So erstellen und bewerten Sie den Jahresabschluss

Mit dem Jahresabschluss schließen Unternehmen das kaufmännische Geschäftsjahr buchhalterisch ab. Über ihn wird sichergestellt, dass sich unternehmensexterne und -interne Adressaten ein umfassendes Bild über die wirtschaftliche Lage des betrachteten Unternehmens machen können. So stellt er z. B. für Banken und andere Gläubiger eines der Hauptkriterien dar, um über eine Kreditvergabe zu entscheiden.

Grundsätzlich besteht der Jahresabschluss aus Bilanzhttps://de.wikipedia.org/wiki/Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnunghttps://de.wikipedia.org/wiki/Gewinn-_und_Verlustrechnung (§242 HGB), Kapitalgesellschaften müssen ihn laut §264 HGB zusätzlich um einen Anhanghttps://de.wikipedia.org/wiki/Anhang_%28Jahresabschluss%29 ergänzen, der die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erläutert.

Die stichtagsbezogene Aufstellung und Dokumentation von Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zum Bilanzstichtaghttps://de.wikipedia.org/wiki/Bilanzstichtag stellt eine wichtige Entscheidungsgrundlage u.a. für die langfristige und strategische Ausrichtung des Unternehmens oder bestimmter Unternehmensteile dar.

Nicht zu vergessen, dass der Jahresabschluss neben dem rein informativen Charakter auch die Bemessungsgrundlage für die Verteilung des Ergebnisses darstellt, beispielsweise über Dividenden und Erfolgsbeteiligungen.

Da er aber auch (und vor allem) die Basis für die Besteuerung des Unternehmens darstellt, steht er im Fokus vieler Entscheidungsträger in den Unternehmen.

Wer einen Jahresabschluss aufstellen muss

Grundsätzlich sind alle Unternehmer verpflichtet, einen Jahresabschluss aufzustellen. Davon ausgenommen sind Freiberufler und Kleinunternehmer, die aufgrund folgender Umsatz- bzw. Gewinngrenze von der Buchführungspflicht befreit sind:

  • Ihr Gewinn übersteigt nicht die Grenze von € 50.000 oder
  • Ihr Netto-Jahresumsatz liegt unter € 500.000 (§ 141 AO).

Zeitpunkt zur Aufstellung des Jahresabschlusses

 

 

Aufgestellt werden muss er grundsätzlich zum sogenannten Bilanzstichtag. Das ist im Rechnungswesenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Rechnungswesen der letzte Tag des Wirtschaftsjahres. Das Wirtschaftsjahr muss jedoch nicht zwingend mit dem Kalenderjahr übereinstimmen, was allerdings die Regel ist. Das einmal gewählte Geschäftsjahr ist i.A. aufgrund des Grundsatzes der Bilanzkontinuitäthttps://de.wikipedia.org/wiki/Bilanzkontinuit%C3%A4t beizubehalten. Insofern kann es Sinn machen, im Gründungsjahr (wenn das Unternehmen nicht zum 1.1. gegründet wurde), ein Rumpfgeschäftsjahr bis zum Ende des Jahres zu bilden.

Der Jahresabschluss steht laut Handelsgesetzbuch (HGB) unter der sogenannten Generalnorm, die besagt, dass jeder Kaufmann verpflichtet ist, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Somit stellt der Gesetzgeber sicher, dass auch wenn es sich bei den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung über einen unbestimmten Rechtsbegriff handelt, eine schnelle Anpassung an sich wandelnde Umweltbedingungen sichergestellt ist.

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