Gratis-Download

Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

Jetzt downloaden

So halten Sie Lenk- und Ruhezeiten richtig ein

0 Beurteilungen

Erstellt:

Frage: Wir haben einen eigenen Fuhrpark, allerdings ist es manchmal schwierig zu durchschauen, ob die Lenk- und Ruhezeiten ordnungsgemäß eingehalten werden. Wo finde ich die einschlägigen Vorschriften?

 

Antwort: Die Lenk- und Ruhezeiten im Straßenverkehr sind in mehreren deutschen und europäischen Gesetzen und Verordnungen festgelegt. Im Folgenden sind 7 Lenk- und Ruheregeln zusammengestellt.
Bei den Lenk- und Ruhezeiten müssen Sie vor allem die Vorgaben dieser Gesetze und Verordnungen im Auge behalten:

  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
  • Europäisches Übereinkommen über die Arbeit des im internationalen Straßenverkehr beschäftigten Fahrpersonals (AETR)
  • Verordnung (EG) Nr. 561/2006 zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr (VO 561/2006)

 

 

Grundsätzlich gilt das deutsche Arbeitszeitgesetz, das sich aber nur zu den zulässigen Arbeitszeiten äußert. Die Einzelheiten der Lenk- und Ruhezeiten hingegen sind europaweit geregelt. Die wichtigsten Vorgaben lassen sich in 7 Lenk- und Ruheregeln zusammenfassen:

  1. Die normale Tageslenkzeit darf 9 Stunden nicht überschreiten (AETR Art. 6). Gewissermaßen auf Mitte – nach 4,5 Stunden – muss der Fahrer mindestens 45 Minuten Pause einlegen (AETR Art. 7).
  2. Der Tageslenkzeit muss die normale Tagesruhezeit gegenüberstehen, die auf 11 Stunden festgelegt ist, und zwar mindestens und ohne Unterbrechung (§ 5 ArbZG). Tagesruhezeit zählt in einem Fahrzeug mit Fahrerkabine nur, während das Fahrzeug steht (AETR Art. 8).
  3. Höchstens zweimal pro Woche darf die Tageslenkzeit um eine Stunde auf 10 Stunden verlängert werden (AETR Art. 6). Die Pausenpflicht nach jeweils 4,5 Stunden gilt auch für diese verlängerte Tageslenkzeit.
  4. Die Pausen von 45 Minuten dürfen auch aufgeteilt werden, zum Beispiel in eine Viertelstunde nach 2,5 und eine halbe Stunde nach weiteren 2 Stunden Fahrt (AETR Art. 7).
  5. Außerdem ist eine Wochenruhezeit von 45 Stunden vorgeschrieben (AETR Art. 8). Ebenfalls mindestens und ohne Unterbrechung, und zwar spätestens nach 6 Tageslenkzeiten bzw. 6 mal 24 Stunden (AETR Art. 6).
  6. Zwischen zwei vollen Wochenruhezeiten von 45 Stunden darf die Wochenruhezeit einmal auf 24 Stunden verkürzt werden (VO 561/2006 Art. 8). Die fehlende Ruhezeit muss jedoch spätestens vor Ende der dritten Woche nachgeholt, also an die Ruhezeit der dritten Woche angehängt werden (AETR Art. 8).
  7. Auch die Tagesruhezeit darf verkürzt werden, und zwar auf 9 Stunden (§ 7 ArbZG). Allerdings höchstens dreimal zwischen zwei Wochenruhezeiten (VO 561/2006 Art. 8).

Denken Sie immer daran, dass Lenkzeitverstöße richtig teuer werden können – für Ihren Fahrer bis zu 5.000 und für Sie als Arbeitgeber bis zu 15.000 Euro.

Logistik & Export aktuell

Praxis-Informationen für Logistiker und exportierende Unternehmen zu Lagerverwaltung, Exportkontrolle, Haftung, zum richtigen Umgang mit Ihrem Personal und zur Senkung von Treibstoffkosten.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Bewährtes Praxis-Knowhow für Logistikprofis

Verantwortung übernehmen | Betriebskosten senken | Sicherheit schaffen

Nutzen Sie jetzt die besten Praxistipps für Ihren Erfolg in der Transport- und Logistikwelt.

Bewährtes Praxis-Knowhow für Logistikprofis

Verantwortung übernehmen | Betriebskosten senken | Sicherheit schaffen