Entgeltextras: Wann Arbeitgeber und Mitarbeiter profitieren

Entgelterhöhungen gibt das Budget nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen nicht viel davon übrig. Etwas Anerkennung ist aber für die Motivation der Mitarbeiter enorm wichtig. Eine sinnvolle Alternative sind Entgeltextras, die lohnsteuer- sowie beitragsfrei bleiben. Sie kosten Ihr Unternehmen nicht viel und der Beschäftigte erhält sie brutto gleich netto.

Sozialversicherung folgt Lohnsteuer

Für sämtliche Leistungen, die Mitarbeiter Ihres Unternehmens erhalten, müssen Sie die Lohnsteuer- sowie die Beitragspflicht korrekt beurteilen. Dabei können Sie von folgendem Grundsatz ausgehen: Das Sozialversicherungsrecht folgt dem Steuerrecht. Ist eine Leistung steuerfrei, ist sie fast immer auch sozialversicherungsfrei.

Nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung sind alle einmaligen Einnahmen, laufende Zulagen, Zuschläge, Zuschüsse sowie ähnliche Einnahmen, die

  • zusätzlich zum Arbeitsentgelt gezahlt werden
  • und lohnsteuerfrei sind,

nicht dem Arbeitsentgelt zuzurechnen und damit beitragsfrei.

Einige lohnsteuerpflichtige Zugaben können Sie pauschal versteuern und damit ebenfalls Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung erreichen. Auch diese Leistungen stellen somit relativ günstige Entgeltaufbesserungen dar.

Beispiel: Sachbezüge wie etwa Benzingutscheine, die Sie Ihren Mitarbeitern zukommen lassen, bleiben grundsätzlich dann steuerfrei, wenn deren Wert pro Mitarbeiter und Monat 44 € nicht überschreitet. Erhält der Mitarbeiter die Sachbezüge zusätzlich zum geschuldeten Entgelt, bleiben sie auch beitragsfrei.

Achtung: Häufig gilt die Steuerfreiheit nur, wenn eine Zuwendung an Mitarbeiter eine Freigrenze oder einen Freibetrag einhält. Diese beiden Begriffe dürfen Sie nicht verwechseln:

1. Freibetrag

Für die Steuerfreiheit darf die Zuwendung einen bestimmten Betrag nicht überschreiten. Nur der den Grenzwert übersteigende Teil des Betrags ist steuerpflichtig.

Beispiel: Der Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 € pro Jahr und Mitarbeiter. Waren, die Ihr Unternehmen vertreibt oder herstellt und vergünstigt oder kostenlos an Mitarbeiter abgibt, sind bis zu diesem Betrag lohnsteuer- und damit auch beitragsfrei in der Sozialversicherung. Hat die Zuwendung an den Mitarbeiter einen Wert von 1.081 €, ist 1 € davon steuerpflichtig.

2. Freigrenze

Für die Steuerfreiheit darf die Zuwendung einen bestimmten Betrag nicht überschreiten. Wird der Betrag auch nur um einen Cent überschritten, wird die gesamte Zuwendung steuer- und damit auch der beitragspflichtig.

Keine Gefahr für Entgeltgrenzen

Sind die Extras sozialversicherungsfrei, zählen sie auch nicht zum Arbeitsentgelt. Das bedeutet, sie fallen nicht ins Gewicht, wenn es beispielsweise um die Überschreitung von Entgeltgrenzen (wie die 450-€-Grenze bei Minijobbern) oder die Überschreitung der Jahresarbeitsentgeltgrenze geht.

Daneben existieren einige Zuwendungen an Mitarbeiter, die zwar steuer- und sozialversicherungspflichtig sind, die aber nicht zum regelmäßigen Arbeitsentgelt zählen.

Beispiel: Sie gewähren Ihrem Mitarbeiter ein Darlehen. Sie bleiben also ebenfalls immer dann außer Ansatz, wenn Sie überprüfen wollen, ob eine Entgeltgrenze überschritten wird.

Um bei der nächsten Betriebsprüfung keine böse Überraschung zu erleben, sollten Sie, insbesondere, wenn es um Entgeltgrenzen geht, ganz genau prüfen, ob eine Zuwendung tatsächlich nicht zum Arbeitsentgelt zählt und welche Voraussetzungen dafür vorliegen müssen.

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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und…

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