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Sozialversicherung: Die Eckdaten für Ihre Beitragsberechnung 2009

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Lohn Gehalt Sozialversicherung

Von Günter Stein,

Die Rechengrößen, die Sie im Jahr 2009 bei allen wichtigen Abrechnungsvorgängen im Bereich der Sozialversicherung benötigen, liegen jetzt vor.

Sowohl die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) als auch die Bezugsgrößen und die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) in der Krankenversicherung werden sich ändern.

Diese Werte sind für Sie bei der Abrechnung Ihrer Teilzeitkräfte und Aushilfen besonders dann wichtig, wenn die Beschäftigten mehrere Tätigkeiten ausüben. In diesen Fällen kann es zur Überschreitung einer Beitragsbemessungsgrenze oder der JAEG in der Krankenversicherung kommen. Der Bundesrat muss den Werten zwar noch zustimmen – Änderungen sind aber keine mehr zu erwarten.

Sozialversicherung: Alle Beitragsbemessungsgrenzen steigen im Jahr 2009

Die BBG legen als Einkommensobergrenzen fest, bis zu welchem Betrag Sie das Arbeitsentgelt der Mitarbeiter in den einzelnen Versicherungszweigen zur Berechnung der Beiträge heranziehen können. Der Teil des Entgelts, der die Obergrenze übersteigt, ist nicht mehr beitragspflichtig. In der allgemeinen Rentenversicherung steigt sowohl die BBG West als auch die BBG Ost. Da die Grenze für die Arbeitslosenversicherung nach § 341 Abs. 4 Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) an die der allgemeinen Rentenversicherung gekoppelt ist, müssen Sie für die Beiträge die entsprechenden Rentenversicherungswerte ansetzen. Die einheitliche BBG (Ost und West) für die Krankenund Pflegeversicherung ist ebenfalls angehoben worden.

BBG Allgemeine Renten- und Arbeitslosenversicherung:

Jahr West Ost
2008 (monatlich) 5.300 € 4.500 €
2008 (jährlich) 63.600 € 54.000 €
2009 (monatlich) 5.400 € 4.550 €
2009 (jährlich) 64.800 € 54.600 €

BBG Kranken- und Pflegeversicherung:

Jahr West + Ost einheitlich
2008 monatlich: 3.600 €, jährlich: 43.200 €
2009 monatlich: 3.675 €, jährlich: 44.100 €

 

Sozialversicherung: Wann die JAEG für Teilzeitkräfte wichtig ist

Arbeitnehmer sind in der Krankenversicherung ab 1.1.2009 versicherungsfrei, wenn ihr regelmäßiges Jahresentgelt die JAEG 2006, 2007 und 2008 überstieg bzw. übersteigt. Außerdem muss der Verdienst auch die für das Jahr 2009 geltende JAEG überschreiten. Sämtliche Arbeitnehmer, die bisher in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei waren, werden ab 1.1.2009 versicherungspflichtig, wenn sie

  1. mit ihrem regelmäßigen Jahresverdienst die für das Jahr 2009 geltende allgemeine oder
  2. die besondere JAEG nicht mehr überschreiten.

Bei Teilzeitkräften mit mehreren Tätigkeiten müssen Sie dabei sämtliche Entgelte aus krankenversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zusammenrechnen.

Beachten Sie dabei Folgendes:

  1. Arbeitet der Mitarbeiter neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nur in einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (auf 400-€-Basis), rechnen Sie das Entgelt aus diesen beiden Beschäftigungen nicht zusammen.
  2. Übt der Mitarbeiter neben seiner versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen aus, rechnen Sie die Entgelte aus allen Minijobs mit dem aus der Hauptbeschäftigung zusammen. Nur der zeitlich zuerst aufgenommene Minijob bleibt außer Ansatz.
  3. Mehrere versicherungspflichtige Beschäftigungen rechnen Sie ebenfalls zusammen.

