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Die letzte Rettung - Steuernachzahlungen mit dem Investitionsabzugsbetrag vermeiden

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Steuer Investitionsabzugsbetrag

Von Gerhard Schneider,

Was tun Sie eigentlich, wenn Sie jetzt Ihren Abschluss 2010 vorbereiten und feststellen, dass Sie mehr Gewinn gemacht haben, als erwartet? Dann ist es wahrscheinlich, dass nach Abgabe der Steuererklärung eine Nachzahlung auf Sie zukommt – für viele Selbstständige eine unangenehme Überraschung, wenn sie keine entsprechenden Beträge zurückgelegt haben. Was tun?

Eine mögliche letzte Rettung finden viele dann im Investitionsabzugsbetrag: Der Investitionsabzugsbetrag gibt Kleinunternehmern und Freiberuflern die Möglichkeit, eine steuermindernde Rücklage für eine Anschaffung innerhalb der folgenden 3 Jahre zu bilden (§ 7g Abs. 1 bis 4 Einkommensteuergesetz (EStG)). Diese Rücklage darf maximal 40 % der geplanten Anschaffungskosten betragen. Diesen Betrag können Sie dann schon im Jahr der Bildung des Investitionsabzugsbetrags wie eine Betriebsausgabe geltend machen, obwohl Sie tatsächlich noch gar kein Geld ausgegeben haben.

So nutzen Sie den Investitionsabzugsbetrag zur Gewinnminderung

Der Investitionsabzugsbetrag ist so beliebt, weil Sie mit seiner Hilfe ohne Aufwand und ohne tatsächliche Ausgaben den aktuellen steuerlichen Gewinn senken und Steuerzahlungen in die Zukunft verschieben. Zum Beispiel dann, wenn Sie – wie eingangs beschrieben – beim Jahresabschluss 2010 feststellen, dass der Gewinn unerwartet hoch war. Sie können einen Investitionsabzugsbetrag notfalls auch dann bilden, wenn Sie später gar nichts anschaffen! Dann wird allerdings eine Nachzahlung fällig, weil der Investitionsabzugsbetrag nachträglich dem Gewinn des Bildungsjahres zugeschlagen wird. Die daraus resultierende zusätzliche Steuer müssen Sie bei Nichtinvestition nachzahlen. Hinzu kommen Zinsen in Höhe von 0,5 % pro Monat ab dem 15. Monat nach Ablauf des Jahres der Bildung. Zwei aktuelle Urteile geben Ihnen jetzt noch mehr Freiheiten bei der Bildung eines solchen Investitionsabzugsbetrags:

Fall 1: Investitionsabzugsbetrag nach Kauf – auch das geht

Einen Investitionsabzugsbetrag können Sie auch für Gegenstände bilden, die Sie bereits gekauft haben.

Beispiel: Sie nutzen die Fristverlängerung für die Abgabe Ihrer Steuererklärung 2010 und geben diese erst zum 31.12.2011 ab. Dann können Sie in der Steuererklärung 2010 Investitionsabzugsbeträge für die Anschaffung der Wirtschaftsgüter bilden, die Sie in 2011 bereits gekauft haben – also vor Abgabe der Steuererklärung.

Aber Vorsicht! Ein aktuelles Urteil zeigt, wie es nicht geht. In dem Fall hatte ein selbstständiger Sachverständiger seine Steuererklärung 2007 am 31.12.2008 abgegeben. Im Dezember 2008 hatte er einen Firmenwagen gekauft – in der abgegebenen Steuererklärung 2007 dafür aber keinen Investitionsabzugsbetrag gebildet. Nach Abgabe fiel ihm auf, dass das wohl günstig gewesen wäre, und er legte Einspruch gegen den Steuerbescheid ein – mit dem Ziel einer nachträglichen Gewährung des Abzugsbetrags. Doch damit scheiterte er am Finanzamt und vor Gericht (Finanzgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 16.9.2010, Az. 12 K 12197/09).

Fall 2: Investitionsabzugsbetrag aufstocken – Versuchen Sie’s

Ein Fall wie dieser kann schnell passieren: Sie haben in 2010 einen Investitionsabzugsbetrag für einen Lieferwagen gebildet, den Sie wahrscheinlich 2012 für 20.000 € kaufen wollen. Sie haben bei Bildung in 2009 lediglich 20% der Anschaffungskosten, also 4.000€, als Rücklage geltend gemacht, weil Sie keine größere Steuerersparnis brauchten (möglich sind bis zu 40%). 2011 stellen Sie fest, dass Sie auch in diesem Jahr Ihren Gewinn reduzieren sollten. Also kommen Sie auf die Idee, den vorhandenen Investitionsabzugsbetrag für den Lieferwagen auf die Höchstgrenze von 40 % aufzustocken und in 2011 so noch einmal 4.000 € als Rücklage Steuer mindernd anzusetzen. Geht das?

Nach einem neuen Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts (vom 20.7.2010, Az. 16 K 116/10) ist genau diese nachträgliche Aufstockung eines vorhandenen Investitionsabzugsbetrags im nachfolgenden Veranlagungszeitraum jetzt möglich. Das ist überraschend. Denn: Bisher hat die Verwaltung eine Aufstockung strikt abgelehnt. Werden im Jahr der Bildung des Investitionsabzugsbetrags nicht die vollen 40% in Anspruch genommen, sei eine spätere Aufstockung unmöglich, so das Bundesfinanzministerium in seinem Schreiben zu Zweifelsfragen beim Investitionsabzugsbetrag (vom 8.5.2009, Az. IV C 6 - S 2139-b/07/10002).

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