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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und…

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Mitarbeiter in der Gleitzone: Rechnen Sie noch richtig?

 
Gleitzone Lohnabrechung Abgabe Sozialversicherung

Von Günter Stein,

Es klingt ja fast ein wenig unanständig … Aber Arbeitnehmer, deren Gehalt sich im Bereich von 400,01 Euro bis 800 Euro bewegt, befinden sich in der Gleitzone. Was das bedeutet, wissen Sie als Entgeltabrechner natürlich sofort: Bei diesen Mitarbeitern steigt die Beitragslast zur Sozialversicherung progressiv bis zur „normalen“ Höhe, an. Je höher das Arbeitsentgelt in der Gleitzonenspanne – umso höher die Abgaben.Beispiel:Ergebnis:1. Schritt:2. Schritt:3. Schritt:4. Schritt:

Um die Abgabenhöhe ermitteln zu können, ist ein wenig Rechnerei erforderlich. Denn der „Beitragsabschlag“ für die Arbeitnehmer wird dadurch erreicht, dass Sie den Ausgangswert für die Beitragsrechnung, also die Beitragsbemessungsgrundlage, mit Hilfe der Formel

F × 400 + (2 - F) × (Arbeitsentgelt - 400)

vermindern. Das Ergebnis ist das „verminderte Gleitzonenentgelt“. Der Faktor F lag seit 1.1.2009 bei 30 : 40,15 = 0,74719, gerundet = 0,7472.

Gleitzone: Seit 1.1.2010 gilt ein neuer Faktor!

Seit 1.1.2010 liegt der Faktor F aber nun bei 0,7585. Das wiederum hat Auswirkung auf die „vereinfachte“ Formel, mit der Sie seit dem 1.1.2010 das beitragspflichtige Arbeitsentgelt berechnen. Diese lautet:

1,2415 x tatsächliches Arbeitsentgelt – 193,20 = beitragspflichtiges Arbeitsentgelt.

Diese Formel nehmen Sie also für alle Gleitzonengehälter zur Berechnung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts her!

Beispiel:

Mitarbeiterin Petra Müller verdient 600 Euro. Dann rechnen Sie wie folgt:

1,2415 x 600 € - 193,20 = 551,70 €

Um nun aus dem Gleitzonenentgelt den Arbeitnehmerbeitrag für den jeweiligen Sozialversicherungszweig zu ermitteln, berechnen Sie zunächst den Gesamtbeitrag pro Versicherungszweig nach der Formel:

Gleitzone: Gleitzonenentgelt x ½ (halber) Beitragssatz mal 2.

Beispiel Rentenversicherung. Deren voller Satz liegt derzeit bei 19,9 %. Sie rechnen also:

551, 70 € x 9,95 % x 2 = 109,78 €.

Der konkrete Beitrag zur Rentenversicherung für den Mitarbeiter ergibt sich, indem Sie vom Gesamtbetrag den Arbeitgeberbeitrag auf Basis des tatsächlichen Arbeitsentgelts abziehen. (19,9 % von 600 € / 2 = 59,70 €). Ihre Rechnung sieht also so aus:

109,79 € - 59,70 € = 50,08 €.

Ergebnis:

Für Mitarbeiterin Petra Müller mit ihren 600 Euro Einkommen führen Sie zur Rentenversicherung als

  • Arbeitgeberbeitrag 59,70 € und als
  • Arbeitnehmerbeitrag 50,09 €

 

 

Achtung Krankenversicherung!

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung gilt seit 1.1.2009 eine Besonderheit! Hier tragen Arbeitgeber nur die Hälfte der Beiträge aus dem Arbeitsentgelt nach dem um 0,9 % verminderten allgemeinen oder ermäßigten Beitragssatz.

Wenn Sie bei der Abrechnung alles richtig machen wollen, gehen Sie auf jeden Fall so vor:

1. Schritt:

Sie berechnen die Beitragsbemessungsgrundlage wie oben beschrieben. Allerdings abzüglich der 0,9 Prozent. Satz derzeit gesamt: 14,9 %. Sie gehen von 14,9 % - 0,9 % = 14 Prozent aus.

2. Schritt:

Sie berechnen den Arbeitgeberanteil wie oben beschrieben.

3. Schritt:

Denn Arbeitgeberanteil ziehen Sie vom Gesamtbetrag ab und haben damit den Arbeitnehmeranteil ohne Zuschlag.

4. Schritt:

Nun addieren Sie schließlich den Zuschlag von 0,9 %, den sie ebenfalls aus der reduzierten Beitragsbemessungsgrundlage ermittelt haben. Fertig.

Gleitzone - Und weil Beispiele im Leben alles schön anschaulich machen, habe ich zum Abschluss natürlich noch ein Beispiel für Sie:

  • Mitarbeiterin Petra Müller verdient 600 Euro bei Ihnen.
  • Das Gleitzonenentgelt, das Sie zur Berechnung heranziehen beträgt, wie im Beispiel eben, 551,70 Euro.
  • Ihr monatlicher Arbeitnehmerbeitrag zur Krankenversicherung beträgt somit 35,24 Euro.
  • Hinzu kommt der Zuschlag in Höhe von 551, 70 € x 0,9 % = 4,97 €

 

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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