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So unterscheiden Sie zulässige und unzulässige Azubi-Aufgaben

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Ausbildung, Azubi, zulässige Aufgaben

Von Günter Stein,

Darf ich dem Azubi diese Arbeit nun geben oder nicht? Die Unsicherheit bei dieser Frage ist groß. Das muss aber nicht sein. Denn zumindest können Sie sich als Ausbilder an einigen gesetzlichen Marken orientieren.Das Wichtigste vorab:

Das Wichtigste vorab:

Was zulässige Azubi-Aufgaben sind, besprechen Sie am besten zu Beginn der Ausbildung mit jedem Azubi. Dies hat sich in der Praxis bewährt. Wird ein solcher Schritt versäumt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Auszubildender einmal zu Unrecht beschwert. Beispielsweise, weil Halbwissen an „kompetente“ Kollegen weitergetragen wurde, die den Azubi aufstacheln. Mit einer ungerechtfertigten Beschwerde können Sie zwar rechtlich problemlos umgehen. Allerdings wird unnötig Staub aufgewirbelt und das Azubi-Ausbilder-Verhältnis belastet.

Die frühzeitige Kommunikation hat aber noch einen weiteren Vorteil:

Der Azubi erfährt auch, welche Aufgaben er nicht annehmen muss. Wenn sich Kollegen bemüßigt fühlen, einen Auszubildenden für sich außerhalb jeglicher beruflichen Relevanz arbeiten zu lassen, dann merkt das ein aufgeklärter Azubi. Er wird dann bei Ihnen als Ausbildungsverantwortlichem vorstellig werden und davon berichten. Ermutigen Sie ihn dazu. So arbeiten Sie gemeinsam an einer gelungenen Ausbildung ohne Ausbeutung.

Wann genau ist aber eine Aufgabe zulässig oder unzulässig?

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) verwendet für die Abgrenzung den Begriff „Ausbildungszweck“. In § 14 Abs. 2 heißt es sinngemäß: Der Ausbilder darf dem Azubi nur Aufgaben übertragen, die dem Ausbildungszweck dienen. Das bedeutet konkret: Die Aufgabe muss geeignet sein, Fertigkeiten, Fähigkeiten und/oder Kenntnisse systematisch zu vermitteln, die entweder dem Bestehen der Abschlussprüfung oder dem Erwerb von Berufserfahrung dienen.

Beachten Sie: Nur weil eine Arbeit stupide ist oder sie der Azubi langweilig findet, gilt sie nicht automatisch als ausbildungsfremd und damit als nicht zulässig. Auch dass sie noch nie in einer Abschlussprüfung eine Rolle spielte, ist kein Argument. Wenn der Azubi damit Berufserfahrung in seinem Ausbildungsberuf sammelt, reicht dies für die Zulässigkeit aus.

Beispiel: Auch einfache und stupide Inventuraufgaben können zu den beruflichen Tätigkeiten eines Einzelhandelskaufmanns gehören. Sie dienen dem korrekten Jahresabschluss und der Warenerfassung des Ausbildungsbetriebs und finden sich damit auch in der Ausbildungsordnung wieder. Solche Tätigkeiten sind zulässig.

Handelt es sich dagegen um eine Tätigkeit, die nicht mit dem Berufsbild in Verbindung gebracht werden kann, dann ist diese ohne Zweifel auch nicht zulässig.

Beispiel: Ein Azubi erhält den Auftrag, die Tochter des Chefs von der Kita abzuholen. Dies ist im Rahmen der Ausbildung nicht zulässig.

Das bedeutet nicht, dass der Auszubildende seinem Chef diesen Gefallen nicht tun kann. Es muss allerdings allen Beteiligten klar sein, dass dieser persönliche Gefallen mit der Ausbildung nichts zu tun hat. Dies ist insbesondere dann von Relevanz, wenn auf dem Weg ein Unfall passiert. Dieser ist dann nicht über die Berufsgenossenschaft versichert. Zudem gilt die entsprechende Zeit nicht als Ausbildungszeit.

Wann eine zulässige Aufgabe unzulässig wird

Azubis erhalten in der Regel nicht nur interessante Aufgaben. Oftmals erledigen sie Dinge, die kein anderer tun will. Das Säubern von Maschinen und die Ablage von Rechnungen sind hierfür Beispiele. Da solche Arbeiten zu manchen Berufen dazugehören, kann hier grundsätzlich (in einschlägigen Berufen) von zulässigen Arbeitsaufträgen ausgegangen werden.

Beachten Sie aber: Solche Tätigkeiten sind immer nur in einem angemessenen Umfang zulässig. Unangemessen wäre es beispielsweise, wenn ein Azubi, der nicht im Reinigungsgewerbe tätig ist, über Tage (fast) ausschließlich mit Reinigungsarbeiten betraut ist. Und natürlich auch, wenn offensichtlich ist, dass eine professionelle Reinigungs- oder Hilfskraft durch die Beschäftigung eines Auszubildenden eingespart wird.

Ganz wichtig ist zudem: Andere Lernziele dürfen natürlich nicht vernachlässigt werden. Alle in einem Ausbildungsabschnitt zu erlernenden Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten müssen vermittelt werden.

Was passiert, wenn der Ausbildungsbetrieb nicht aufpasst?

Sollte ein Kollege oder Fachausbilder einen unzulässigen Auftrag erteilen, dann darf der Azubi die Ausführung verweigern. Als Ausbildungsverantwortlicher sollten Sie das Ihre Auszubildenden wissen lassen. Ihre Aufgabe ist es dann, den Missstand unverzüglich abzustellen, Aufklärungsarbeit zu leisten und ggf. eine Rüge auszusprechen.

Bedenken Sie, dass es sich bei dem Vergehen um eine Ordnungswidrigkeit handelt, die nach § 102 BBiG mit bis zu 5.000 € Geldbuße geahndet werden kann. Noch schwerer wiegt allerdings der Imageverlust eines aus diesem Grund gemaßregelten Ausbildungsunternehmens.

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