Was Sie über Abmahnung und Kündigung unbedingt wissen müssen

Allgemein betrachtet ist eine Abmahnung eine Rüge des Arbeitgebers, mit der er das Verhalten eines seiner Arbeitnehmer beanstandet. Damit für beide Seiten klar und deutlich erkennbar ist, dass es sich im vorliegenden Fall nicht lediglich um einen vorsichtigen Verbesserungswunsch des Arbeitgebers handelt, sondern um eine ernstzunehmende Beschwerde, nutzt er eine Abmahnung. Damit macht er klar, dass er im Wiederholungsfall nicht gewillt ist, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen. So hängen Abmahnung und Kündigung eng zusammen.

Was eine Abmahnung enthalten muss um zu einer Kündigung zu führen

Um eine verhaltensbedingte Kündigung auszusprechen, muss der Arbeitgeber zunächst Abmahnungen erteilen. Zu den verhaltensbedingten Kündigungen gehören alle, die auf eine Nicht- oder eine Mindererfüllung der Arbeitnehmerpflichten zurückzuführen sind. Das können zum Beispiel Be­lei­di­gun­gen oder Tätlich­kei­ten ge­genüber Vor­ge­setz­ten, Kol­le­gen oder Kun­den sein, aber auch Unterschlagungen und Diebstahl gehören dazu. Das Spektrum ist jedoch noch viel weitläufiger, insbesondere weil hierzu auch Verstöße gegen die betriebliche Ordnung, wie z.B. Verstoß gegen das Alkoholverbot gehören.

Schritte von der Abmahnung zur Kündigung

Die Formvorschriften sind auf den ersten Blick recht locker. So kann eine Abmahnung auch als Rüge oder Verwarnung tituliert werden und muss noch nicht einmal schriftlich fixiert werden, um rechtliche Gültigkeit zu erlangen. Eine schriftliche Fixierung ist aber praktisch unumgänglich, da die Abmahnung zum einen der Personalakte zugeführt werden muss, des Weiteren ist sie bei einer auf die Abmahnung folgenden Kündigung oft ein wichtiges Beweismittel vor Gericht.

Ohne diese Inhalte führt keine Abmahnung zur Kündigung

  1. Beschreiben Sie das Fehlverhalten konkret und präzise. Belegen Sie die Darstellung auch durch die Angabe von Datum, Ort und Zeit des Fehlverhaltens
  2. Nehmen Sie auf jeden Fall einen Hinweis auf die Vertragswidrigkeit des Verhaltens Ihres Arbeitnehmers auf
  3. Fordern Sie Ihren Arbeitnehmer klar auf, künftig das vertragswidrige Verhalten einzustellen
  4. Stellen Sie klar, dass Sie das Arbeitsverhältnis kündigen werden, wenn der Arbeitnehmer sein Fehlverhalten wiederholt.

Bei besonders schwerwiegenden Verstößen ist keine Abmahnung vor Kündigung notwendig. Zum Beispiel wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitnehmer sein Verhalten zukünftig ändern wird. Oder wenn dem Arbeitnehmer bewusst hätte sein müssen, dass das Verhalten zur Kündigung führen würde. Auch eine nachhaltige Zerstörung des Vertrauensverhältnisses erlaubt eine verhaltensbedingte Kündigung ohne Abmahnung.

Wie häufig vor der Kündigung abgemahnt werden muss

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass grundsätzlich drei Abmahnungen notwendig sind, dies ist aber nicht korrekt. Allerdings sollten insbesondere bei relativ leichten Pflichtverletzungen zwei oder drei Abmahnungen ausgesprochen werden.

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