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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Global Sourcing: Geheimbund Rohstoffindustrie

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Von dgx,

Auf einer Pressekonferenz wurde Nicolas Sarkozy, gegenwärtiger Präsident der G-20-Länder, noch deutlicher. An den immer knapper werdenden Ressourcen verdienten die Öl-, Gas- und Bergbaukonzerne Unsummen, ohne sich dabei in die Karten sehen zu lassen.

Deshalb wolle er diesen Missstand auf dem kommenden G-20-Gipfel im November in Cannes zum Top-Thema machen. Eine freiwillige Rechenschaftspflicht reiche heutzutage nicht mehr aus, schimpfte Sarkozy weiter.
Er forderte mehr Transparenz und strengere Kontrollen der global agierenden Konzerne. Rohstoffe seien heute weit mehr als simple Industriegüter. Mit ihnen stehe oder falle die Stabilität dieser Welt.

Diktatoren haben das Sagen

Es ist ganz sicher kein Zufall, dass viele rohstoffreiche Länder von autoritären oder diktatorischen Regierungen beherrscht werden - ob es nun in Saudi- Arabien ist (größte Erdölvorkommen der Welt), in Russland (Nickel) oder in Angola (Eisenerz).
Die Einnahmen aus den staatlichen Rohstoffexporten machen es den Potentaten leicht, Polizei und Militärs für ihren Machterhalt zu schmieren und zu bestechen. Ebenso ist es kein Zufall, dass viele rohstoffreiche Länder politisch instabil sind und einen bewaffneten Konflikt nach dem anderen anzetteln.
Dazu 3 Beispiele:

  1. Im so genannten Liberianischen Bürgerkrieg (1999 bis 2003) kämpften Sierra Leone und Liberia (beide Westafrika) um die Vormachtstellung über die ergiebigen Diamantenfelder sowie um den Abbau von Edelhölzern.
  2. Noch länger und noch blutiger war der Bürgerkrieg in Angola, den die Regierung mit Einnahmen aus ihren Erdölexporten finanzierte und die Rebellen der UNITA mit den Erlösen der von ihnen kontrollierter Eisenerz- und Diamantminen.
  3. Im Kongokrieg bekämpften sich gleich mehrere Rebellengruppen und Nachbarländer untereinander. Im Wesentlichen ging es um die Ausbeutung - und vor allem um die Gewinne - der Erdöl-, Diamant- und Goldfelder.

Beachten Sie: Auch hinter den meist als religiöse oder ethnische Spannungen titulierten Auseinandersetzungen verbergen sich fast immer Stammesfehden um Macht und Einfluss über Rohstoffe. Nicht von ungefähr wurde das Wort „Blutdiamant“ in den afrikanischen Bürgerkriegen geprägt.

Die Macht der Kartelle wächst

Ob es dem G-20-Gipfel im November gelingt, Licht in die geschlossenen Systeme der Rohstoffkonzerne zu bringen, darf durchaus bezweifelt werden. Denn mit einer Offenlegung der Produktions- und Verkaufszahlen ist es allein nicht mehr getan.
Rohstoffe sind ja heute nicht nur eine kaufmännische, sondern auch eine politische Größe. Mit anderen Worten: Statt mit Kollegen und Konkurrenten aus anderen Unternehmen haben es Global Sourcer immer häufiger mit mächtigen, von Staat und Regierung gepäppelten Einkaufsorganisationen zu tun. Zweifelhafte Berühmtheit erlangte in diesem Zusammenhang das China State Reserve Bureau (SRB).
Mit jedem neuen Kontrakt, den diese staatliche Aufkaufstelle unterschrieb, hat sie ihren Einfluss auf die Entwicklung der Rohstoffpreise vergrößert. Und das nicht nur auf der Nachfrage-, sondern auch auf der Angebotsseite. Ein klassisches Beispiel für eine Kartellstruktur.

Mit den Kartellen wächst die Bakschisch-Mentalität

Die Aussagen des „Global Corruption Barometer 2010“ sind wenig ermutigend. In den vergangenen 3 Jahren ist der weltweite Index um 56 % gestiegen. Zwar kann verallgemeinernd gesagt werden, je ärmer und unterentwickelter ein Land ist, umso korrupter sind Behörden und Staat, doch auch in den modernen Industrieländern nimmt die Bakschisch-Mentalität zu:

  • EU +73 %
  • USA +67 %
  • Japan +47 %

Die besten Indexwerte erreichten Dänemark, Finnland, Neuseeland, Singapur, Schweden, Island, die Schweiz, Kanada und Norwegen (weitere Daten unter: www.transparency.org).

Haben Sie es mit einem Kartell zu tun?

Kartellvergehen sind keine Kavaliersdelikte. Die Preismanipulationen und -absprachen verteuern ja nicht nur Ihre Einkäufe, sie schränken auch Ihren Verhandlungsspielraum und damit Ihren Unternehmenserfolg ganz erheblich ein. An den folgenden 5 Merkmalen erkennen Sie, ob Sie es mit einem seriösen Lieferanten zu tun haben oder mit einem Kartell, das mit gezinkten Karten spielt.

5 Kartell-Merkmale

  1. Ohne erkennbaren Knowhow- oder Wettbewerbsvorteil haben sich Lieferanten auf ein Produkt bzw. auf eine Region konzentriert.
  2. Plötzliche, nicht nachvollziehbare Preisaufschläge oder Nachlässe.
  3. Trotz veränderten Marktumfelds bleiben die Preise stabil.
  4. Die Angebote der Lieferanten ähneln sich auffällig.
  5. Oder umgekehrt: auffällige Preisunterschiede trotz ähnlicher Produkte.

Haben Sie mindestens ein Ja angekreuzt, sollten Sie sich den Lieferanten genauer ansehen. Verstärkt sich Ihr Verdacht weiter, müssen Sie in die Offensive gehen, beispielsweise mithilfe der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), die beinahe in allen Ländern Niederlassungen unterhält (mehr erfahren Sie unter: www.dihk.de).

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