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Vorsicht, Abmahnung: Vermeiden Sie diese Irreführenden Angaben in AdWords!

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AdWords
Urheber: profit_image | Fotolia

Von Bernd Röthlingshöfer,

Zugegeben, Unternehmen, die mit AdWords werden, stecken in einem Dilemma. Einerseits wollen sie Kunden mit attraktiven Preisangeboten locken. Andererseits bieten AdWords-Anzeigen nur wenig Platz, Angebote rechtlich ausreichend zu beschreiben. Ein aktuelles Urteil zeigt: Der Grat zwischen gelungener und irreführender Werbung ist schmal.

So ging es in einem am Landgericht Düsseldorf entschiedenen Rechtsstreit (Urteil vom 12.5.2016, Az. 38 O 120/15) um eine AdWords-Anzeige, die mit „Alles Drin Tarif“ und dem monatlich zu bezahlenden Preis von 9,99 Euro überschrieben war. In den darunter befindlichen Zeilen wurden die wesentlichen Leistungsmerkmale angegeben, wie Datenvolumen, Inklusive-Minuten/ SMS, Netzqualität und die Information „keine Grundgebühr“ und „keine Vertragsbindung“. Dagegen klagte ein Wettbewerbsverband und gewann. Denn auf den verlinkten Bestellseiten wurde eine zusätzliche Gebühr in Höhe von 9,99 € für eine SIM-Karte fällig.

Zu viele Angaben = irreführende Werbung


Das sahen die Richter als irreführende Werbung an. Denn aufgrund der zahlreichen Angaben zum Tarif musste der Leser annehmen, dass diese Angaben vollständig sind.

„Nutzer sollen sich durch von uns geschaltete Anzeigen nicht getäuscht fühlen.“

Vorsicht auch bei der Landeseite Jede AdWords-Anzeige enthält eine URL und ist damit mit einer Website, der sogenannten Landeseite, verknüpft. Auch die kann dazu beitragen, dass es zu einer Irreführung des Verbrauchers kommt. Um einen solchen Fall ging es in einem vom Oberlandesgericht Hamburg mit Urteil vom 25.2.2016 (Az.: 3 U 153/15) entschiedenen Rechtsstreit um diesen Anzeigentext: „Samsung Galaxy S6 Flat. Das neue Samsung Galaxy S6 ab 1,– €. Alle Größen und Farben verfüg- bar!“ Der knappe Inhalt der Anzeige und der Hinweis „ab 1 Euro“ machten dem Leser klar, dass es sich nicht um eine vollständige Formulierung des Angebots handelte. Doch auf der Landeseite fand sich kein Angebot zu 1 Euro. Auch diese Werbung wurde als irreführend beurteilt.

Spätestens auf der Landeseite muss Ihr Angebot also vollständig formuliert sein. Die erforderlichen Angaben dürfen nicht erst durch Links auf Folgeseiten erkennbar sein.

Weniger ist mehr

Besser ist es, Sie machen in Ihren Ad-Words-Anzeigen keine Angaben über Preise und Leistungsmerkmale Ihres Angebots. Denn dann liegt dem Leser eine noch ergänzungsbedürftige Werbeanzeige – vergleichbar mit einer Werbeanzeige in Zeitungen – vor.

Von einer Irreführung gehen die Richter nur aus, wenn tatsächlich der Eindruck vollständiger Angaben beim Leser entsteht.

Auch Google geht gegen irreführende Werbung vor

Ungemach droht nicht nur von Verbraucherschutzvereinen oder Abmahnanwälten. Die Google-Richtlinien selbst verbieten ohnehin derart irreführende Werbung.

In den Google AdWords-Werberichtlinien heißt es klipp und klar:

„Nutzer sollen sich durch von uns geschaltete Anzeigen nicht getäuscht fühlen. Daher erwarten wir bei Anzeigen Offenheit und Ehrlichkeit sowie die Bereitstellung von Informationen, die den Nutzern fundierte Entscheidungen ermöglichen. Deshalb ist folgende Werbung nicht gestattet:

  • Werbung, bei der Nutzer veranlasst werden, einen Kauf bzw. Download durchzuführen oder eine andere Verpflichtung einzugehen, ohne dass sie vorher alle relevanten Informationen erhalten und ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben haben.
  • Werbung, bei der die Werbetreibenden ihre Produkte oder ihre Dienstleistungen unzutreffend, unrealistisch und nicht wahrheitsgemäß darstellen.“

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Diese AdWords-Anzeigen beanstandet Google

Google behält sich vor, Anzeigen, die gegen diese Richtlinien verstoßen, nicht zu veröffentlichen oder sogar die Website bzw. das AdWords-Konto des Werbungtreibenden zu sperren.

Fehlende Informationen:

  • Keine klare und deutliche Offenlegung des Zahlungsmodells und der Gesamtkosten, die der Nutzer zu tragen hat. Beispiele: Preise, Versandkosten und andere abrechnungsbezogene Informationen, Zinssätze, Verzugszinsen oder wiederkehrende Abo-Gebühren, Telefonnummern mit teuren Tarifen in Anruferweiterungen.
  • Keine Angabe gültiger Kontaktdaten für ein Finanzdienstleistungsunternehmen oder Weglassen wesentlicher Details zu kurzfristigen Krediten, Hypothekenänderungen oder kurzfristigen Darlehen. Beispiele: Eine Bank, die ihre Anschrift nicht angibt, oder ein Kreditunternehmen, das keine Angaben zum monatlichen Zinssatz oder Entschädigungsbetrag bei Zahlungsverzug macht.

Produkte, Dienstleistungen oder Werbeangebote bewerben, die auf der Zielseite nicht sofort zu finden sind

Beispiele: Werbung für Produkte, die nicht auf Lager sind, Werbung für einen Deal, der nicht mehr aktiv ist, Werbung mit einem unzutreffenden Preis, Anzeigen mit einem Call-to-Action, der sich nicht ohne Weiteres auf der Zielseite durchführen lässt.


Konkretes Beispiel: Der Anzeigentext lautet „Tablets schon ab 40 €“. Wenn Nutzer auf die Anzeige klicken, finden sie jedoch kein einziges Tablet zu diesem Preis.

Vergleichende Werbeaussagen

Werbung, die die Superlative „beste/bester/bestes“, „die Nr. 1“, „besser als“, „schneller als“ oder ähnliche Werbeaussagen enthält, sofern diese nicht von einer Drittpartei auf der Zielseite bestätigt werden.

Beispiele: Ein Anzeigentext mit dem Wortlaut „der beste Reinigungsdienst der Welt“, ohne dass auf der entsprechenden Zielseite der Nachweis erbracht wird, dass es sich tatsächlich um den besten Dienst dieser Art handelt. Diese Werbeaussage wäre nur zulässig, wenn es auf der Zielseite beispielsweise einen Link zu einer unabhängigen Branchenanalyse gäbe, die besagt, dass es sich bei dem betreffenden Unternehmen um das „beliebteste Unternehmen“ oder „das Unternehmen mit der besten Servicequalität“ handelt.

Eine vollständige Auflistung „verbotener“ Adwords-Anzeigen finden Sie in der Google- AdWords-Werberichtlinien-Hilfe: goo.gl/FIM4R1

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