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Was passiert, wenn die Unternehmenskultur eine ‚lachende‘ ist

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Von dgx,

von Anne M. Schüller, www.anneschueller.de Was das Dreigestirn aus Renditegier, Kurzzeitdenke und Kostenwahn so alles anrichten kann, das bekommen wir regelmäßig vor Augen geführt. Wenn nicht so, wie aber dann? Zunehmend sind Konzepte gefragt, die auf ökonomisch und sozial verträgliche Nachhaltigkeit zielen. Dazu braucht es in den Unternehmen mehr Menschlichkeit - und eine auf das Kundenwohl ausgerichtete ‚lachende‘ Unternehmenskultur. Sie bietet die wohl aussichtsreichsten Zukunftsperspektiven und den besten Kopierschutz.

Unternehmenskultur? Als Kunde spüren wir sie bei jedem Kontakt: Zwischen den Zeilen des Mailings, am Besprechungstisch, meilenweit durchs Telefon. Sie legt sich wie eine dunkle Wolke auf unser Gemüt oder versorgt einen für Stunden mit Heiterkeit. Die Art und Weise, wie jede noch so brillante Marketingstrategie sich umsetzen lässt, wird letztlich determiniert durch die Unternehmenskultur.

Wenn das Lachen Einzug hält

Lachende Unternehmen verfolgen Gewinner-Strategien. Sie sind quicklebendig und schwingen wunderbar positiv. Ihre Mitarbeiter sind kerngesund und bereit, sich für die Firma mächtig ins Zeug zu legen. In lachenden Unternehmen herrscht Spaßgesumme, ein Treibhausklima für Glanzleistungen und ein Biotop für gute Ideen.
Lachende Unternehmen ziehen die Besten wie magisch an. Sie legen damit eine perfekte Basis für Top-Performance und wirtschaftlichen Erfolg. Bei solchen Unternehmen kaufen Kunden gerne immer wieder ein. Und sie erzählen der ganzen Welt davon. Was wir dazu am meisten brauchen? Mehr Menschlichkeit. Und Lachen.
In etliche Firmen hat das Lachen schon offiziell Einzug gehalten. Mehr und mehr Manager beginnen die Vorteile eines humorvollen Betriebsklimas zu schätzen, weil hierdurch die Motivation, der Leistungswille und die Freude an der Arbeit wachsen. Lachyogas und Humortage sind im Kommen.
Denn auch das Gut-drauf-sein will geübt sein - um schließlich echte Heiterkeit und nicht nur ein antrainiertes Retortenlächeln zu erzielen. Leben und Lachen in der Firma schaffen Sympathie. Und gegenseitige Zuneigung begünstigt Erfolge.

Spiel und Spaß sorgen für Wettbewerbsvorteile

Lachende Unternehmen sind kein Schlaraffenland. Sie bieten ihren Mitarbeitern ständig neue Herausforderungen - im Kern ihrer Talente und auf Wollen-Basis. Dort finden wir ein hohes Arbeitsniveau, ein gut gelauntes Miteinander, eine von Vertrauen getragene offene und ehrliche Hin-und-Her-Kommunikation, gegenseitige Wertschätzung sowie vielfältige Anerkennung.
Und Siegertypen, voller Stolz auf Spitzenergebnisse. Eine lachende Unternehmenskultur entspringt somit keinem sozialromantischen Kuschelkurs, sondern vielmehr einem unverkennbar betriebswirtschaftlichen Kalkül. Einer der besten Hinweise darauf, wie gesund eine Firma ist, liefert das dort herrschende Maß an Humor: das gemeinsame Lachen in Meetings, beim Chef, mit Kunden am Telefon, auf den Gängen und in der Kaffeeküche.
Denn nur, wem es gut geht, der hat auch was zu lachen. Menschen mit unzerstörbar guter Laune sind ein Glücksfall in jedem Team. Denn Lachen überwindet Angst und schafft Vertrauen. Ein ‚entwaffnendes‘ Lächeln baut Aggressionen ab. Lachen aktiviert das Gehirn, hält gesund und macht kreativ. Die dabei ausgeschütteten Endorphine lassen uns optimistisch und voller Tatendrang in die Zukunft schauen.
Es ist ein uraltes Vorurteil und ein gefährlicher Irrtum, zu glauben, dass Spaß und Arbeit nicht zusammenpassen, dass Gefühle im Konferenzzimmer nichts zu suchen haben und Gegacker am Verhandlungstisch unseriös sei. Man braucht keine Studien, um zu verstehen, dass einem bei guter Laune die Arbeit leichter von der Hand geht - das sagt uns schon der gesunde Menschenverstand. Doch leider ist vielen Managern auf dem Weg nach oben der gesunde Menschenverstand abhanden gekommen. Und sie haben das Lachen verlernt.

