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Gefährliche Printwerbung!

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Urheber: jcfotografo | Fotolia

Von Bernd Röthlingshöfer,

Dass das Internet ein juristisches Minenfeld ist, wissen wir mittlerweile alle. Eine falsche Formulierung in der Widerrufsbelehrung kann beispielsweise weitreichende (und kostspielige) Folgen haben, wenn Sie abgemahnt werden. Bei Printwerbung haben sich viele Händler bislang in Sicherheit gewiegt - doch diese ist trügerisch: Denn zwei aktuelle Urteile verpflichten auch Versender, die mit ihren Katalogen und Bestellformularen in der Offline-Welt Werbung machen, dazu, eine juristisch korrekte Widerrufsbelehrung beizufügen. Das kann sich auf Ihre Printwerbung verhängnisvoll auswirken. Erfahren Sie welche Konsequenzen diese Urteile auf Ihre Bestellformulare in der Offline-Welt haben.

Ist das der Todesstoß für Ihre Printwerbung?

Widerrufsbelehrungen müssen abgedruckt werden - und das nicht nur im Internet, sondern auch in der Printwerbung. Bereits zwei deutsche Gerichte (LG Wuppertal, OLG Düsseldorf) haben dazu gleichlautende Urteile abgegeben. Ihr Inhalt: Kann man über ein gedrucktes Werbemittel Produkte oder Dienstleistungen direkt bestellen, müssen sämtliche Informationspflichten, die auch im Online-Shop zu erfüllen sind, darauf abgedruckt sein.

In dem vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verhandelten Fall (Urt. v. 18.2.2016, I-15 U 54/15) ging es um eine Klage der Verbraucherzentrale gegen einen Händler. Der hatte einem sechsseitigen Werbeprospekt einen Bestellschein beigelegt, auf dem man Artikelnummer, Anzahl und Betrag sowie die eigene Adresse mit Unterschrift eintragen konnte. Eine Bestellung per Postkarte, ganz wie früher.

Doch das Gericht stufte den Werbeprospekt mit Bestellkarte als Fernkommunikationsmittel ein, für das folglich die gleichen rechtlichen Anforderungen gelten, wie für den Online-Versand via Internet. Abzudrucken seien

  • die Widerrufsbelehrung und
  • ein Muster-Widerrufsformular.

Die Widerrufsbelehrung muss vollständig in der gedruckten Werbung vorhanden sein. Ein Hinweis auf die Website und die dort enthaltene Widerrufsbelehrung ist nicht ausreichend.

Der Beklagte argumentierte im Prozess, dass die Widerrufsbelehrung aus Platzmangel nicht abgedruckt werden könne. Dies ließ das Gericht nicht gelten, schließlich sei der Platzmangel auf die Prospektgestaltung zurückzuführen.

Die hätte der Händler leicht ändern können. Im vorliegenden Fall hätte der Händler für die erforderlichen rechtlichen Hinweise 1,5 Seiten seines sechsseitigen Werbeprospekts verwenden müssen.

Die Konsequenz für Sie

Bieten Sie Ihren Kunden in gedruckten Werbemitteln Bestellmöglichkeiten an, müssen Sie auch die erwähnten Hinweise zum Widerrufsrecht unterbringen. Ansonsten drohen Abmahnungen.

Die Rechtshinweise nehmen in Flyer oder Prospekten von geringem Umfang einen erheblichen Platz ein, den Sie nicht mehr für Ihre Werbung nutzen können. Fügen Sie zusätzliche Seiten an, erhöhen sich Ihre Gestaltungs- und Druckkosten.

Auch die Auswirkungen auf das Versandgewicht sind zu berücksichtigen.

Tipp: Um gedruckte Werbemittel nicht mit den vorgeschriebenen rechtlichen Hinweisen aufzublähen, verzichten Sie auf eine direkte Bestellmöglichkeit. Verlagern Sie den Bestellvorgang ins Internet, indem Sie auf Ihren Onlineshop verweisen. Dort ist dann genügend Raum, den gesetzlichen Vorschriften zu genügen.

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