Ausbilden als Unternehmen – Vorteile für den Betrieb und was von den Ausbildern bis zur Übernahme beachtet werden muss

 
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Von Redaktion Wirtschaftswissen.de,

Es gibt viele Gründe, warum die interne Ausbildung im Unternehmen sinnvoll ist. Sie können nicht nur ganz nach Gusto und Unternehmensanforderungen Nachwuchs ausbilden, sondern diesen auch unmittelbar nach erfolgreicher Ausbildungszeit übernehmen. Das schafft einen langfristigen und vor allem festen Mitarbeiterstamm, der sich mit dem Unternehmen identifiziert. Welche Vorzüge die unternehmensinterne Ausbildung mit sich bringt und was bei der Übernahme zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Die richtigen Azubis finden: Bewerben Sie den Ausbildungsplatz!

In vielen Branchen herrscht Fachkräfte- und Azubi-Mangel. Grund genug, sich frühzeitig um den möglichen Nachwuchs zu bemühen und Interessierte als Auszubildende zu gewinnen. Damit können Sie rechtzeitig den Grundstein für die Zukunft des Unternehmens legen und genau jene Fachbereiche durch qualifizierten Nachwuchs besetzen, die für die erfolgreiche Unternehmenszukunft benötigt werden.

Tipp: Sie können gut geplant bereits von Anfang an alles richtig machen, wenn es um die Auswahl und Einstellung von Auszubildenden geht. Machen Sie als Unternehmen auf sich aufmerksam, worin Sie die Werbetrommel. Stellen Sie die Chance und Vorzüge vor, welche Auszubildende in Ihrem Unternehmen haben. Ideal dafür sind längst nicht mehr nur Azubi-Messen, sondern auch soziale Netzwerke. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Unternehmen mit einem eigenen Account auf Facebook oder Twitter vertreten ist, und zeigen Sie auch auf der eigenen Unternehmenswebsite, warum Auszubildende gerade bei Ihnen unterschreiben sollten.

6 gute Gründe, um selbst auszubilden

Wer die Schule beendet, sieht sich häufig mit der Frage konfrontiert, ob eine Ausbildung oder das Studium die bessere Variante ist. Künftige Auszubildende haben aufgrund der hohen Wettbewerbssituation in vielen Branchen die Qual der Wahl, um einen optimalen Ausbildungsplatz zu finden. Zeigen Sie den Azubis, was Ihr Unternehmen so vorteilhaft macht. Dieser Aufwand lohnt sich, denn es gibt gute Gründe, selbst unternehmensintern auszubilden:

1. Azubis können schon produktiv sein

Abhängig vom Unternehmensbereich und dem Ausbildungsjahr, könne Auszubildende tatsächlich produktiv mitarbeiten und vor allem gegen Ende der Ausbildung der Verantwortung übernehmen. Dadurch werden andere Mitarbeiter sinnvoller entlastet. Der Vorteil: Durch ihre aktive Mitarbeit können viele Auszubildende bereits deutlich mehr erwirtschaften, als ihr Kostenfaktor verursacht. Ein weiterer Vorteil: Erhalten Auszubildende Verantwortung und können sich ideenreich einbringen, entstehen dadurch neue Impulse für interne Workflows oder Produkte/Dienstleistungen.

2. Qualifizierte Fachkräfte für die Zukunft sichern

Wer Azubis im eigenen Unternehmen hat, kann sich dafür nicht nur eine Ausbildungsprämie der Bundesagentur für Arbeit sichern, sondern für das eigene Unternehmen qualifizierte Fachkräfte. Haben Azubis im Ausbildungsbetrieb ein Zuhause gefunden, bleiben sie häufig längere Jahre treu und bilden die kommende Generation erfolgreicher Arbeitnehmer.

3. Später geringere Kosten für die Einarbeitung

Während der Ausbildungszeit durchlaufen die Azubis häufig sämtliche Abteilungen im Unternehmen; kennen die internen Prozesse gut. Das spart langfristig Kosten für künftige Einarbeitung, wenn die Ausbildung beendet ist und sich die ehemaligen Azubis für einen Verbleib im Unternehmen entscheiden.