Beispiel: Eine Teilzeitkraft verdient 2008 in Ihrem Unternehmen 30.000 €, in einem Minijob bei einem anderen Arbeitgeber 5.000 € (zeitlich zuerst aufgenommen), in einer weiteren Teilzeitbeschäftigung 13.000 € und in einem zweiten Minijob 5.000 €. Hier rechnen Sie die Entgelte aus der Hauptbeschäftigung, aus dem 2. Teilzeitarbeitsverhältnis und aus dem 2. Minijob zusammen. Ergebnis: 48.000 € regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt. Diesen Wert prüfen Sie anhand der aktuellen JAEG.

Die JAEG für 2009 werden angehoben. Dabei müssen Sie 2009 – wie bisher – zwischen 2 unterschiedlichen JAEG unterscheiden:

  1. Die allgemeine JAEG nach § 6 Abs. 6 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) gilt für alle bisher bereits gesetzlich Krankenversicherten (GKV-Mitglieder) – gleichgültig, ob es sich dabei um Pflichtmitglieder oder freiwillige Mitglieder handelt.
  2. Die besondere JAEG nach § 6 Abs. 7 SGB V ist dagegen für alle Arbeitnehmer relevant, die am Stichtag „31.12. 2002“ wegen Überschreitens der JAEG privat krankenversichert waren.

Achtung: Voraussetzung ist allerdings, dass der private Versicherungsschutz Leistungen vorsieht, die denen einer gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Sie dürfen daher die besondere JAEG beispielsweise nicht anwenden, wenn ein Mitarbeiter lediglich über eine private Zusatzversicherung verfügt. Fragen Sie bei neuen Mitarbeitern immer nach, ob diese am 31.12.2002 wegen Überschreitens der JAEG privat krankenversichert waren, um beurteilen zu können, ob Sie die besondere oder die allgemeine Grenze ansetzen müssen und ob der Beschäftigte versicherungspflichtig ist.

Übrigens: Die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung und Pflegeversicherung ist an die besondere JAEG gekoppelt, entspricht dieser also immer (s. o.).

Jahresarbeitsentgeltgrenze in der Krankenversicherung:

Jahr Allgemeine Grenze Besondere Grenze
2006 47.250 € 42.750 €
2007 47.700 € 42.750 €
2008 48.150 € 43.200 €
2009 48.600 € 44.100 €

Die Neuregelung enthält außerdem die Bezugsgrößen in der Sozialversicherung für 2009. Diese steigen ebenfalls an. Die Bezugsgröße benötigen Sie z. B. Für

  1. die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese erhalten Sie, indem Sie für den Kalendertag den 90. Teil der monatlichen Bezugsgröße zu Grunde legen;
  2. für Auszubildende, d. h. Beispielsweise auch für bestimmte Praktikanten, die kein Arbeitsentgelt erhalten. Diese Beschäftigten sind dennoch versicherungspflichtig in allen Zweigen der Sozialversicherung.

Die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung errechnen Sie aus einer Mindestbeitragsbemessungsgrundlage, die 1% der Bezugsgröße beträgt. Ebenfalls festgelegt wurde die Entgeltobergrenze für geringfügig entlohnte Beschäftigungen. Sie wird auch im Jahr 2009 400 € monatlich betragen. Unverändert bleibt außerdem die monatliche Geringverdiener-Grenze für zur Berufsausbildung Beschäftigte bei 325 €.

Sozialversicherung: Hier rechnen Sie ab 1.1.2009 mit neuen Beitragssätzen

Die Höhe des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung sowie die Höhe des ab 1.1.2009 geltenden einheitlichen Beitragssatzes zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wurden ebenfalls kürzlich bekannt gegeben:

  1. Der allgemeine Beitragssatz zur Krankenversicherung beträgt 15,5%. Sie als Arbeitgeber zahlen davon 7,3% und Ihre Mitarbeiter zahlen 8,2%.
  2. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung beträgt 2,8%. Dieser Beitragssatz ist zunächst bis 2010 befristet.

 

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