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Darf Ihr Mitarbeiter einen ihm überlassenen Firmenwagen auch für private Fahrten nutzen, entsteht ein geldwerter Vorteil. In der Praxis stehen Ihnen...

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Firmenwagen: Kann ich mit einem Lieferwagen Steuern sparen?

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Firmenwagen
Urheber: ldprod | Fotolia

Von Gerhard Schneider,

Frage: Ich suche nach Möglichkeiten, mit meinem Firmenwagen mehr Steuern zu sparen. Hier ist meine neue Idee: Ich kaufe mir einfach als nächstes Firmenfahrzeug einen Liefer- oder Kastenwagen.

Bisher habe ich einen normalen Kombi. Den neuen Wagen melde ich dann am besten noch als Lastwagen an. Das ist dann ein typisches Firmenfahrzeug, das normalerweise nur für betriebliche Fahrten genutzt wird. Dann brauche ich keinen Privatanteil zu versteuern! Ist das so möglich?

Antwort: Diese Steuer-Spar-Idee kann schnell nach hinten losgehen. Denn: Wenn Sie keinen anderen Wagen zur Verfügung haben, geht das Finanzamt automatisch davon aus, dass Sie z. B. auch einen typischen Lieferwagen für private Zwecke nutzen.

Folge: Das Finanzamt will Steuern für den Privatanteil kassieren. Wenn das Finanzamt den Sachverhalt erst nach Jahren überprüft, kann es passieren, dass es den Privatanteil für diese Jahre auf einen Schlag nachfordert. Dadurch können empfindlich hohe Summen zusammenkommen!

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Doch beim Zweitwagen kann diese Idee funktionieren

Beispiel: Sie haben 2 Autos, eines nutzen Sie überwiegend beruflich, fahren damit zu Kunden und transportieren auch häufiger etwas für den Betrieb: Werkzeuge, Waren, umfangreichere Unterlagen etc. Den anderen Wagen nutzen Sie überwiegend privat. Auch in diesem Fall gehen die Finanzämter immer wieder davon aus, dass Sie auch den ersten Wagen für Privatfahrten nutzen. Sie müssen deshalb den Privatanteil versteuern, den Sie per 1-%-Methode oder Fahrtenbuch ermitteln. Das ist ärgerlich und teuer – vor allem dann, wenn Sie den ersten Wagen tatsächlich so gut wie gar nicht privat nutzen. Praktischer wäre es doch, wenn Sie alle Kosten für den ersten Wagen zu 100 % als Betriebsausgaben absetzen könnten!

Mögliche Lösung: Kaufen Sie für die betrieblichen Fahrten einen Kastenwagen, der nach Beschaffenheit und Einrichtung nicht für private Zwecke geeignet ist (z. B.: keine Rückbank). Denn nach einem Urteil, das der Bundesfinanzhof schon vor Jahren gefällt hat (18.12.2008, Az. VI R 34/07), muss für solche Wagen kein Privatanteil versteuert werden, wenn ein anderer Wagen zur privaten Nutzung vorhanden ist.

Wichtige Voraussetzungen, damit diese Gestaltung funktioniert

  • Sie sollten einen anderen Wagen vorweisen können, den Sie auch für Ihre Privatfahrten nutzen.
  • Sie sollten (z. B. durch Fotos) belegen können, dass Sie häufig betrieblich etwas transportieren. Beispiel: Sie weisen nach, dass Sie regelmäßig sperriges Werkzeug zu Kunden bringen oder immer wieder größere Einkäufe für den Betrieb mit dem Wagen erledigen müssen. Dann kann Ihnen der Privatanteil für den Firmenwagen erspart bleiben.
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