4. Die Quote für Mitarbeiter-Fehlbesetzungen sinkt

In der Ausbildungszeit haben Sie als Unternehmen zwei oder dreieinhalb Jahre Zeit, den Menschen hinter dem Azubi näher kennenzulernen. Hier zeigen sich häufig Stärken und Schwächen, welche für das künftige Arbeitsverhältnis von Vorteil sein können. Während der Ausbildungszeit können Sie entscheiden, ob ein künftiges Arbeitsverhältnis sinnvoll ist oder nicht. Durch die intensive „Kennenlernphase“ während der Ausbildung sinken Fehlbesetzungen, denn Sie haben die Chance, die Motivation, die fachliche Eignung oder die menschlichen Skills genau unter die Lupe zu nehmen; vielleicht gemeinsam mit dem Azubi an Defiziten in diesen Bereichen zu arbeiten.

5. Bessere Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen

Wer eine Ausbildung in einem Unternehmen absolviert, entscheidet sich nicht selten nach Ausbildungsende für eine Vertragsunterzeichnung und Weiterführung des Arbeitsverhältnisses. Durch die Ausbildung identifizieren sich viele Azubis mit dem Unternehmen und legen dadurch eine andere Arbeitsmoral an den Tag.

6. Vorzüge für das unternehmenseigene Image

Bilden Sie aus, kommt das häufig auch dem Unternehmensimage zugute. Ausbildungsbetriebe genießen nicht nur in der Gesellschaft, sondern oft auch in den einzelnen Regionen einen guten Ruf. Seien Sie mutig und machen Sie es publik, wenn Sie Auszubildende im Unternehmen haben (beispielsweise auf der eigenen Website). Dadurch fühlen sich oftmals sogar andere Interessierte motiviert, Sie als Ausbildungsunternehmen wahrzunehmen und sich für eine Ausbildungsstelle bei Ihnen zu entscheiden.

So funktioniert die Übernahme von Azubis reibungslos

Das Ausbildungsverhältnis endet mit Bekanntgabe des Ergebnisses der Abschlussprüfung. Bereits zu diesem Zeitpunkt wissen Azubis, wie es für sie weitergehen kann. Spätestens sechs Monate vor Ausbildungsende muss eine Übernahme mit dem Unternehmen vereinbart werden. Sobald die Abschlussprüfung absolviert wurde und das Ergebnis bekannt ist, wechselt der Azubi in das Mitarbeiterverhältnis und müsste theoretisch keine Probezeit mehr absolvieren. Allerdings zeigt die Praxis, dass auch mit der Übernahme im neuen Vertrag häufig eine Probezeit vereinbart wird. Gängiges Mittel ist zudem ein befristeter Arbeitsvertrag (er darf maximal zwei Jahre befristet sein), um noch einmal zu überprüfen, ob die Weiterübernahme tatsächlich die richtige war.

Beim Kündigungsschutz genießen Auszubildende, die sich für eine Übernahme entscheiden, ebenfalls seit der Gesetzesänderung am 30.09.2010 Vorzüge: Die Ausbildungszeit gilt nun ebenfalls als Beschäftigungszeit, sodass der Kündigungsschutz in Kraft tritt.

Automatischer Arbeitsvertrag lt. §24 Berufsbildungsgesetz

Zudem besteht die Möglichkeit, dass Auszubildende automatisch in ein unbefristetes Vertragsverhältnis wechseln. Wer seine Abschlussprüfung bestanden hat und auch danach für Ihr Unternehmen tätig ist, erhält aus gesetzlicher Sicht automatisch einen Arbeitsvertrag.

Sie möchten Azubis nicht übernehmen: das gilt es zu beachten

Entscheiden Sie sich dazu, Azubis nach der Ausbildung nicht zu übernehmen, ist einiges zu beachten. Sie müssen spätestens sechs Monate vor dem eigentlichen Ausbildungsende das Gespräch mit dem Azubi gesucht und den weiteren Verlauf geklärt haben. Soll der Auszubildende nicht übernommen werden, muss diese Äußerung klar fallen. Verpassen Sie die Gesprächschance mit Klärung vor der Sechsmonatsfrist, wird das Arbeitsverhältnis automatisch verlängert. Demzufolge hat der Azubi danach Anspruch auf einen Arbeitsvertrag (und ebenfalls auf Tariflohn, falls dies für Ihr Unternehmen zutrifft).

Wichtig ist es auch, sämtliche Gesprächsinhalte und Entscheidungen zum künftigen Beschäftigungsverhältnis schriftlich zu vereinbaren, um Rechtssicherheit zu erlangen.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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