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Selbstständig? So entschlüsseln Sie Ihren Steuerbescheid

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Steuerbescheid
Urheber: ferkelraggae | Fotolia

Von Gerhard Schneider ,

Dass sich die Steuerbescheide des Finanzamts durch Übersichtlichkeit auszeichnen – davon kann wohl keine Rede sein. Dazu kommt das Kleingedruckte, das unter Umständen recht umfangreich sein kann. Wir helfen Ihnen mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, Ihren Steuerbescheid auf Herz und Nieren zu prüfen.

Jeder Steuerbescheid ist nach folgendem Schema aufgebaut

1. Der Festsetzungsteil: Das ist die Tabelle am Anfang, in der die Steuerbeträge genannt und ggf. Termine für Nachzahlungen gesetzt werden.

2. Der Berechnungsteil: Das ist die genaue Berechnung, die zeigt, wie das Finanzamt zu den festgesetzten Beträgen kommt. Dies ist der wichtigste Teil für Ihre Überprüfung, da hier die Fehler bzw. Abweichungen lauern.

3. Der Erläuterungsteil: Hier gibt Ihnen das Finanzamt Erläuterungen, wie es zu den festgesetzten Beträgen kommt und ob Teile ggf. vorläufig festgesetzt worden sind.

Machen Sie sich nun noch klar, welche Fehler überhaupt auftreten können. Das zeigt Ihnen der Kasten unten: Danach können Sie mit den 5 Schritten beginnen und so jedem möglichen Fehler sicher auf die Schliche kommen.

Die 3 häufigsten Fehler in Steuerbescheiden

  • Das Finanzamt hat einen Fehler bei der Bearbeitung gemacht: Zahlendreher, Übernahme falscher Zahlen etc.
  • Das Finanzamt weicht bewusst von Ihrer Steuererklärung ab und setzt die Steuer anders fest.
  • Sie selbst haben einen Fehler beim Ausfüllen der Steuererklärung gemacht.

Schritt 1: Ist Ihr Bescheid in allen vorgeschriebenen Punkten vorläufig?

Steuerbescheide können nicht nur dann vorläufig erlassen werden, wenn Regelungen gegen das EU-Recht verstoßen oder verfassungsrechtlich bedenklich sind, sondern auch dann, wenn Verfahren zur Klärung des geltenden Rechts beim BFH anhängig sind.

Gibt es Abweichungen in den Punkten, in denen der Steuerbescheid gemäß § 165 Abgabenordnung (AO) vorläufig ist, brauchen Sie hier keinen Einspruch einzulegen.

So prüfen Sie: Unter der Überschrift "Festsetzung" steht, dass der Steuerbescheid teilweise vorläufig ist. In welchen Punkten, das steht am Ende unter den Erläuterungen. Prüfen Sie daher, ob die Liste der offenen Punkte vollständig ist. Sind alle Punkte, die für Sie wichtig sein könnten, berücksichtigt?

  • Wenn ja: Weiter zu Schritt 2.
  • Wenn nein: Legen Sie Einspruch ein, und beantragen Sie, dass das Finanzamt Ihren Einspruch entweder ruhen lässt oder Ihnen einen korrigierten Bescheid mit einem entsprechenden Vorläufigkeitsvermerk schickt.

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Schritt 2: Stimmen die Zahlen mit den Ihrigen überein?

Wenn Sie Ihre Steuererklärung mithilfe einer Software erstellt bzw. mit ELSTER abgeschickt haben, erhalten Sie vorläufige Zahlen für die zu erwartende Festsetzung.

So prüfen Sie: Legen Sie Ihre Zahlen und den Bescheid nebeneinander.

Gehen Sie alle Zahlen Schritt für Schritt durch. Gibt es hier Abweichungen zwischen den Zahlen, die Sie bzw. Ihre Software errechnet haben, und dem Bescheid?

  • Wenn ja: Weiter zu Schritt 3.

