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Niemand muss krank am Arbeitsplatz erscheinen. Trotzdem lohnt es sich für Sie als Arbeitgeber, genauer hinzuschauen. Es stimmt leider, dass manche...

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Anzeige und Nachweis der Arbeitsunfähigkeit: Diese Informationspflichten haben Ihre Mitarbeiter

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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Urheber: Alexander Raths | Fotolia

Von Arno Schrader,

Für Sie als Arbeitgeber zählt jede Minute, wenn ein Mitarbeiter sich krankmeldet. Vielen Arbeitnehmern ist es vielleicht nicht bewusst, aber die gesetzlichen Vorschriften zu den Mitteilungspflichten sind nicht ohne Grund eindeutig und streng.

Unverzügliche Krankmeldung ist Arbeitnehmerpflicht

Ihr Mitarbeiter ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen als Arbeitgeber seine Arbeitsunfähigkeit unverzüglich anzuzeigen (§ 5 Abs. 1 Satz 1 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG)). Sie sollen durch diese frühzeitige Anzeige die Möglichkeit erhalten, die notwendigen betrieblichen Dispositionen zu treffen, um den ausgefallenen Mitarbeiter zu ersetzen. Die Pflicht zur unverzüglichen Anzeige besteht deshalb auch, wenn Ihr Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat, sich bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Urlaub befindet oder die Arbeitsunfähigkeit in die Verlängerung geht, also länger dauert, als zunächst mitgeteilt oder in der ärztlichen Bescheinigung angegeben wurde.

Der Anruf nach dem Arztbesuch ist regelmäßig zu spät!

Clevere Arbeitnehmer versuchen, sich häufig mit einer Ausrede um den frühen Anruf in der Firma zu drücken, damit sie morgens nicht so früh aus den Federn müssen. Dies gilt vor allem an Montagen, wenn sich die drohende Krankheit schon am Wochenende angekündigt hat. Als Arbeitgeber hören Sie dann oft, dass er zuerst zum Arzt habe gehen müssen, um zu erfahren, ob dieser ihn überhaupt „krankschreibt“. Falsch! Ist sich der Mitarbeiter nicht sicher, ob seine Beschwerden für eine Arbeitsunfähigkeit ausreichen, muss er Sie bereits zum vorgesehenen Arbeitsbeginn anrufen und Ihnen von dem beabsichtigten Arztbesuch berichten. Erst nachher anzurufen ist definitiv zu spät!

Das muss Ihr Mitarbeiter mit seiner Krankmeldung mitteilen

Auch wenn Ihr Mitarbeiter Sie unverzüglich kontaktiert, mit einem einfachen „Ich bin krank“ brauchen Sie sich nicht zufriedenzugeben. Vielmehr können Sie von dem Arbeitnehmer verlangen, dass er Ihnen außerdem erklärt, wie lange seine Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich (fort-)dauern wird. Angaben über Art und Ursache der Erkrankung können Sie von Ihrem Mitarbeiter jedoch nicht fordern.

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Sonderfall: Krank im Ausland

Erkrankt der Arbeitnehmer im Ausland, etwa während seines Urlaubs, so muss er Ihnen deshalb seine Arbeitsunfähigkeit ebenfalls mit der „schnellstmöglichen Art der Übermittlung“ anzeigen (§ 5 Abs. 2 Satz 1 EFZG). Zusätzlich muss Ihr Mitarbeiter Ihnen bei einer Auslandserkrankung noch mitteilen, wo er sich aufhält (vollständige Urlaubsanschrift) und seine Rückkehr ins Inland unverzüglich anzeigen (§ 5 Abs. 2 Satz 7 EFZG).

Auf den richtigen Ansprechpartner kommt es an

Probleme entstehen in der betrieblichen Praxis immer wieder deswegen, weil der Arbeitnehmer zwar seine Erkrankung im Betrieb gemeldet hat, aber die zuständigen Stellen hierüber nicht informiert wurden. Nach dem Gesetz muss die Meldung gegenüber Ihnen als Arbeitgeber oder einem von Ihnen benannten Vertreter erfolgen. Die bloße Nachricht an einen Kollegen genügt deshalb regelmäßig nicht.

Tipp! Schaffen Sie klare und verbindliche Regelungen für den Krankheitsfall. Ein Hinweis am Schwarzen Brett mit entsprechenden Verhaltensregeln, Kommunikationswegen und den jeweiligen Ansprechpartnern für die Krankmeldung (Abteilungsleiter oder Personalabteilung) hilft im Krankheitsfall nicht nur Ihnen, sondern auch Ihren Mitarbeitern.

Nachweis der Arbeitsunfähigkeit: Wann der „gelbe Schein“ Pflicht ist

Ob der Mitarbeiter zusätzlich zur Krankmeldung verpflichtet ist, eine ärztliche Bescheinigung (sog. AU-Bescheinigung) vorzulegen, hängt von der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ab. Nach dem Gesetz muss er Ihnen erst bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 3 Tagen am darauffolgenden 4. Tag ein ärztliches Attest vorlegen (§ 5 Abs. 1 Satz 2 EFZG). Für kürzere Fehlzeiten besteht dagegen keine gesetzliche Vorlagepflicht. Sie können das Attest aber auch bereits früher verlangen. Wann und wie: Das erfahren Sie in der linken Randspalte.

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