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Kleinunternehmer: So finanzieren Sie private Anschaffungen über die Firma

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Von Gerhard Schneider,

Für viele Selbstständige ist das ein verlockender Gedanke: teure private Anschaffungen oder Investitionen mit Firmenkrediten zu finanzieren. Statt privat teure Zinsen aus versteuertem Geld zu bezahlen, laufen die Zinsen über die Firma und können steuerlich als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. So die Theorie.

Kleinunternehmer: Finanzgerichts-Urteil zeigt Grenzen auf

In einem aktuellen Fall hat ein selbstständiger Arzt genau das bei der Finanzierung seines Eigenheims getan – und sich eine blutige Nase geholt. Trotzdem: Wenn Sie es nicht übertreiben, gewisse Regeln beachten und Ihre Konten richtig gestalten, funktioniert es doch mit der Abwälzung der Zinsen auf den Betrieb.

Der Fall: In dem Fall, der jetzt vom Finanzgericht Baden-Württemberg (Urteil vom 18.3.2009, Az. 2 K 160/06) entschieden wurde, ging es um einen Arzt, der versuchte, sein Eigenheim über einen Firmenkredit zu finanzieren. Die Baukosten entnahm er in den Jahren 2001 bis 2004 seinem betrieblichen Girokonto, das sich dadurch erheblich im Minus befand. Der Arzt spekulierte jedoch darauf, die anfallenden Zinsen als Betriebsausgabe geltend zu machen und dadurch erheblich Steuern sparen zu können.

Kleinunternehmer: Das Problem - Überentnahme

Überentnahmen kommen immer dann ins Spiel, wenn Sie für das betriebliche Konto, auf dem Sie die Schulden haben, mehr als 2.050 € Zinsen zahlen müssen. Dann werden 6 % des Überentnahmesaldos pauschal als nicht abzugsfähige Schuldzinsen angesetzt. Diese 6 % müssen dann in Ihrer Einnahmen-Überschuss-Rechnung steuererhöhend als (fiktive) Einnahmen gebucht werden. Anders ausgedrückt: Der Vorteil geht verloren oder Sie zahlen sogar drauf! Von einer Überentnahme geht das Finanzamt aus, wenn Sie von Ihrem Firmenkonto mehr Geld für den privaten Gebrauch abheben, als Sie an Gewinn erwirtschaften oder einlegen. Steuerlich korrekter ausgedrückt: Überentnahme ist der Betrag, um den die Entnahmen die Summe des Gewinns und der Einlagen übersteigen.

Achtung: Tückisch dabei ist, dass Überentnahmen der Vorjahre hierbei mit hinzugerechnet werden, bis sie durch Unterentnahmen wieder ausgeglichen sind.

Kleinunternehmer: Arzt fiel mit Trick auf die Nase

In dem verhandelten Fall kannte der Arzt offenbar die Gefahr der Überentnahme und Kürzung der Schuldzinsen, womit der Gesetzgeber solchen Gestaltungsideen einen Riegel vorschieben möchte. Denn um die Überentnahme zu verhindern, überwies der Arzt regelmäßig kurz vor Jahresende große Beträge von seinem privaten auf das betriebliche Girokonto. Sofort nach dem Jahreswechsel transferierte er die Beträge jedoch wieder auf sein privates Konto zurück. Sein Kalkül: Dadurch, dass sein betriebliches Konto am Jahresende wieder ausgeglichen gewesen sei, habe es keine Überentnahme gegeben. Die Summe der Ausgaben und Entnahmen überstieg nicht die Summe der Einnahmen und Einlagen.

Warum der Trick nicht funktionierte: Das Finanzgericht sah darin einen Gestaltungsmissbrauch nach § 42 Abgabenordnung. Die Einlagen, die der Arzt jeweils kurzfristig am Jahreswechsel machte, hätten nur der Steuervermeidung gedient. Selbstständige könnten zwar jederzeit Einlagen oder Entnahmen tätigen, doch dafür müsse es vernünftige, wirtschaftliche und außersteuerliche Gründe geben. Diese sahen die Richter nicht und brummten dem Arzt nicht abzugsfähige Schuldzinsen auf.

