Mit dem Inventar haben Sie Vermögen und Schulden sicher im Blick

Um eine ordnungsgemäße Buchführung zu gewährleisten, ist es unumgänglich, zum einen eine körperliche Bestandsaufnahme zum Bilanzstichtag durchzuführen (Inventur) und dies zum anderen in einem Bestandsverzeichnis (Inventar) auch festzuhalten. Das Inventar ist ein Instrument zur Vermögensfeststellung, um die Gläubiger zu schützen.

Durch den Abgleich der Ist-Bestände, die im Rahmen dieser Bestandsaufnahme ermittelt werden, mit den Werten aus den Büchern, kontrollieren Sie, ob die Bestände in Art, Menge und Wert übereinstimmen.

Erstellen Sie ein Inventar zu den folgenden Zeitpunkten / Anlässen

  • bei Gründung oder Übernahme eines Unternehmens,
  • am Schluss eines jeden Geschäftsjahres und
  • bei der Auflösung oder Veräußerung des Unternehmens.

Die entsprechende Inventur muss dabei nicht am Bilanzstichtag, jedoch zeitnah, d. h. in der Regel innerhalb einer Frist von zehn Tagen vor oder nach dem Bilanzstichtag durchgeführt werden. Bestandsveränderungen, die in der Zwischenzeit stattgefunden haben, müssen Sie anhand von Belegen nachweisen.

Diese Informationen erhalten Sie aus Ihrem Inventar

  1. Es dokumentiert das Vermögen und die Schulden Ihres Unternehmens zu einem Stichtag und ergänzt Ihre Buchführung.
  2. Es bildet die Basis für die Endbestände von Vermögen und Schulden, die Sie in der Bilanz ausweisen müssen.
  3. Mit seiner Hilfe können Sie potenzielle Fehler im Lager oder in Ihrer Buchführung aufdecken und gegebenenfalls auch korrigieren.

So bauen Sie das Inventar korrekt auf

Sie erstellen getrennte Listen für die Vermögenswerte und Schulden, damit Sie die Werte ohne Umstände auch getrennt aufaddieren können. Dritter Bestandteil ist das Reinvermögen, also das Eigenkapital Ihres Unternehmens.

Die konkrete Gliederung Ihres Bestandsverzeichnisses hängt von den unternehmensindividuellen Besonderheiten Ihrer Firma ab. Die folgende beispielhafte Darstellung könne Sie als Grundlage heranziehen.

1. Vermögen

1. Vermögen. Beachten Sie: Sortieren Sie das Vermögen nach steigernder Liquidität, starten Sie entsprechend mit dem Anlagevermögen. 

  • Anlagevermögen
    • bebaute Grundstücke
    • unbebaute Grundstücke
    • Maschinen
    • Fuhrpark
    • Betriebs- und Geschäftsausstattung
  • Umlaufvermögen
    • Rohstoffe
    • Hilfsstoffe
    • Betriebsstoffe
    • Unfertige Erzeugnisse
    • Fertige Erzeugnisse
    • Forderungen
    • Bargeld (Kasse)
    • Guthaben bei Kreditinstituten

2. Schulden. Hier richtet sich die Gliederung nach den vereinbarten Fälligkeiten. Starten Sie mit den längsten Fälligkeiten.

  • Langfristige Schulden
    • Hypothekenschulden
    • Darlehensschulden
  • Kurzfristige Schulden
    • Verbindlichkeiten an Lieferanten
    • Wechselschulden

3. Reinvermögen (dies entspricht Ihrem Eigenkapital). Sie ermitteln es, indem Sie vom aufgeführten Vermögen die Schulden subtrahieren.

Bewahren Sie die Inventare genauso wie die Bilanzen zehn Jahre, also entsprechend der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen, auf.

Gratis-Download

Dieser Gratis-Download erläutert die Rechnungspflichtangaben, damit Sie bei der Eingangskontrolle nichts übersehen. Aber auch bei der Erstellung…

Jetzt downloaden
Inventar

| Uwe E. Wirth - Wie heißt es doch so schön in § 240 des Handelsgesetzbuchs? „Zu Beginn eines Handelsgewerbes sowie am Ende jedes Geschäftsjahres ist jeder Kaufmann… Artikel lesen

Gratis-Download
Inventur: So gelingt Ihre Bestandsaufnahme mit minimalem Aufwand

Nahezu jeder Betrieb ist im Rahmen der ordnungsmäßigen Buchführung zur Inventur… Zum Download

| Uwe E. Wirth - Eines ist im Handelsrecht so sicher wie das Amen in der Kirche: die Inventur. Für viele von uns ist sie eine eher lästige Pflichtübung, kostet sie… Artikel lesen

| Dr. Matthias Pfeffer - Jedes Unternehmen muss jährlich seine Grundstücke, Forderungen und Schulden, den Betrag seines Bargelds sowie seine sonstigen Vermögensgegenstände im… Artikel lesen

| Uwe E. Wirth - In vielen Unternehmen wird jetzt die Inventur vorbereitet. Das ist oft mit erheblichem Aufwand - und hohen Kosten verbunden. Artikel lesen

| Uwe E. Wirth - Bald steht in vielen Betrieben wieder die Inventur an. Und kaum ein Kollege liebt diese gesetzlich vorgeschriebene Warenbestandsaufnahme - geht sie… Artikel lesen

| Iris Schuler - Kennen Sie schon den legalen Trick, Gegenstände Ihres Privatvermögens in Ihr Betriebsvermögen einzulegen und dadurch Steuern zu sparen? Es geht um… Artikel lesen

| Iris Schuler - Geringwertige Wirtschaftsgüter haben steuerlich einen großen Vorteil, weil diese noch im Anschaffungsjahr die Steuerlast um die kompletten… Artikel lesen

| Iris Schuler - Ob Bürostuhl, Computer oder Kaffeemaschine - nutzen Sie ehemals privat gekaufte Wirtschaftsgüter irgendwann betrieblich, legen Sie diese als… Artikel lesen

| Iris Schuler - Kaufen Sie als Privatmensch Ware ein, achten Sie in erster Linie auf die Qualität und das Preis/Leistungsverhältnis. Tätigen Sie als Unternehmer… Artikel lesen

| Astrid Engel - In aller Regel werden Sie bzw. Ihr Vermieter für das Betriebs- und/oder Wohngebäude eine Gebäude-Versicherung haben – schon weil keine Bank auf… Artikel lesen

| Iris Schuler - Sobald Sie Ihren Computer zu mindestens 10% betrieblich nutzen, können Sie den Computer Ihrem Betriebsvermögen zuordnen. Die Kosten für den Computer… Artikel lesen

| Iris Schuler - Mit dem Investitionsabzugsbetrag können Sie bereits vor dem Kauf eines Wirtschaftsguts Steuern sparen, denn Sie können vorab mit dem… Artikel lesen

Produktempfehlungen

Das Magazin für Buchhalter und Steuerverantwortliche

Das Rundum-Wohlfühl-Paket im Rechnungswesen

Jobs