SAP, Europas größter Softwarehersteller, wird seinen Umsatz im überwachungssensiblen Cloud-Geschäft im Geschäftsjahr 2013 wohl verdoppeln. 2012 erzielte der Walldorfer Konzern mit der Datenwolke bereits Umsätze in Höhe von 456 Millionen Euro.

SAP versucht, Unternehmen mit neuen Lizenzregeln zum Umstieg in die Cloud zu bewegen. So lassen sich inzwischen traditionelle SAP-Lizenzen ohne Mehrkosten in die Cloud verlagern.

Vor wenigen Tagen erklärte SAP-Manager Bernd Leukert, dass die NSA-Affäre den Ausbau einer europäischen Cloud-Infrastruktur bei dem Walldorfer Unternehmen unumgänglich mache. Immer mehr auch internationale Anwender würden jetzt einem deutschen Anbieter den Vorzug geben, weil hierzulande strenge Datenschutzregeln gelten.

4. Visma: zukunftsfähige I T-Kompetenz aus Norwegen

Visma ist Norwegens führender Anbieter von Business- Software sowie Business-Process-Outsourcing-Services (BPO) auf den Gebieten Buchführung und Verwaltung.

Als einer der weltweit einzigen Anbieter, der Software und Outsourcing-Kompetenz kombiniert, ist Visma ein europäischer Aufsteiger, da die Dienstleistungen und Produkte bei den über 220.000 Kunden des Unternehmens immer beliebter werden.

Ziel ist es, so die Unternehmensphilosophie der Norweger, den Kunden zu mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu verhelfen, indem ihnen ein breites Angebot an Software-Lösungen und Outsourcing-Diensten zur Verfügung gestellt wird.

Keine Frage, dass neue Sicherheitslösungen für Visma in den kommenden Jahren ein zentrales Geschäftsfeld sein werden.


Zukunftsletter-Prognose

Der NSA-Skandal hat die Hoffnungen, die Big Data geweckt hat, natürlich heftig konterkariert. So werden die Spieler in den kommenden Jahren sensibel zwischen Big-Data-Hype und neuen Sicherheitsanforderungen zu navigieren haben.

Unternehmen, die das Schengen-Routing voranbringen wollen, müssen darauf achten, dass sie einer Regionalisierung des Datenverkehrs zuarbeiten, ohne in nationale Kleinstaaterei abzugleiten.

Denn auf diesem Weg würde man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: Ein abgeschottetes deutsches Netz böte noch bessere Möglichkeiten zur lückenlosen Überwachung und wird zweifellos Begehrlichkeiten bei den Befürwortern von mehr Internet-Regulierung wecken.

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