Kleinunternehmer: So machen Sie es richtig

Machen Sie sich zunächst diese Grundsätze klar, wenn Sie als Selbstständiger Schulden machen und die Zinsen dafür steuerlich geltend machen möchten:

  • Zinsen aus privat veranlassten Schulden dürfen Sie steuerlich überhaupt nicht geltend machen.
  • Betrieblich veranlasste Kontokorrentzinsen auf dem Firmen-Girokonto können Sie ohne weitere Nachweise bis zu einer Höhe von 2.050 € jährlich als Betriebsausgabe geltend machen.
  • Zinsen für Darlehen, die Sie zur Anschaffung konkreter betrieblicher Anlagegüter (z. B. Firmenwagen, Computer, Maschinen, Büroeinrichtung etc.) aufgenommen haben, dürfen Sie als Betriebsausgabe ansetzen. Diese Darlehenszinsen können Sie zwar nicht in unbegrenzter Höhe geltend machen – es gibt bereits seit 2008 die sogenannte Zinsschranke. Diese liegt jedoch so hoch (1 Mio. € Zinsaufwendungen pro Jahr), dass von der Beschränkung nur Großunternehmen mit riesigen Krediten betroffen sind.

Diese Fallen können die Gestaltung zunichte machen: Haben Sie ein Konto, das Sie beruflich und privat nutzen, entsteht sofort ein Problem, wenn Sie im Minus sind und Kontokorrentzinsen anfallen. Die Frage lautet dann nämlich:

  • Sind Sie im Minus, weil Sie privat zu viel abgehoben haben? Das hieße, die Zinsen könnten nicht steuerlich geltend gemacht werden.
  • Oder sind Sie im Minus, weil Sie besondere betriebliche Ausgaben hatten? Das hieße, die Zinsen wären abzugsfähig.

Das Finanzamt wird in aller Regel unterstellen, dass die Zinsen privat veranlasst sind. Und es ist aufwändig, das Gegenteil zu beweisen.

Das sollten Sie tun:

Rat Nr. 1. Vermeiden Sie gemischte Konten!

Schaffen Sie also eine klare Trennung. Das geht nur, indem Sie 2 Konten führen:

Konto 1: Für Ihre Einnahmen

Auf dieses Konto fließen alle Ihre betrieblichen Einnahmen. Das ist also das Konto, das Sie auf Ihren Rechnungen für die Zahlungen angeben. Außerdem decken Sie von diesem Konto Ihren privaten Bedarf (z. B., indem Sie sich regelmäßig Beträge auf ein drittes, rein privates Konto überweisen). Wichtig ist, dass dieses Konto im Plus bleibt und dadurch keine Zinsen anfallen. Das ist leicht zu steuern, da auf dieses Konto nur die Einnahmen fließen, aber keine Ausgaben getätigt werden.

Konto 2: Für Ihre Ausgaben

Von diesem Konto zahlen Sie ausschließlich Ihre betrieblichen Ausgaben. Sie heben hier nichts für den privaten Bedarf ab. Geldzufluss erfolgt über Konto 1. Dadurch ist klar: Kommen Sie mit diesem Konto ins Minus, können die Schuldzinsen nur betrieblich veranlasst sein! Alle Zinsen, die hier entstehen, können Sie also (natürlich nur bis zur genannten Grenze von 2.050 € (!) jährlich steuerlich geltend machen, ohne Ärger zu erwarten! Sie vermeiden das mühsame Auseinanderrechnen.

Und hier kommen wir zum Kern: Bis zu einer gewissen Grenze können Sie auf diese Weise die Zinsen für private Anschaffungen auf den Betrieb verlagern.

Ein Beispiel: Ihr Lebenspartner fordert von Ihnen ultimativ die Anschaffung einer neuen Küche für 10.000 €. Sie haben aber nicht genügend Geld zurückgelegt und müssten einen teuren Privatkredit dafür aufnehmen.

Der Stand Ihrer beiden Konten sieht so aus:

Konto 1: +12.000 €

Konto 2: –10.000 €

Auf beiden Konten zusammengenommen haben Sie also ein Plus von nur 2.000 €. Dann heben Sie 10.000 € von Konto 1 ab und bestreiten die betrieblichen Ausgaben weiter von Konto 2. Auf Konto 1 bleiben Sie im Plus, nur bei Konto 2 gehen Sie weiter ins Minus. Die Zinsen dafür können Sie weiterhin voll von der Steuer absetzen, da keine private Entnahme von Nr. 2 erfolgt ist. Das Rechenbeispiel rechts oben zeigt, wie viel Sie sparen können.

Rat Nr. 2: Ausgaben planen

Sie müssen streng darauf achten, dass die betrieblichen Zinsen die 2.050-€-Marke nicht überschreiten. Sonst greift die Überentnahme-Regelung. Planen Sie deshalb Ihre Ausgaben 1 bis 2 Jahre im Voraus so, dass die Zinsen den Sockelbetrag von 2.050 € erst gar nicht überschreiten. So profitieren Sie am stärksten von dem beschriebenen 2-Konten-Modell.

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