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Die Angehörigen-Falle

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Von Gerhard Schneider,

Den Ehegatten oder Lebenspartner als 450-€-Jobber einzustellen ist oft ein gute Idee – schnell können Sie so Steuern sparen. Doch Achtung: Ein aktuelles Fallbeispiel zeigt, dass die Finanzämter sehr genau hinschauen.

 

Das Fallbeispiel: Ein Freiberufler (Zahnarzt) hatte mit seiner Frau einen Arbeitsvertrag geschlossen. 45 Stunden pro Monat sollte sie für ihn arbeiten. Diese 45 Stunden konnte seine angestellte Frau frei gestalten. Eine nähere Konkretisierung zur Arbeitszeit gab es nicht. Im Arbeitsvertrag wurde die Tätigkeit mit „Mitwirkung bei verwaltungstechnischen Arbeiten in der Zahnarztpraxis“ beschrieben. Laut Auskunft des Arztes ­erstreckte sich die Arbeit vor allem auf die Vorbereitung der Buchhaltung, des Zahlungsverkehrs sowie der zahnärztlichen Kassen- und Privatabrechnung. Die Ehefrau arbeitete dabei von zu Hause aus. Das Gehalt der Ehefrau machte der Zahnarzt als steuermindernde Betriebsausgabe geltend. Doch als der Betriebsprüfer des Finanzamts anrückte, wurde ihm der Betriebsausgabenabzug gestrichen. „Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Ehefrau auch tatsächlich Aufgaben für die Praxis erledigt hat“, so der Prüfer. Der Fall landete vor Gericht.

So entschied das Gericht

Das gezahlte Gehalt wird nicht als ­Betriebsausgabenabzug anerkannt. Der Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin sei nicht „fremdüblich“. Mit einer fremden Kraft hätte der Arbeitgeber einen Vertrag geschlossen, aus dem sich konkret ergibt, welche Tätigkeiten die Arbeitnehmerin zu verrichten hätte. Zudem hätte er einen Arbeitsnachweis (Stundenzettel oder Ähnliches) verlangt. All das fehlte hier. Aus diesem Grund hatte das Finanzamt bzw. der Betriebsprüfer richtig entschieden, als er den Betriebsausgabenabzug strich (jetzt veröffentlichtes Urteil des FG Düsseldorf vom 6.11.2012, Az. 9 K 2351/12 E).
Doch wegen dieses harten Urteils müssen Sie nicht auf den Vorteil verzichten. Mit den folgenden Tipps umgehen Sie alle Hürden und profitieren von dieser Gestaltungsmöglichkeit optimal.

 

Tipp 1: Immer einen schriftlichem Arbeitsvertrag aufsetzen

Schließen Sie immer einen schriftlichen Arbeitsvertrag, in dem auf jeden Fall die folgenden Punkte enthalten sind:

  • Wer sind die Vertragspartner?
  • Wann beginnt das Arbeitsverhältnis?
  • Welche Tätigkeiten nimmt der Arbeitnehmer wahr? (So genau wie möglich beschrieben, also nicht „allgemeine Verwaltung“, sondern etwa „Buchführung, insbesondere Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, Mahnwesen und Führen des Korrespondenzarchivs“.)
  • Höhe und Fälligkeit des Gehalts
  • Arbeitszeit
  • Urlaub
  • Regelungen zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Kündigungsfrist)

Tipp 2: Fremdvergleich

Das wird häufig übersehen: Sie dürfen bei Ihrem angestellten Ehegatten oder Angehörigen kein bisschen großzügiger sein als gegenüber anderen Angestellten. Das heißt mit anderen Worten: Sie sollten Ihren Ehegatten als Angestellten so behandeln wie jeden anderen auch, sonst droht die Aberkennung des Betriebsausgabenabzugs. Diese Fallen sind in diesem Zusammenhang am häufigsten:

  • Zu hohes Gehalt: Zahlen Sie nicht mehr als für diese Tätigkeit üblich!
  • Sonderleistungen: Gewähren Sie Ihrem Ehegatten als Mitarbeiter Sonderleistungen (z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Kindergartenzuschuss etc.), müssen Sie diese allen vergleichbaren Mitarbeitern auch gewähren.
  • Urlaub: Vergessen Sie keinesfalls, Ihrem Ehegatten den gleichen Urlaub zu gewähren wie allen anderen Mitarbeitern!
  • Probezeit: Weil Sie mit jedem anderen Mitarbeitern immer eine Probezeit ­vereinbaren würden, darf eine solche Regelung in Ihrem Angehörigen-Arbeitsvertrag nicht fehlen!

Tipp 3: Weisen Sie die Tätigkeit nach

Hier ist ein Schritt, den die meisten Selbstständigen noch übersehen und der auch beim Eingangsbeispiel des Zahnarztes für den Ärger gesorgt hat: Das Finanzamt will heute Belege dafür haben, dass Ihr Ehegatte oder Angehöriger auch tatsächlich gearbeitet hat. Dazu ergreifen Sie 3 Maßnahmen:

  • Sorgen Sie dafür, dass ein Arbeitsplatz vorhanden ist.
  • Überweisen Sie das vereinbarte Gehalt vereinbarungsgemäß und regelmäßig auf eine eigenes Konto des Ehegatten (nicht auf ein gemeinsames Konto!).
  • Führen Sie einen Stundenzettel, um nachzuweisen, dass der Ehegatte auch tatsächlich gearbeitet hat.

 

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