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Muss ein kranker Mitarbeiter zu einem Personalgespräch erscheinen?

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Krankheit
Urheber: nmann77 | Fotolia

Von Michael T. Sobik ,

Wer wegen Krankheit arbeitsunfähig ist, muss nicht auf Anweisung des Arbeitgebers im Unternehmen erscheinen, um dort an einem Personalgespräch teilzunehmen – auch dann nicht, wenn es um weitere Beschäftigungsmöglichkeiten geht.

Der Fall: Ein Krankenpfleger wurde nach längerer unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit befristet als medizinischer Dokumentationsassistent eingesetzt. Anschließend wurde er erneut arbeitsunfähig wegen Krankheit.

Sein Arbeitgeber lud ihn während dieser Zeit dennoch zu einem Personalgespräch ein, in dem es um die Klärung der weiteren Beschäftigungsmöglichkeit gehen sollte. Der Mitarbeiter sagte ab mit dem Hinweis auf seine ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit.

Anschließend schickte ihm die Firma eine Einladung für einen neuen Termin mit dem Hinweis, der Mitarbeiter habe gesundheitliche Hinderungsgründe durch Vorlage eines speziellen ärztlichen Attests nachzuweisen. Auch an diesem Termin nahm der arbeitsunfähig geschriebene Mann nicht teil. Daraufhin mahnte ihn der Arbeitgeber ab.

Das Urteil: Während einer Krankheit gibt es keine Anwesenheitspflicht im Betrieb, so die Richter des BAG. Das gilt auch, wenn der Arbeitgeber dabei weitere Beschäftigungsmöglichkeiten ausloten will.

Zwar darf der Arbeitgeber den Mitarbeiter kontaktieren und ihn auch um ein Gespräch über weitere Beschäftigungsmöglichkeiten nach Ende der Arbeitsunfähigkeit bitten, doch umfasst das keine Pflicht zum persönlichen Erscheinen.

Nur in dringenden Ausnahmefällen – wenn der direkte Kontakt „aus betrieblichen Gründen unverzichtbar und der Arbeitnehmer dazu gesundheitlich in der Lage“ ist, muss ein kranker Arbeitnehmer zu einem Gespräch in den Betrieb kommen.

In diesem Fall konnte der Arbeitgeber jedoch nicht nachweisen, dass ein persönliches Gespräch zwingend notwendig und der Arbeitnehmer hierzu auch in der Lage war. Der Mitarbeiter musste also der Anordnung, zu einem Personalgespräch zu erscheinen, nicht nachkommen. Die Abmahnung ist daher zu Unrecht erfolgt, und der Arbeitnehmer kann verlangen, dass sie aus der Personalakte entfernt wird.

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Das heißt für Sie: Streit entsteht häufig bei der Frage, ob Ihr Mitarbeiter ein Betriebsratsmitglied zum Personalgespräch hinzuziehen darf.

Eine gesetzliche Regelung dazu findet sich in § 82 BetrVG. Danach kann Ihr Mitarbeiter verlangen, dass ihm die Berechnung und die Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert und mit ihm die Beurteilung seiner Leistungen sowie die Möglichkeiten seiner beruflichen Entwicklung im Betrieb erörtert werden.

Er kann dann ein Mitglied des Betriebsrats zum Personalgespräch hinzuziehen. Das Mitglied des Betriebsrats hat über den Inhalt dieser Verhandlungen Stillschweigen zu bewahren, soweit es vom Mitarbeiter im Einzelfall nicht von dieser Verpflichtung entbunden wird.

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