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Wie Teilzeitarbeit die Berufsunfähigkeitsrente beeinflusst

 
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Haben Sie sich als Selbständiger schon gefragt, in welcher Form sich für den Fall der Erwerbsunfähigkeit vorsorgen lässt? Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt in diesem Zusammenhang – noch vor der Grundfähigkeitsversicherung – zu den wichtigsten Versicherungsformen.

Was gern unterschätzt wird: Auch die BU-Versicherung kann zu einem stumpfen Schwert werden. Besonders bei beruflichen Veränderungen tauchen plötzlich Probleme auf. Hierzu gehören die Auswirkungen von Teilzeit. Müssen etwa Eltern gepflegt oder Kinder erzogen werden, kann dies durchaus zu Problemen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung führen.

BU-Versicherung heute unerlässlich

Finanzielle Sicherheit spielt im Leben Erwerbstätiger eine prominente Rolle. Gedacht wird dabei zuerst an den Ruhestand. Altersarmut ist seit Jahren vielbeachtetes Thema in Medien und Politik. Wie steht es um die Absicherung der Arbeitskraft? Weite Teile der Bevölkerung verlassen sich auf den Staat – welcher in den letzten Jahren den Schutz massiv zusammengestrichen hat.

Private Vorsorge gewinnt so an Bedeutung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung – kurz BU-Versicherung – wird heute von vielen Experten, wie dem Bund der Versicherten, als obligatorisch angesehen.

Deren einzige Zweckbestimmung: Im Fall von Krankheit oder Unfall den Einkommensausfall zu kompensieren. Hierzu wird eine vertraglich vereinbarte Rente gezahlt. Diese orientiert sich allgemein am erzielten Einkommen und den wichtigsten Kosten zur Lebenshaltung, wie:

  • Miete
  • Hauskredit
  • Krankenversicherung
  • Unterhaltsleistungen.

Im Kontext der allgemeinen Vorsorge ist die BU-Versicherung eines der wichtigsten Instrumente – gehört daher auf die Liste für Beschäftigte und Selbständige ganz nach oben.

Wann zahlen Versicherer die Rentenleistung aus? Sie als Versicherter müssen eine Auszahlung zuerst beantragen. Anschließend wird die Versicherungsgesellschaft Ihren Fall begutachten. Das Ziel: Eine Bewertung, inwiefern Sie im zuletzt ausgeübten Beruf noch tätig sein können. Anerkannt werden Leistungen in vielen Tarifen ab einem BU-Grad von 50 Prozent. Vergleichen Sie vor Vertragsunterschluss alle Informationen rund um die BU-Versicherung, so dass Sie am Ende den passenden Tarif finden können.

Wie kann Teilzeit-Arbeit sich auf den Vertrag auswirken?

Nur noch in Teilzeit arbeiten kann im Fall der BU-Versicherung zu einem Bumerang werden. Es besteht die Gefahr, plötzlich mit sehr viel größeren Hürden für die Beantragung der BU-Rente konfrontiert zu werden. Warum?

Ausschlaggebend ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Angenommen, Sie haben bisher in Vollzeit gearbeitet – manchmal auch etwas länger. Damit kommen Sie auf einen achtstündigen Arbeitstag. Bei einem BU-Grad von mindestens 50 Prozent geht es also um 4 Stunden, die Sie maximal noch erwerbsfähig sein dürfen.

Jetzt wechseln Sie in Teilzeit – und arbeiten nur noch sechs Stunden. Damit reduziert sich die Arbeitszeit zum Erreichen des notwendigen BU-Grades auf drei Stunden. Heißt: Sie müssen gesundheitlich deutlich schwerer eingeschränkt sein. In der Praxis wird die Berufsunfähigkeit damit zu einem mehr oder minder stumpfen Schwert.

Teilzeit wird auf diese Weise bestraft. Eine bittere Erfahrung, die noch schwerer wiegt, da viele Betroffene die Reduzierung der Arbeitszeit aufgrund der Lebensumstände anstreben. Einfaches Beispiel: Ihr Partner erkrankt schwer und braucht Pflege. Wie reagieren Sie? Statt auf einer Vollzeitstelle zu beruhen, werden Sie eine Teilzeit anstreben.

