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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und…

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Lohnabrechnung: Überstundenzuschläge - ein Muss oder ein Kann?

 
Überstundenzuschlag Lohn Gehalt Lohnabrechung

Von Günter Stein,

Die Frage: Aufgrund eines unerwartet eingegangen Auftrags haben wir Überstunden angeordnet. Müssen wir diese eigentlich zusätzlich mit einem Überstundenzuschlag vergüten?

Die Frage: Aufgrund eines unerwartet eingegangen Auftrags haben wir Überstunden angeordnet. Müssen wir diese eigentlich zusätzlich mit einem Überstundenzuschlag vergüten?

Überstundenzuschlag: Grundsätzlicher Vergütungsanspruch für Überstunden

Die Antwort: Wenn Ihr Mitarbeiter Überstunden leistet, hat er dafür grundsätzlich auch einen Vergütungsanspruch (§ 612 BGB). Nur von hoch bezahlten leitenden Angestellten können Sie „unbezahlte“ Überstunden erwarten, weil die Vergütung bei denen in der Regel von vornherein entsprechend bemessen ist.

Aber: Einen Überstundenzuschlag müssen Sie nur zahlen, wenn dies arbeits-, tarifvertraglich oder in einer Betriebsvereinbarung vorgesehen ist.

Überstundenzuschlag für Teilzeitkräfte

Achtung: Teilzeitkräfte haben außerdem nur dann Anspruch auf einen Überstundenzuschlag, wenn die betriebsübliche Vollarbeitszeit überschritten wird (BAG, 16. 6. 2004, 5 AZR 448/03).

Beispiel: Liegt diese Vollarbeitszeit bei Ihnen z. B. bei 40 Stunden/Woche, muss Ihr „25-Stunden-Teilzeiter“, Herr Fischhold, bis zu 15 Überstunden pro Woche auch ohne Zuschlag leisten.

Wichtig: Bezahlen müssen Sie übrigens nur die Überstunden, die Sie angeordnet, gebilligt oder geduldet haben oder die zur Erledigung der geschuldeten Arbeit notwendig waren. Im Streitfall muss Ihr Mitarbeiter das auch nachweisen können. Dazu muss er etwa die Tage und Zeiten angeben, an denen er Überstunden geleistet hat, und gegebenenfalls auch die Tätigkeiten benennen, die er Ihnen schuldete, aber nur mit Überstunden erbringen konnte (LAG Rheinland-Pfalz, 6. 2. 2009, 6 Sa 337/08).

Überstundenzuschlag: Wie Sie nur angeordnete Überstunden bezahlen müssen

Tipp: Damit Ihre Mitarbeiter gar nicht erst in die Versuchung kommen, still und heimlich unerwünschte Überstunden zu horten, nehmen Sie in Ihre Arbeitsverträge am besten eine Regelung auf, nach der nur ausdrücklich angeordnete Überstunden bezahlt werden. Damit ist dann auch klar, dass Sie „heimliche“ Überstunden nicht dulden:

Ein Anspruch auf die Vergütung von Überstunden besteht nur, wenn diese angeordnet oder genehmigt wurden oder wenn die Überstunden aus dringenden betrieblichen Interessen erforderlich waren und dem Vorgesetzten Beginn und Ende der Überstunden spätestens am folgenden Tag vom Arbeitnehmer schriftlich angezeigt werden.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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