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Heutzutage ist Online Marketing in vollem Gange und gewinnt immer weiter an neuen Kommunikations- und Verbreitungsmöglichkeiten. Dabei sollte sich...

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MARKETING IM INTERNET: 3 goldene Regeln für rechtssichere Internet-Gewinnspiele

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Von dgx,

Online-Gewinnspiele werden als Marketing-Instrument immer beliebter. Als Marketingleiter wollen Sie natürlich erreichen, dass das Spiel nicht nur einen Gewinn für den Teilnehmer bietet, sondern auch zum Gewinn für Ihr Unternehmen wird. Doch aufgepasst: Dabei gilt es, eine Reihe juristischer Fallstricke zu umgehen!

Denn ist ein Online-Gewinnspiel unzulässig, kann nicht nur die weitere Bewerbung und Durchführung gerichtlich untersagt werden, sondern auch die Ausschüttung der Gewinne. Ein größerer Imageschaden ist kaum vorstellbar. Bei Beachtung einiger grundlegender juristischer Prinzipien lassen sich die Risiken minimieren, auch wenn die Frage der Zulässigkeit von Gewinnspielen letztlich nur im Einzelfall beantwortet werden kann.
1. goldene Regel:
Teilnahme muss kostenlos sein Gewinnspiele, an denen nur teilnehmen kann, wer einen Einsatz, z. B. in Form von Geld, leistet, sind erlaubnispflichtig. Wer ein Gewinnspiel mit Einsatz bewirbt oder durchführt, aber nicht über die erforderliche Erlaubnis verfügt, macht sich strafbar. Online-Kasinos sind deshalb in aller Regel unzulässig.
Um Missverständnissen vorzubeugen, sei darauf hingewiesen, dass der seit Monaten schwelende Streit um die Zulässigkeit von Online-Kasinos, die vom Ausland aus durchgeführt werden, nur solche betrifft, die dort über die erforderliche Konzession verfügen.
2. goldene Regel: Kein Kaufzwang
Die Teilnahmemöglichkeit am Gewinnspiel darf nicht an einen Kauf gekoppelt werden, auch nicht indirekt im Sinne eines faktischen Kaufzwangs. Selbst wenn nur der Eindruck entsteht, die Gewinnchancen könnten sich bei Erwerb des beworbenen Produkts erhöhen, führt dies zur Unzulässigkeit des Spiels.
Als Marketingleiter brauchen Sie jedoch nicht darauf zu verzichten, Ihr Gewinnspiel auf einer Produktwerbung oder Bestellkarte zu bewerben. Weisen Sie klar und deutlich darauf hin, dass die Teilnahme am Gewinnspiel vom Kauf unabhängig ist.
Können Sie eine Unzulässigkeit dadurch vermeiden, dass Sie auf eine alternative Teilnahmemöglichkeit hinweisen? Die Frage stellt sich regelmäßig, wenn sich die Teilnahmebedingungen im Inneren einer Produktverpackung befinden, also nur zur Kenntnis genommen werden können, wenn das Produkt gekauft wird.
Die Rechtsprechung zum Hinweis auf eine Teilnahmemöglichkeit über das Internet ist noch nicht gesichert. Zum Teil wurde die Zulässigkeit verneint. Die Entscheidungen sind jedoch schon einige Jahre alt.
Beim heutigen Verbreitungsgrad des Internets von über 60 % kann wohl davon ausgegangen werden, dass die Online-Teilnahme als einzige Alternative zum Produkterwerb inzwischen zulässig ist. Wichtig: Wollen Sie jedes Risiko ausschließen, sollten Sie nicht nur eine Teilnahmemöglichkeit via Internet anbieten, sondern auch über den Postweg oder per Telefon.
Aber auch bei der Alternative Telefon ist Vorsicht geboten: Der Anruf bei der Gewinn-Hotline darf den Ortstarif nicht übersteigen.
Tipp: Wollen Sie Ihr Gewinnspiel ausschließlich für Gewerbetreibende veranstalten, haben Sie mehr Freiheit: Hier gilt das Koppelungsverbot nicht.
3. goldene Regel:
Transparente Teilnahmebedingungen Die Teilnahmebedingungen müssen übersichtlich und unmissverständlich sein (Transparenzgebot). Das Transparenzgebot gilt unabhängig davon, ob das Gewinnspiel für Verbraucher oder Gewerbetreibende veranstaltet wird. Es gebietet auch, dass die Teilnahmebedingungen leicht zugänglich sind. Sie dürfen nicht erst durch längeres Scrollen sichtbar werden.