Die Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung bleiben aber nach wie vor so hoch wie während der Vollzeitbeschäftigung – und Sie haben immer noch die gleichen Risikofragen zu beantworten. Das Beispiel mit der Pflege lässt sich auch auf andere Lebensbereiche ausdehnen – wie die Elternzeit.

Teilzeitklausel – eine mögliche Lösung?

In diese Falle drohen Sie mit Verträgen zu laufen, die keine separate Teilzeitklausel enthalten. Dahinter verbirgt sich ein Vertragsbestandteil, welcher die Begutachtungsgrundlage skizziert. Optimal sind Verträge, in denen auch bei Teilzeitvereinbarungen immer die ursprünglich vereinbarte Arbeitszeit für die Begutachtung maßgebend ist. Das Problem: Bisher finden Sie entsprechende Verträge nur bei sehr wenigen Versicherungsgesellschaften in den BU-Versicherungen. Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick, wenn Sie nach einem Anbieter Ausschau halten.

Was ist sonst noch zu beachten?

Sich für die BU-Versicherung zu entscheiden, bringt Sicherheit. Besonders im Zusammenhang mit dem Eigenheim und der Familie wird dieser Schritt regelmäßig empfohlen. Das Thema Teilzeitklausel ist am Ende nur ein Aspekt. Letztlich muss das Gesamtpaket stimmen.

Karenzzeit

Innerhalb dieser Wartezeit zahlt die Versicherung keine BU-Rente. Wie lange die Karenzzeit andauert, kann von Vertrag zu Vertrag variieren. Behalten Sie im Hinterkopf, dass Ersparnisse ausreichen müssen, um diese „Durststrecke“ zu überwinden. Den Verzicht auf die Karenzzeit lassen sich Versicherer allgemein über einen höheren Beitrag bezahlen. Wenn sie ihre Police recht jung abschließen, lohnt sich der Tausch in vielen Fällen wirtschaftlich nicht, da ihr Risiko sehr gering ausfällt.

Automatische Rentenerhöhung

Im Lauf der Zeit ändert sich der finanzielle Bedarf. Außerdem treibt die Inflation fortwährend die Geldentwertung voran. Um im Leistungsfall trotzdem angemessen abgesichert zu sein, kann die Vereinbarung einer Rentendynamik sinnvoll sein. Hier passt der Versicherer den Rentenbetrag um einen festen Satz regelmäßig an. Die Dynamisierung geht natürlich mit einer Erhöhung des Beitrags einher.

Verweisungsrecht

Unter dem Begriff des Verweisungsrechts wird ein Recht des Versicherers verstanden, Sie im Fall der Berufsunfähigkeit auf einen neuen Beruf zu verweisen, welcher Ihren Fähigkeiten entspricht. Dabei bleibt allerdings unbeachtet, ob der Arbeitsmarkt überhaupt entsprechendes Potenzial hat. Aus diesem Grund sollten Sie mit Verweisungsrechten eher kritisch umgehen. Glücklicherweise existieren immer weniger Tarife mit einer abstrakten Verweisung auf andere Berufe.

Gesundheitsfragen

Im Antragsverfahren müssen Sie Gesundheitsfragen beantworten. Hierüber schätzt der Versicherer das Risiko für den Eintritt des Versicherungsfalls ab. Bewusst oder unwissentlich falsche Angaben können Sie den Versicherungsschutz und die Rente kosten. Seien Sie hier besonders genau in den Antworten.

Fazit: Teilzeit kann bei BU-Versicherungen zum Problem werden

Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung spannen Sie ein Sicherheitsnetz auf. Leider hat es immer noch Löcher, durch welche auch Sie rutschen können. Besonders für den Fall einer Reduzierung von Voll- auf Teilzeit entstehen Probleme. Die Hürden für einen erfolgreichen Rentenantrag werden deutlich höher. Achten Sie möglichst auf Teilzeitklauseln, um sich nicht selbst in der BU-Versicherung zu benachteiligen.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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