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Das bedeutet die Kleinunternehmerregelung

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Von Midia Nuri,

Als Kleinunternehmer genießen Sie steuerlich ein paar Erleichterungen. Allerdings gibt es hierfür im Steuerrecht keine einheitlichen Grenzwerte.

Grenzwerte je nach Steuerart unterschiedlich:

Ob Sie also als Kleinunternehmer eingestuft werden, das ist vom Anlass und von der jeweiligen Steuerart abhängig – die Grenzwerte unterscheiden sich.

Umsatzsteuerbefreiung: Für Kleinunternehmer möglich

Diese Grenzwerte gelten:

  • Buchführungspflicht:
    Sie dürfen als Kleinunternehmer Ihren Gewinn mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen, wenn weder Ihr Gewinn 50.000 € noch Ihr Umsatz 500.000 € überschreitet.
  • Steuerliche Betriebsprüfung:
    Sie sind Kleinunternehmer, wenn Ihr Gewinn zwischen 32.000 € und 50.000 € liegt und Ihr Umsatz zwischen 155.000 € und 800.000 €. Bei einem Gewinn bis 32.000 € und einem Umsatz bis 155.000 € werden Sie als Kleinstbetrieb eingestuft.
    Faustregel: Je kleiner Ihr Betrieb bei der Einteilung in Größenklassen ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer steuerlichen Betriebsprüfung.
  • Gewerbesteuer:
    Sie zahlen erst dann Gewerbesteuer, wenn Ihr Gewerbeertrag den Betrag von 24.500 € übersteigt.
  • Umsatzsteuer:
    Sie sind Kleinunternehmer im Sinne des § 19 UStG, wenn Ihr Umsatz im Vorjahr nicht höher war als 17.500 € und Ihr Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich nicht höher als 50.000 € sein wird. Liegen beide Voraussetzungen vor, sind Sie bei der Umsatzsteuer automatisch Kleinunternehmer, sodass Ihre Umsätze steuerfrei sind und der Vorsteuerabzug entfällt.
    Tipp: Als Kleinunternehmer brauchen Sie sich weder mit der Umsatzsteuer noch mit dem Vorsteuerabzug zu befassen. Sie können Ihre Umsätze jedoch freiwillig der Umsatzsteuer unterwerfen. Lesen Sie weiter und entscheiden Sie dann, was für Sie persönlich vorteilhafter ist.

Entscheidungshilfe für oder gegen die Kleinunternehmer-Regelung

Welpenschutz klingt erst einmal vielversprechend. Doch es kann sich lohnen, auf die Ausnahmeregelungen für Kleinunternehmer zu verzichten. Ob es sinnvoll ist, Ihre Umsätze als Kleinunternehmer umsatzsteuerfrei zu lassen oder freiwillig der Umsatzsteuer zu unterwerfen, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab – also Ihren Kunden, aber auch Ihren Einnahmen und Ausgaben.

Übersicht: Vor- und Nachteile der Kleinunternehmerregelung

Wesentliche BeurteilungskriterienVorteile der KleinunternehmerregelungVorteile einer Option zur USt
Verwaltungsaufwandgeringer Aufwandkein Vorteil; Verwaltungsaufwand ist deutlich höher
Umsatzhöheimmer bei geringen Umsätzen, vor allem bei Nebentätigkeitenhängt im Wesentlichen vom Kundenkreis und dem eigenen Investitionsvolumen ab
Investitionenkeine oder nur geringe Investitionen wegen des fehlenden Vorsteuerabzugsbei höheren Investitionen wegen des höheren Vorsteuerabzugs
KundenkreisWenn Ihre Abnehmer vorwiegend Privatkunden sind, die keinen Vorsteuerabzug geltend machen könnenwenn Ihre Abnehmer vorwiegend Geschäftskunden sind, die den Vorsteuerabzug geltend machen könne

Fall 1: Geringe steuerfreie Umsätze

Die Regelung für Kleinunternehmer ist besonders interessant für Unternehmer, die neben ihren steuerfreien Umsätzen zusätzlich umsatzsteuerpflichtige Umsätze von nicht mehr als 17.500 € im Jahr ausführen. Die meisten steuerfreien Umsätze gehören nämlich nicht zum Gesamtumsatz.

