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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Wenn die Preise wieder steigen: Sichern Sie Ihre Rohstoffeinkäufe durch Hedging ab

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Die Preisexplosionen bei Eisenerz vor ein paar Wochen waren eine erste Warnung. Stark steigende Vormaterialkosten können für Ihren Einkauf und Ihre Firma existenzbedrohend werden.

Denn in der Regel lassen sich Preissteigerungen:

  1. überhaupt nicht,
  2. nur teilweise oder
  3. nur zeitverzögert

weitergeben.

Über kurz oder lang werden sich aber die meisten Rohstoffe verteuern. Dafür sorgen nicht nur China & Co. mit ihrem Rohstoffhunger. Das Gebot der Stunde ist deshalb, vorzusorgen und strategisch wichtige Beschaffungen gegen Wechselkursschwankungen oder steigende Rohstoffkosten mit Hedging abzusichern (engl.: "to hedge", sich mit einer Hecke abgrenzen).

Für Rohstoffeinkäufer, besonders von Industriemetallen, eignen sich 2 Hedging-Strategien:

Optionen: Auf die Prämie kommt es an

Eine Option ist das Recht, eine bestimmte Ware (Basiswert) in einer festgelegten Menge (Bezugsverhältnis) in bis zu oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (Laufzeit) zu einem fixierten Preis (Basispreis) zu kaufen oder zu verkaufen (Call oder Put).

Ob sich eine Option rechnet, hängt von der Höhe der Optionsprämie ab. Bei großen Preisschwankungen sind die Prämien teuer, bei geringen Ausschlägen (wie gegenwärtig) billiger.

Forward: Auf den Termin kommt es an

Forwards sind so genannte Derivate, bei denen der Kauf/Verkauf und die Lieferung unmittelbar aufeinanderfolgen, eben auf einen bestimmten Termin. Das Volumen und den Terminkurs legen Sie bei Abschluss des Forwards fest. Aber anstatt einer tatsächlichen (physischen) Lieferung am Termintag findet ein Barausgleich zwischen Ihnen und Ihrer Hausbank statt.

Der Barausgleich schreibt den effektiven Einkaufspreis bspw. eines Metalls auf den Terminkurs fest. Steigt der Börsenkurs des Metalls bis zum Termin, so wird der gestiegene Einkaufspreis durch die Zahlung der Bank an Ihre Firma ausgeglichen.

Beachten Sie
: Die tatsächliche Lieferung spielt dabei keine Rolle. Der Ausgleich erfolgt wie bei einer Versicherung als Barzahlung.

Praxisbeispiel Forward
: Ein Kabelhersteller benötigt für 1 Jahr 100 t Kupfer. Zur Preisabsicherung geht er (neben dem Liefervertrag) mit seiner Hausbank ein Termingeschäft zum Kauf von 100 t Kupfer mit einer Laufzeit von 12 Monaten ein. Für einen (fiktiven) Kupferkurs von 6.600 $/t wird ein Terminkurs von 5.800 $/t vereinbart. Im Allgemeinen liegt bei Termingeschäften der erwartete Terminkurs unter dem aktuellen Tagespreis.

Am Ende der Laufzeit (im Beispiel 12 Monate) wird die Differenz des offiziellen Kurses der LME für einen (möglichen) Barausgleich herangezogen. Liegt dieser z. B. bei 6.300 $/t, zahlt Ihnen Ihre Hausbank 50.000 $ (6.300 $ -5.800 $ = 500 $ x 100 t). Damit ist der höhere Preis am Markt ausgeglichen.

Der Lieferant erhält also 630.000 $, da der aktuelle LME-Kurs zum Zeitpunkt der Lieferung 6.300 $/t betragen hatte. Durch die 50.000 $ von der Bank beträgt Ihr tatsächlicher Einkaufspreis aber nur 580.000 $, also 5.800 $/t, wie der vorher mit Ihrer Bank vereinbarte Terminkurs.

Überzeugen Sie auch Ihren Lieferanten, seinerseits die Preise seiner Rohstoffeinkäufe abzusichern - was meist nicht geschieht. Stattdessen reichen sie die Preissteigerungen einfach an ihre Kunden weiter. Also an Sie.

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