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Kostenfaktor Krankheit: 5 Tipps, mit denen Sie Geld sparen!

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Von Günter Stein,

Kranke Mitarbeiter kosten Sie als Arbeitgeber gleich doppelt Geld. Einerseits sind Sie nach § 3 Absatz 1 Satz 1 EFZG verpflichtet, für die ersten 6 Wochen der Arbeitsunfähigkeit das Gehalt fortzuzahlen. Zusätzlich müssen Sie die ausfallende Arbeitsleistung ausgleichen, indem Sie anderen Mitarbeitern Überstunden zahlen oder über eine Zeitarbeitsfirma eine Ersatzkraft anheuern. Kosten über Kosten! Die folgenden 5 Tipps helfen Ihnen, Geld zu sparenWichtiger Hinweis:

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Arbeitsunfähigkeit - Tipp 1: Kein Geld für Neuanfänger

Ein besonders ärgerlicher Fall: Gerade haben Sie einen neuen Mitarbeiter eingestellt und schon meldet er sich krank. Was in dieser Situation in der Praxis oft vergessen wird: Neue Mitarbeiter haben nach § 3 Absatz 3 EFZG erst nach 4-wöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Mit anderen Worten: In den ersten 4 Wochen müssen Sie einem neu eingestellten Mitarbeiter im Falle einer Arbeitsunfähigkeit das Gehalt nicht fortzahlen.

Beispiel: Kaum da, schon krank

Sie haben Ulrike W. neu eingestellt. Nach 1 Woche klingelt morgens das Telefon und Ulrike W. teilt Ihnen mit, dass Sie nun vom Arzt 4 Wochen krankgeschrieben worden ist. Folge: Die 4-wöchige Wartefrist gilt auch hier, so dass Sie Ulrike W. für die kommenden 3 Wochen kein Gehalt zahlen müssen. Erst ab dem 1. Tag der 5. Beschäftigungswoche hat Ulrike W. einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, und zwar dann für die noch verbleibende eine Krankheitswoche Bundesarbeitsgericht (BAG), Urteil vom 26.05.1999, Az. 5 AZR 338/98). Würde Ulrike W. weitere 5 Wochen krankgeschrieben, müssten Sie für diese Zeit auch die Vergütung zahlen.

Wichtiger Hinweis: Für Lehrlinge, die in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen

werden, gilt die 4-wöchige Wartefrist nicht. Auszubildende haben im Falle einer Übernahme ab dem 1. Tag Anspruch auf Entgeltfortzahlung (BAG, Urteil vom 20.08.2003, 5 AZR 436/02).

Arbeitsunfähigkeit - Tipp 2: Kein Geld für Uneinsichtige

Nicht jeder Mitarbeiter verhält sich im Krankheitsfall so, dass er schnell wieder gesund wird. Zwar muss ein arbeitsunfähiger Mitarbeiter je nach Krankheitsbild nicht unbedingt das Bett hüten. Andererseits hat jeder Mitarbeiter während seiner Arbeitsunfähigkeit die Pflicht, seine Genesung nicht durch uneinsichtiges Verhalten zu verzögern. Verstößt ein Mitarbeiter gegen diese Pflicht, müssen Sie als Arbeitgeber sein Gehalt nur für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit zahlen, die die Krankheit bei pflichtgemäßem Verhalten gedauert hätte (Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm, Urteil vom 28.08.1991; Az.: 15 So 437/91).

Beispiel: Kegeln trotz Krankheit

Ihre Stenotypistin Marion I. ist wegen einer Sehnenscheidenentzündung für 3 Wochen krankgeschrieben. Nach 14 Tagen erzählt Ihnen der Vorgesetzte von Marion I., er habe sie zufällig in einem Lokal getroffen, wo sie mit Freundinnen kegelte. Am nächsten Tag ruft Marion I. in Ihrem Betrieb an und erklärt, die Entzündung habe sich unerwartet noch einmal verschlechtert und sie sei noch weitere 2 Wochen krank.

Folge: In diesem Fall müssen Sie die Entgeltfortzahlung nur für die Zeit leisten, die die Krankheit bei einem pflichtgemäßen Verhalten von Marion I. gedauert hätte.

Sollten Sie sich mit dem Nachweis schwer tun, können Sie ggf. alternativ nach § 4a des Entgeltfortzahlungsgesetzes zumindest die Entgeltfortzahlung beschränken, wenn Sie eine entsprechende Vereinbarung im Arbeitsvertrag getroffen haben: Denn nach diesem Paragrafen ist es möglich, eine Vereinbarung über die Kürzung von Leistungen, die der Arbeitgeber zusätzlich zum laufenden Arbeitsentgelt erbringt (Sondervergütungen für Zeiten der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit zu treffen. Die Kürzung darf für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit maximal ein Viertel des Arbeitsentgelts betragen, das im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt.

Arbeitsunfähigkeit - Tipp 3: Lassen Sie andere zahlen!

Bei Sport- und Verkehrsunfällen Ihrer Mitarbeiter sollten Sie immer aufhorchen! Stellt sich heraus, dass ein Dritter die Arbeitsunfähigkeit verschuldet hat, und dieser Ihrem Mitarbeiter gegenüber zum Ersatz des Verdienstausfalls verpflichtet ist, so geht dieser Anspruch auf Sie als Arbeitgeber über, wenn Sie Entgeltfortzahlung geleistet haben (§ 6 Absatz 1 EFZG).

Beispiel: Straftat im Strafraum

Ihr Mitarbeiter und Hobby-Fußballer Lukas P. trifft bei einem Ligaspiel am Sonntag nicht den Ball, sondern den Gegenspieler. Der steht auf und schlägt Lukas P. mit der Faust ins Gesicht, der daraufhin 1 Woche krankgeschrieben wird. Folge: Lukas P. hat gegen den Schläger einen Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls. Dieses Geld steht Ihnen zu, da Sie die Entgeltfortzahlung geleistet haben.

Tipp: Wenn sich Arbeitnehmer weigern, Ihnen den Namen und die Anschrift des Schädigers mitzuteilen, können Sie nach § 7 Absatz 1 Nr. 2 EFZG die Entgeltfortzahlung an Ihren Mitarbeiter verweigern.

Arbeitsunfähigkeit - Tipp 4: Kein Schein, kein Geld

Spätestens nach 3 Krankheitstagen ist Ihr Mitarbeiter verpflichtet, Ihnen seine Arbeitsunfähigkeit mittels einer ärztlichen Bescheinigung am darauffolgenden Arbeitstag nachzuweisen. Gerade bei vorgetäuschten Krankheiten „vergessen“ Mitarbeiter aber oft, den „gelben Schein“ vorzulegen.

Tipp: Solchen Mitarbeitern gegenüber sollten Sie nicht nachlässig sein. Gerade wenn Sie das Gefühl haben, dass der Mitarbeiter nicht arbeitsunfähig war, sollten Sie auf den ärztlichen Nachweis bestehen und nach § 7 Absatz 1 Nr. 1 die Entgeltfortzahlung bis zur Vorlage verweigern. Legt der Arbeitnehmer den „gelben Schein“ nicht vor, müssen Sie auch nicht zahlen!

Arbeitsunfähigkeit - Trick 5: Legen Sie Kosten um!

Kleinbetriebe mit regelmäßig nicht mehr als 20 (je nach Krankenkasse 30) Arbeitnehmern können sich übrigens 80 % des im Krankheitsfall fortgezahlten Arbeitsentgelts von den Krankenkassen erstatten lassen (§ 10 Absatz 1 Nr. 1 Lohnfortzahlungsgesetz).

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