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Den Kunden zu überzeugen ist in mancher Munde eine Königsdisziplin. Mit den richtigen Handwerkszeug jedoch schneller umgesetzt als gedacht.

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Modernes Wording im klassischsten Werbekanal - Wie eine "einfache" Plakat-Kampagne für Empörung sorgt und was Sie davon lernen können

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Plakatwerbung
Urheber: saquizeta | Fotolia

Von Yannick Esters,

Schon häufig hat das Bonner Unternehmen true fruits mit den frechen Sprüchen auf seinen Smoothie-Flaschen für Wirbel im Netz gesorgt — und hat es dadurch auch immer wieder in unsere Ausgaben von simplify your business geschafft. Doch im Sommer letzten Jahres bewegte sich true fruits erstmalig aus seiner Komfortzone: aus dem Social Web in die reale Welt. Und zwar ausgerechnet auf Plakaten.

Wir haben uns gefragt: Warum wählt so ein modernes Unternehmen so einen althergebrachten Werbekanal wie Plakate? Die Antwort: „Wir haben bislang noch nie Werbung gemacht und haben es bisher immer über die sozialen Medien geschafft, bei unseren Kunden im Gedächtnis zu bleiben. Aber letztes Jahr wollten wir es einfach mal wagen und in Plakatwerbung investieren. Damit wollten wir Leute erreichen, die uns bislang vielleicht noch nicht kannten. Ganz einfach den Schritt aus der digitalen Welt in die reale Welt gehen. Außerdem fanden wir unsere Sprüche so lustig, dass wir sie einfach mit noch mehr Menschen teilen wollten als mit unseren Facebook-Fans“, erzählt uns Fee Surges, Pressesprecherin von true fruits, im Interview.

Eine Plakatwerbung, die es in sich hatte


true fruits wagte zwar den Schritt vom WWW aufs Plakat. Doch eines ging dabei nicht verloren: der Wortwitz, mit dem das Unternehmen es immer wieder schafft, für Gesprächsstoff zu sorgen.

In der deutschlandweiten Plakatkampagne ging es um die Einführung neuer Säfte, die Chiasamen enthalten. Doch mit dem Wort „Samen“ spielte true fruits nach Ansicht der Städte München und Stuttgart etwas zu freizügig auf seinen Plakaten, weshalb 3 der insgesamt 4 Plakate verboten wurden.

„Bei Samenstau schütteln“ oder „Oralverzehr – schneller kommst du nicht zum Samengenuss“ – solche Formulierungen gingen den süddeutschen Hauptstädten zu weit.

Nur der Slogan „Besamt & befruchtet“ wurde erlaubt. Doch statt in Schockstarre zu verfallen, reagierte true fruits mal wieder meisterhaft in dieser Situation und sorgte so dafür, dass noch ein 2. Motiv in München in Umlauf kam.

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Schnell, modern und witzig — true fruits lässt sich nicht den Mund verbieten


Die Bonner, die übrigens ihr gesamtes Marketing inhouse entwickeln, reagierten kurzerhand mit einem neuen Plakat, auf dem die Zensur thematisiert wurde. Natürlich wieder einmal in hochmoderner Sprache der Zielgruppe und mit passendem Hashtag darunter: #sorrymuc true fruits-Mitgründer und Marketingchef Nicolas Lecloux in einer Pressemitteilung zu der Zensur: „Warum dürfen wir als Unternehmen nicht so kommunizieren, wie wir es auch privat machen? Wir finden die Sprüche lustig. Als wir erfuhren, dass München unsere Plakate nicht erlaubt, wollten wir gegenüber der Stadtverwaltung nicht klein beigeben und haben auf diese Weise gehandelt. Wir lassen uns den Mund und Humor nicht verbieten.“

Was können Sie als Unternehmer von true fruits lernen?


1. Frech sein lohnt sich: Die Marketingabteilung von true fruits leistet immer wieder sehr gute Arbeit, um das Unternehmen ins Gespräch zu bringen und sich von der Konkurrenz abzuheben.

2. true fruits steht zu seinem Wort: Nicht nur bei dieser Kampagne hat true fruits immer an die Meinungsfreiheit und den Humor appelliert – nach dem Motto: Wer unseren Humor nicht teilt, muss ja kein Kunde sein. Das zeigt Stärke und Überzeugung und kommt bei den Fans gleich doppelt gut an!

3. Schnelligkeit zahlt sich aus: true fruits ist ein Meister darin, schnell auf Widerstand zu antworten, und zwar nicht in Form einer Rechtfertigung. Damit hat true fruits verstanden, worauf es beim Marketing heutzutage ankommt. Denn gerade im Internet verbreiten sich Negativmeldungen schnell. Wer in solch einem Fall nicht reagiert, sondern schweigt, erntet meistens einen ordentlichen Shitstorm.

4. Freiräume für Ideen schaffen: Im Gespräch mit simplify your business hat uns Fee Surges erzählt, dass die Atmosphäre im Bonner Unternehmen jung, dynamisch und freundschaftlich ist: „Wir sind 24 Leute und alle ungefähr in einem Alter. Daher herrscht bei uns ein Gefühl wie in einer WG und dadurch scheut auch keiner davor zurück, Ideen einfach auszusprechen. Wir arbeiten aktiv in Brainstormings an Wordings wie zu unseren Samen-Säften. Dabei gilt: Keine Idee bleibt unausgesprochen.“

5. Grenzen überschreiten: true fruits ist ein Meister der Sprache des Social Web. Die Facebook-Seite zählt über 500.000 Facebook-Fans. Doch mit ihrer Plakatkampagne wagten die Bonner einen Schritt aus ihrem Digital-Territorium – und das hat sich gelohnt: „Nach der Kampagne haben wir noch deutlich mehr Presseanfragen. Agenturen kommen auf uns und wollen mit uns zusammenarbeiten, oder Leute bewerben sich, weil sie für uns arbeiten wollen“, so Fee Surges.

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