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Konstruktiv mit Kritik umgehen

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Mit Kritik umgehen
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Sie können Ihre eigene Reaktion auf Kritik kontrollieren. Ob Sie eine kritische Bemerkung als eine „Ab- und Be-Urteilung“ begreifen. Oder ob Sie die Kritik inhaltlich prüfen. Die folgenden 4 Regeln werden Ihnen dabei helfen.

Die Zeiten sind nicht einfach, und das hat Auswirkungen auf den Ton im Arbeitsleben, der rauer geworden ist, nach dem Motto: Wer selbst unter Druck steht, setzt auch andere unter Druck. Wie gehen Sie damit um? Wenn Sie beispielsweise für einen Fehler kritisiert werden, der aufgrund schlechter Kommunikation entstand und für den Sie sich nicht verantwortlich fühlen? Oder im Falle eines Fehlers, der tatsächlich auf Ihr Konto geht? Oder im Falle einer kritischen Bemerkung, bei der Ihr Gegenüber ganz offensichtlich nur Dampf ablassen wollte?

Was von Außen kommt, können Sie nicht kontrollieren. Aber sehr wohl Ihre eigene Reaktion auf Kritik. Es liegt in Ihrer Hand, ob Sie eine kritische Bemerkung als eine „Ab- und Be-Urteilung“ begreifen und Wut, Zorn, Frustration oder auch Rachegelüste empfinden. Oder ob Sie die Kritik inhaltlich prüfen und in 2
Kategorien einordnen: auf der einen Seite gerechtfertigte Kritik als positives,
nützliches Feedback
, auf der anderen Seite ungerechtfertigte Kritik als eine Äußerung, die mehr über den Kritisierenden aussagt als über Sie selbst, den Kritisierten. Die folgenden 4 Regeln werden Ihnen dabei helfen:

 

Regel 1: Kritik nicht persönlich nehmen

Gewinnen Sie Abstand. Rufen Sie sich sofort ins Bewusstsein: Es handelt sich um eine Momentaufnahme Ihres Tuns, Denkens, Verhaltens, das gerade durch die individuelle Brille des Kritikers beurteilt wird. Es geht niemals um Ihre Person – selbst bei Kritik, die scheinbar Ihre ganze Person umfasst.

Umsetzungs-Tipps:

  • Gewinnen Sie Abstand, indem Sie nachfragen. Was genau meint Ihr Gegenüber? Um welche konkreten Inhalte geht es?
  • Das Nachfragen ist auch dann hilfreich, wenn Sie emotional attackiert werden. Wenn der Kritiker „nur“ seine Emotionen bei Ihnen ablädt und offen lässt, was eigentlich los ist. Bleiben Sie ruhig, fragen Sie nach, und gewinnen Sie so Abstand.
  • Gebieten Sie unverschämten Äußerungen Einhalt. Machen Sie sich folgende Erkenntnis zu eigen: Die Kritik spiegelt zunächst einmal den Kritiker wider, nicht den Kritisierten.

Regel 2: Nicht die Balance verlieren

Achten Sie auf Ihre Atmung. Bewahren Sie eine Körperhaltung, die Ihre Stärke offenbart (knicken Sie also nicht ein). Machen Sie sich Ihre Gefühle bewusst. Rufen Sie sich in Erinnerung, was Sie getan haben, bevor die Kritik Sie traf; knüpfen Sie rasch an Ihre Kompetenzen an. Dann können Sie Ihr inneres Gleichgewicht leichter wiederherstellen.

Umsetzungs-Tipps:

  • Überlegen Sie sich, welche Art der Kritik Sie besonders aus dem Gleichgewicht bringt. Was ist der Auslöser? Wie können Sie zukünftig anders reagieren, um Ihre Balance zu halten? Spielen Sie solche Varianten am besten einmal durch – dann ist die Gegensteuerung leichter abrufbar.
  • Achten Sie auf Ihre typischen Symptome und Impulse. Sobald diese in einem Kritikgespräch auftreten, steuern Sie gegen. Sagen Sie innerlich „Stopp!“ zu negativen Gedanken, und versuchen Sie auch durch bewusstes Atmen, den Körper entspannt zu halten.

Regel 3: Kritik nicht vorbehaltlos annehmen

Überprüfen Sie, welcher Anteil der Kritik wirklich für Sie und Ihre Arbeit relevant ist. Hüten Sie sich davor, der Kritikbotschaft zu viel Gewicht beizumessen oder sie gar automatisch als unumstößliche Wahrheit zu sehen – unabhängig davon, wie dramatisch, laut oder vehement sie an Sie herangetragen wird. Denken Sie daran: Die Kritik offenbart einzig und allein die Sichtweise des Kritikers. Sie spiegelt dessen Wirklichkeit wider, nicht unbedingt die Ihre!

Umsetzungs-Tipps:

In der Schnelle des Kritikgesprächs fällt einem ein gründliches Hinterfragen des
Gesagten manches Mal schwer, vor allem wenn der Kritiker gar kein Interesse
daran zeigt. Richten Sie dann Ihre Aufmerksamkeit zunächst einmal darauf, die folgenden beiden Fragen zu beantworten:

  • Was ist die Kernaussage der Kritik?
  • Welcher Teil der Kernaussage trifft zu?

Um eine kritische Aussage zu „zerlegen“, können Sie auch die 4 Botschaften des
Kommunikationsquadrats betrachten:

  • Die Sach-Seite: Was wird inhaltlich geäußert?
  • Die Selbstoffenbarungs-Seite: Was offenbart der Kritiker über sich selbst? Was lernen Sie über ihn?
  • Die Beziehungs-Seite: Wie sieht der Kritiker Sie und die (Arbeits-)Beziehung zu Ihnen?
  • Die Appell-Seite: Was sollen Sie nun eigentlich zu künftig tun bzw. unterlassen? Welche Forderung hat der Kritiker an Sie?

Regel 4: Nicht die Kritik bestimmen lassen

Sie sind der Macher in Ihrem (Berufs-)Leben. Sie halten im Moment der Kritik wie auch danach die Zügel für Ihre Ziele, Ihren Erfolg und Ihre Wegetappen in der Hand. Bestimmen Sie also, welche Aspekte der Kritik Sie für sich und Ihren Erfolg nutzen können. Alles andere ist unwichtig!

Umsetzungs-Tipps:

  • Betrachten Sie nun, aus sicherer Distanz, die Kritik als Feedback: Sie selbst wählen aus, was Sie davon nutzen wollen. Was können Sie an interessanten Informationen über sich selbst, über den Kritisierenden sowie über Ihre Beziehung zu dem Kritisierenden gewinnen?
  • Machen Sie sich dann – selbstbestimmt und selbstverantwortlich – an die Behebung derjenigen Fehlerpunkte, die Sie als wichtig und als korrekterweise beanstandet analysiert haben.
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