Beispiel: Sie erzielen aus Ihrer heilberuflich ärztlichen Tätigkeit einen Umsatz von 180.000 €. Daneben üben Sie noch eine umsatzsteuerpflichtige Gutachtertätigkeit aus, für die Sie im Jahr 2007 ein Honorar von 15.000 € erhalten. Bei der Beurteilung, ob Sie den Grenzwert von 17.500 € für Kleinunternehmer überschritten haben, zählen Ihre steuerfreien ärztlichen Leistungen in Höhe von 180.000 € nicht mit. Da die anderen Umsätze unter 17.500 € liegen, sind Sie insoweit Kleinunternehmer.

Fall 2: Viele Privatkunden

Warum die Befreiung von der Umsatzsteuer Ihnen dann einen wirtschaftlichen Vorteil bringen kann, wenn Sie Ihre Leistungen überwiegend privaten Kunden anbieten, zeigt das folgende Beispiel.

Beispiel: Sie kaufen Ware für 119 € . Im Einkaufspreis ist die USt von 19 € enthalten. Sie verkaufen die Ware anschließend für 178,50 €.

Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

Kleinunternehmer ohne UStKleinunternehmer mit USt
Veräußerungserlös
abzüglich Umsatzsteuer
178,50 €
0,00 €
178,50 €
28,50 €
Nettoerlös178,50 €150,00 €
Wareneinkauf
– brutto ohne Vorsteuer
– nach Vorsteuerabzug
119,00 €100,00 €
Rohertrag59,50 €50,00 €

Fazit: Ihr Kunde zahlt in beiden Fällen denselben Preis. Vorsteuer kann er nicht steuerlich geltend machen. Als Kleinunternehmer haben Sie aber einen um 9,50 € höheren Ertrag und zahlen außerdem weniger ans Finanzamt (siehe nachfolgende Übersicht).

Kleinunternehmernormale Umsatzbesteuerung
Umsatzsteuer aus Verkauf
Vorsteuer aus Einkauf
0 €
0 €
28,50 €
19,00 €
Zahlung ans Finanzamt0 €9,50 €

Fall 3: Ihre Kunden sind umsatzsteuerpflichtig

Ist Ihr Kunde dagegen zum Vorsteuerabzug berechtigt, verlangt er normalerweise von Ihnen eine Rechnung mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer, weil er diese als Vorsteuer abziehen kann. Als Unternehmer ist er nur in Höhe des Nettobetrags wirtschaftlich belastet.

Das bedeutet für Sie

Weisen Sie keine Umsatzsteuer aus, wird Ihr Unternehmer-Kunde von Ihnen verlangen, dass Sie Ihren Endpreis auf den Nettopreis ohne Umsatzsteuer reduzieren. Das verschlechtert Ihre Ertragssituation deutlich; im Beispiel: statt 59,50 € nur 31 € (150 € – 119 € ).

Rechnen Sie frühzeitig nach

Prüfen Sie Ihre persönliche Situation rechtzeitig! Bringt Ihnen die Kleinunternehmer-Regelung deutliche Nachteile, dann können Sie freiwillig auf die Steuerfreiheit verzichten und Ihre Umsätze normal der Umsatzsteuer unterwerfen (= Umsatzsteueroption).

Achtung: An diese Wahl sind Sie dann für insgesamt 5 Jahre gebunden.

Fall 4: Wenn Sie größere Investitionen tätigen

Bei größeren Investitionen bringt Ihnen die Option zur Umsatzsteuer Vorteile, weil Sie die Umsatzsteuer als Vorsteuer vom Finanzamt zurückerhalten.

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