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Zahnarzt-Werbung auf dem Einkaufswagen im Supermarkt?

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Von Astrid Engel,

Dieses Urteil vom 14.01.2009, gefällt vom Verwaltungsgericht Minden (Az.: 7 K 39/08) zeigt, dass auch Sie als Zahnarzt mittlerweile viel Fantasie in Sachen Werbung investieren können.

Dieses Urteil vom 14.01.2009, gefällt vom Verwaltungsgericht Minden (Az.: 7 K 39/08) zeigt, dass auch Sie als Zahnarzt mittlerweile viel Fantasie in Sachen Werbung investieren können.

Darum geht es: Ein Zahnarzt aus Westfalen-Lippe hatte sich etwas Besonderes ausgedacht: Er warb in Supermärkten in Form von an Einkaufswagen angebrachten Werbeschildern für seine Zahnarztpraxis.

Die Schilder enthielten neben der Abbildung eines Zahnimplantats und eines lächelnden roten Mundes mit strahlend weißen Zähnen den Aufdruck: "Zahnarztpraxis Max Mustermann, Master of Science Parodontologie - Implantologie (zertfiziert), Telefon, Fax, E-Mail."


Die Zahnärztekammer forderte Unterlassung der Werbung

Sie hielt den Ort der Werbung für völlig deplatziert und argumentierte, der Zahnarzt wolle die gesteigerte Kauflust von Menschen im Supermarkt unlauter ausnutzen. Zudem sei die Werbung übertrieben und aufdringlich.

Der Zahnarzt reagierte mit einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (Az.: 4 U 34/05): Demnach ist Ihnen als Zahnarzt eine interessengerechte Information, die keinen Irrtum erregt, natürlich erlaubt.

Im Klartext: Solange Sie mit Ihren Aussagen bei der Wahrheit bleiben und keine Aktionen, wie "Rabatt auf alle Füllungen", starten, haben Sie in der Werbung große Freiheiten.

Genau das musste sich dann auch die Zahnärztekammer von den Verwaltungsrichtern anhören.


Dieses Urteil ist sehr erfreulich für Sie als Zahnarzt!

Denn damit öffnen sich neue Werbewege für Sie. Stellen Sie sich vor, Ihre Praxis bietet jetzt auch Samstagssprechstunden an. Natürlich können Sie eine entsprechende Zeitungsanzeige schalten.

Doch viele Menschen lesen die Zeitung nicht so genau, dass ihnen die Anzeige gleich ins Auge fällt. Dazu kommt die große Gruppe der Nicht-Zeitungsleser.


Und wo erreichen Sie mit Ihrer Werbung viele Menschen?

Richtig: im Supermarkt, im Kino, an Bahn- und Bushaltestelle. Ihrer Fantasie (bis hin zum Bedrucken der Rückseite von Parktickets von Parkplatzanlagen in der Nähe Ihrer Praxis) sind jetzt noch weniger Grenzen gesetzt.

Doch bitte - behalten Sie immer den alles entscheiden Grundsatz im Auge:


Ihre Werbung muss sachlich sein!

Zwar ist Ihnen Werbung mit einem Foto von Ihnen im Zahnarztkittel erlaubt (BGH, Urteil vom 01.03.2007, Az.: I ZR 51/ 04), Sie dürfen auch einen mit gesunden Zähnen versehenen Mund abbilden - aber werben Sie nicht mit Fähigkeiten, die Sie aufgrund Ihrer "normalen" Ausbildung sowieso haben - oder mit Titeln, die es in dieser Form offiziell nicht gibt.


Wie gefährlich eine solche Werbung sein kann ...

... musste jetzt nämlich ein Zahnarzt erfahren, der in einer Zeitungsanzeige mit "Praxis für Zahnheilkunde und Implantologie" warb.

Nach Auffassung der Kammer und des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen wird durch die Verknüpfung mit dem Wort "und" (Zahnheilkunde und Implantologie) der Eindruck erweckt, dass Zahnheilkunde und Implantologie Bereiche sind, für die ein Zahnarzt eine besondere Qualifikation hat, oder dass es sich hierbei um eine offizielle Bezeichnung der Zahnärztekammer handelt.

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Beides ist, wie Sie wissen, nicht der Fall. Deshalb steckte der Zahnarzt vor Gericht eine Niederlage ein (OVG Nordrhein- Westfalen, Urteil vom 26.09.2008, Az.: 13 B 1165/08).

Übrigens, erlaubt ist nach Ansicht desselben Gerichts aber, wenn Sie als Zahnarzt mit der Weiterbildung als Fachzahnarzt für Oralchirurgie auch die Tätigkeitsschwerpunkte Mund- und Kieferchirurgie führen (und dann damit auch werben).

Begründung hier: Nach den Ausführungsbestimmungen der Berufsordnung ist eine Qualifikation an besondere Kenntnisse und Erfahrungen sowie Tätigkeiten gebunden. Das aber sei hier ja nun wirklich der Fall (OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 02.01.2009, Az.: 13 A 3618/06).


Die wesentlichen Aussagen der Richter zum Thema Zahnarzt-Werbung

Werbung im Supermarkt, speziell auf dem Werbeträger Einkaufswagen, schmälert keinesfalls das Vertrauen in die berufliche Integrität des werbenden Zahnarztes und ist möglich.

Verboten (also berufswidrig) ist lediglich anpreisende, irreführende, herabsetzende oder vergleichende Werbung. Nur solche Werbung kann dem (Zahn-)Arzt verboten werden. Das hat schließlich auch das Bundesverfassungsgericht so entschieden (BVerfG, Az.: 1 BvR 1003/02).

Das vom Zahnarzt gewählte Medium für seine Werbung ist kein Indiz dafür, dass dieses verboten ist. So ist ja auch Werbung in Branchenbüchern und im Internet ausdrücklich erlaubt.

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