Tipp: Verwenden Sie einen Button „Teilnahmebedingungen“. Die Bedingungen sollten idealerweise in HTML und einem weiteren Format, zum Beispiel als pdf-Datei, erscheinen.
Geben Sie unbedingt den Veranstalter des Gewinnspiels an, gegebenenfalls mit Kooperationspartnern. Ebenso sollten Sie die verschiedenen Möglichkeiten der Teilnahme (Internet, Telefon, Postkarte) und den Teilnahmeschluss genau nennen.
Ist der Teilnehmerkreis beschränkt, ist auch hierauf hinzuweisen. Es macht sich gut, ist aber juristisch nicht erforderlich, Mitarbeiter von der Teilnahme auszuschließen. Werden von dem Gewinner selbst Leistungen gefordert (etwa Kosten für die Zusendung oder Abholung des Gewinns), ist darauf besonders deutlich aufmerksam zu machen.
Das gilt erst recht, wenn der Gewinn nur in einer „Teilleistung“ besteht: Umfasst er zwar den Hotelaufenthalt, nicht aber den Flug, darf er nicht als „Urlaubsreise“ bezeichnet werden. Kann darüber hinaus der Flug nicht individuell gebucht werden, sondern nur bei dem Gewinnspielveranstalter, dürfte eine Koppelung vorliegen, die das gesamte Gewinnspiel unzulässig macht.
Wichtig hinsichtlich Gewinn und Produktabbildung
Machen Sie betragsmäßige Angaben über den Gewinn, muss deutlich werden, ob der Betrag der Höchstgewinn ist oder die Summe sämtlicher zur Verteilung gelangender Gewinne. Eine Verpflichtung, den Wert des Gewinns anzugeben, besteht ebenso wenig wie die, Angaben zu den Gewinnchancen zu machen.
Besteht der Gewinn aus dem Produkt eines bestimmten Herstellers, zum Beispiel aus einem BMW oder einem Dior-Kosmetikprodukt, dürfen Sie den Hersteller auch dann namentlich benennen, wenn der Herstellername gleichzeitig die Marke des Unternehmens ist.
Selbstverständlich dürfen Sie auch das Produkt selbst abbilden. Achten Sie aber darauf, dass der Hersteller und sein Logo nicht blickfangartig herausgestellt werden. Sonst könnte bei dem Teilnehmer der Eindruck entstehen, als bestünde zwischen Ihrem Unternehmen und dem Hersteller des Gewinnprodukts eine besondere Kooperation.
Wollen Sie die Marke oder das Unternehmen in einer Weise darstellen, die über die notwendige Beschreibung hinausgeht, sollten Sie im Zweifel die Zustimmung des Unternehmens einholen.
Holen Sie von den Teilnehmern die Erlaubnis zur Datennutzung ein
Als Marketingleiter wissen Sie: Hauptziel eines Gewinnspiels ist neben der Aufmerksamkeitswerbung häufig das Gewinnen von Adressdaten. Da es sich bei Teilnehmerdaten um personenbezogene Angaben handelt, beachten Sie unbedingt die datenschutzrechtlichen Bestimmungen:
Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten ist zunächst nur im Rahmen des für das Gewinnspiel Erforderlichen zulässig. Gibt also der Teilnehmer seinen Namen, seine Anschrift, seine E-Mail-Adresse und sein Geburtsdatum im hierfür vorgesehenen Feld auf der Internetseite an, bedeutet das nicht, dass Sie die Daten für andere als für die Gewinnspielzwecke nutzen dürfen.
Jede andere Nutzung, insbesondere zu Werbezwecken, für die Versendung von Newslettern, Online-Informationen oder für die Bildung von Kundenprofilen, ist nur nach ausdrücklicher vorheriger Zustimmung erlaubt.
Wichtig ist also für Sie: Sie sollten die Teilnehmer vorab über Grund, Art und Umfang der Datenerhebung informieren. Nur dann ist ihre Zustimmungserklärung wirksam. Wenn Sie dabei mit einer Check-Box arbeiten, so ist wichtig: Nur die Opt-In-Lösung, nicht aber die Opt-Out-Lösung ist zulässig. Also: Die Vorauswahl in der Check-Box „einverstanden“ ist grundsätzlich unzulässig, weil der Teilnehmer sie im Fall seines Nichteinverständnisses deaktivieren muss.
Wenn Sie diese Spielregeln beachten, ist Ihr Marketing ganz sicher Hauptgewinner Ihres Online-Gewinnspiels.

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