Lachende Unternehmen betören die Kunden

Kreativität ist die Schlüsselressource der Zukunft. Doch sie kann nur in heiteren Hirnen entstehen. Und nur in einem positiven Klima gedeihen Lust auf Spitzenleistungen, Engagement, Verantwortungsbereitschaft und kreative Power auf Dauer. In lachenden Unternehmen wird die zur Verfügung stehende Energie konstruktiv und nicht destruktiv verwendet.
Sie fokussiert auf Miteinander statt Gegeneinander. Der Blick der gesamten Organisation ist nach außen, also auf den Markt und die Kunden gelenkt, denn aus dem Unternehmensinneren droht nichts Böses. Entwicklungen und Trends werden feinfühlig wahrgenommen. Die Innovationsbereitschaft ist hoch. Veränderungen werden als Chance und nicht als Gefahr gedeutet. Die Mitarbeiter sind im ‚Wollen‘ und nicht im ‚Müssen‘.
Über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg entsteht eine Mitmach-Bereitschaft auf hohem Niveau, so dass Ideen, Wissen und Einsichten neu kombiniert werden können. Die sich dabei entfaltende Kreativität führt zu ständig neuen herausragenden Lösungen - und damit raus aus der Kopierfalle. Gerade für kundennahe Mitarbeiter ist es wichtig, in einem lachenden Unternehmen zu arbeiten, denn sie tragen die Unternehmenskultur zu Markte.
Sie geben ihrer Firma eine Stimme und ein Gesicht. Bewusst oder unbewusst prägen sie maßgeblich das Bild ihrer Firma bei den Kunden. Es ist also unabdingbar, bereits im Einstellungsgespräch ganz gezielt Ausschau nach Optimisten zu halten und nicht nur das Können, sondern auch das Wollen abzuklopfen. Dies erkennt man unter anderem an nonverbalen Signalen wie auch an folgender Frage: „Wer ist eigentlich verantwortlich dafür, dass Sie Freude an der Arbeit haben?“

In rosaroter Stimmung kauft man gern

Selbst, wenn das zunächst ein wenig alchemistisch klingt: Wo die Stimmung stimmt, da stimmen am Ende auch die Ergebnisse. Herrscht nämlich eine schlechte Stimmung, wird selten eine gute Dienstleistung daraus. Mitarbeiter sind ja keine Zauberer. Es ist schier unmöglich, eine negative Stimmung im Unternehmen in eine gute Stimmung beim Kunden zu verwandeln!
Wo die Mitarbeiter verkümmern, werden kaum Kunden sein. Denn dicke Luft kann man spüren! Wo man sich unwohl fühlt, da geht man nie wieder hin, da kauft man nichts! Schlechte Laune ist - genauso wie gute Laune - ansteckend, das wissen wir. Besondere Nervenzellen, Spiegelneurone genannt, sind verantwortlich dafür. Sie lassen uns das, was andere fühlen, in einer Art innerer Simulation miterleben.
So schlägt sich die Stimmung der Mitarbeiter unmittelbar auf die Stimmung der Kunden nieder. Und mehr noch: Bei guter Laune, auch das hat jeder schon selbst erlebt, steigt die Kauflust - und das Geld sitzt locker. So machen ‚lachende‘ Mitarbeiter ihren Kunden Lust (in Lust steckt lustig) auf kaufen. Und das merkt man dann spätestens beim Kassensturz.

Gute Laune als Wirtschaftsfaktor

Natürlich muss man im jedem Unternehmen an einer Menge Schrauben drehen, um schließlich erfolgreich zu sein. Doch nicht über Druck und Angst, sondern auf Basis einer lachenden Unternehmenskultur funktioniert das am besten. Gute Stimmung fördert die Gesamtproduktivität, die Innovationskraft und den Leistungswillen der Mitarbeiter.
Die Krankheitstage sinken und die Fehlerhäufigkeit lässt nach. Die Mitarbeiter bleiben dem Betrieb länger treu, so dass weniger Kosten für die Suche und Einarbeitung der 'Neuen' entstehen. Das Wissen bleibt im Unternehmen, Know-how-Schwund findet nicht statt. Nicht zuletzt machen begeisterte Mitarbeiter positive Mundpropaganda und stärken so den guten Ruf ihrer Firma.
Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass Geschäftserfolg und eine positive Unternehmenskultur korrelieren. So ergab eine groß angelegte Studie der Universität St. Gallen in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Deep White: Visionär auf die Zukunft ausgerichtete Enthusiasten sind Treiber des unternehmerischen Erfolgs, hingegen ist ein performance-orientierter Zahlenmensch ein Erfolgskiller.
Letzterer wird als Machtmensch definiert, der Druck macht, extrem strukturierte Arbeitsabläufe vorgibt, penibel Ergebnisse mit gesetzten Zielen vergleicht und Fehler nicht zulässt. Der Erfolgstreiber hingegen schafft ein gesundes Arbeitsumfeld, fördert seine Mitarbeiter, anerkennt Leistungen, setzt auf Fairness, Kommunikation und Innovation. Mit anderen Worten: Er sorgt für eine lachende Unternehmenskultur.

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