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Was tun bei Suchtproblemen von Auszubildenden?

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Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung

Von Günter Stein,

Jugendliche trinken heute im Schnitt mehr Alkohol als noch vor zwei Jahren. Auch der Drogenkonsum nimmt zu. Natürlich macht dieses Problem auch beim Thema Ausbildung nicht Halt.

Wenn Ihr Azubi am Wochenende feiert und einen über den Durst trinkt, braucht Sie als Ausbildungsverantwortlichen das nicht zu interessieren. Die Situation ändert sich jedoch, wenn das Problem 1. am Ausbildungsplatz erkennbar wird oder es sich 2. offensichtlich um ein Suchtproblem handelt.

1. Übermäßiger Konsum von Suchtmitteln während der Ausbildungszeit

Der Konsum von Alkohol, Drogen und Medikamenten kann sich negativ auf die Ausbildungsleistung auswirken. Das gilt auch für den gelegentlichen Konsum, zum Beispiel bei starkem Alkoholverzehr am Abend vor der Arbeit oder der Einnahme einer Beruhigungstablette am Morgen. Mögliche Folgen sind:

  • eingeschränktes Reaktionsvermögen

  • falsche Einschätzung von Gefahren

  • geringere Konzentrationsfähigkeit

  • eingeschränkte räumliche Wahrnehmung

Als Ausbildungsverantwortlicher müssen Sie reagieren: mit der ausbildenden Abteilung Rücksprache halten und mit dem Azubi ein ernstes Gespräch führen. Stellen Sie den übermäßigen Konsum von Suchtmitteln fest, müssen Sie den Azubi von allen Arbeiten entbinden, die eine Gefahr für ihn darstellen könnten, und ihn im Zweifelsfall zum Ausnüchtern nach Hause schicken. Unterlassen Sie diese Pflichten, dann trifft Sie ein Mitverschulden, falls der Azubi oder eine dritte Person geschädigt werden. Im Wiederholungsfall kann der Missbrauch von Drogen und Alkohol eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen. Dabei ist es unerheblich, ob der Konsum im Betrieb oder außerhalb stattfand.

2. Wenn Ihr Azubi ein Suchtproblem hat

Wenn Ihr Azubi ein Suchtproblem hat, stellt sich die Sachlage allerdings völlig anders dar. Denn Sucht ist eine Krankheit und muss behandelt werden. Eine außerordentliche Kündigung kommt damit nur noch im Ausnahmefall in Frage.

Eine Sucht liegt dann vor, wenn der betroffene Azubi nicht mehr in der Lage ist, seinen Konsum von Drogen oder Alkohol zu kontrollieren. Lässt sich das nicht eindeutig feststellen, sollten Sie diese wichtige Frage in einem persönlichen Gespräch mit dem Azubi klären. Fordern Sie den Azubi auf, sich in medizinische Hilfe zu begeben und wenn erforderlich, an einer Erziehungstherapie teilzunehmen. Um einen Zeugen zu haben, sollten Sie dieses Gespräch im Beisein eines Kollegen führen, unter Umständen auch mit dem Betriebsrat und einem Betriebsarzt. Sie sollten das Gespräch auf jeden Fall dokumentieren und das Schriftstück vom Auszubildenden unterschreiben lassen.

Die Kündigung eines suchtkranken Azubis ist nur bei vollkommen inakzeptablem Fehlverhalten möglich. Anlässe sind Tätlichkeiten gegenüber Kollegen, schwere Beleidigungen, sexuelle Belästigung und Straftaten gegenüber dem Arbeitgeber, wie Diebstahl. Ohne diese groben Verstöße kommt eine Kündigung nicht in Frage. Dafür ist das Gegenteil verpflichtend und notwendig: Hilfestellungen durch Gespräche, Einbeziehung von Fachleuten, Therapien und Schutz vor gefährlichen Arbeiten.

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