  • Wenn nein: Ihr Steuerbescheid ist in Ordnung, Sie können die Prüfung beenden.

Schritt 3: Sind die Abweichungen erläutert?

Weicht der Bescheid von Ihrer Steuererklärung ab, schauen Sie sich zunächst den Erläuterungsteil am Schluss des Bescheids an. Hier sollte stehen, in welchen Punkten das Finanzamt anderer Meinung ist als Sie (nach § 91 AO).

So prüfen Sie: Ist die Abweichung erläutert?

  • Wenn ja: Sie entscheiden, wie Sie reagieren. Weiter zu Schritt 5.
  • Wenn nein: Sie suchen genauer. Weiter zu Schritt 4.

Schritt 4: Wo und wie ist die Abweichung begründet?

In diesem Schritt gehen Sie den Berechnungsteil des Steuerbescheids durch, um der Abweichung auf die Spur zu kommen.

So prüfen Sie: Sie prüfen Schritt für Schritt, ob die einzelnen Einkünfte, Ausgaben, Freibeträge etc. mit Ihren Zahlen aus dem Muster-Steuerbescheid Ihres Steuerprogramms übereinstimmen. Finden Sie hier die Abweichung, können 3 Fälle vorliegen:

Fall 1: Abweichung berechtigt, beispielsweise weil Sie selbst einen Fehler in Ihren Angaben gemacht haben, der dem Sachbearbeiter aufgefallen ist. Prüfung beendet!

Fall 2: Offensichtlicher Fehler. Beispiel: Der Sachbearbeiter hat versehentlich eine falsche Zahl übernommen oder hat sich schlicht vertippt. Weiter zu Schritt 5.

Fall 3: Das Finanzamt ist anderer Meinung als Sie. In den meisten Fällen gibt es eine Abweichung beim Gesamtbetrag der Einkünfte. Dieser Betrag setzt sich aus den einzelnen Einkunftspositionen zusammen. Vergleichen Sie die Zahlen im Steuerbescheid mit Ihren Eintragungen in den Anlagen zu Ihrer Steuererklärung

  • Anlage GSE - Einkünfte aus Gewerbebetrieb/selbstständiger Arbeit,
  • Anlage N - Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit,
  • Anlage KAP - Einkünfte aus Kapitalvermögen,
  • Anlage V - Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,

um einzugrenzen, wo die Abweichung liegen könnte. Bei Selbstständigen besteht der häufigste Fall darin, dass die Betriebsausgaben nicht anerkannt werden. Weiter zu Schritt 5.

Schritt 5: So gehen Sie vor

Nun wissen Sie, in welchen Punkten Ihr Steuerbescheid nicht korrekt ist. Je nachdem, ob es sich um eine Kleinigkeit oder um eine ernstzunehmende Meinungsverschiedenheit handelt, gehen Sie so vor:

  • Schlichte Änderung: Stoßen Sie in Ihrem Steuerbescheid auf einen offensichtlichen Fehler, können Sie ihn mit einer sogenannten schlichten Änderung (§ 172 AO) korrigieren lassen.
  • Das heißt: Sie schreiben einen Brief, in dem Sie auf den Fehler hinweisen, und darum bitten, den Bescheid entsprechend in diesem Punkt zu korrigieren. Das ist sogar telefonisch möglich.
  • Einspruch: Wenn eine schlichte Änderung nicht ausreicht und Sie sich dennoch im Recht fühlen, sollten Sie gegen den Steuerbescheid förmlich Einspruch einlegen.

Sinnvoll ist das vor allem in den folgenden Fällen:

  • Das Finanzamt hat Ihrer Meinung nach zu hohe Nachzahlungen oder zu niedrige Steuererstattungen festgesetzt.
  • Sie haben vergessen, Betriebsausgaben oder Freibeträge anzugeben, und wollen das nachholen.
  • Klage: Haben Sie mit Ihrem Einspruch keinen Erfolg, besprechen Sie mit einem Steuerberater die Erfolgsaussichten einer Klage.
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