Gratis-Download

Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

Jetzt downloaden

Tankkarten sind keine Gutscheine und lösen Lohnsteuerpflicht aus

0 Beurteilungen

Von Günter Stein,

Die Diesel- und Benzinpreise erreichen immer wieder neue Höchststände. Da ist es umso verständlicher, dass Unternehmen nach Lösungen suchen, um die Kostenlast der Mitarbeiter zu reduzieren.

Gleichzeitig sollen Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben gespart werden. Dabei gilt es wichtige Unterschiede zu beachten, denn ansonsten tappen Sie versehentlich in die Steuerfalle. Um Sie davor zu bewahren, haben wir die Verfügung der Oberfinanzdirektion Hannover vom 28. 4. 2008, Az. S 2334 – 281 – StO 212, für Sie analysiert.

Lohnsteuer: Sachbezugsgrenze von monatlich 44 Euro

Waren und Dienstleistungen, so genannte Sachzuwendungen, an Ihre Mitarbeiter sind immer dann lohnsteuer- und sozialabgabenfrei, wenn der Wert die monatliche Freigrenze von 44 € nicht übersteigt. Bei Spritpreisen über 1,60 €/l gehen immer mehr Arbeitgeber dazu über, Ihren Mitarbeitern Benzingutscheine auszuhändigen, um so zumindest einen Teil der gestiegenen Kosten abzufangen. Es ist zulässig, das laufende Gehalt zu mindern, um so einen steuerfreien Sachbezug zu konstruieren. Sozialversicherungsrechtlich wird die Beitragsfreiheit nur dann erreicht, wenn Ihren Mitarbeitern kein Wahlrecht zusteht, ob sie von der Barlohnumwandlung Gebrauch machen möchten.

Beispiel: Ihr Mitarbeiter A fährt täglich 30 km von seiner Wohnung zu seinem Arbeitsplatz. Sein Gehalt beträgt 2.000 €. Sie möchten das Gehalt ab 1 .8. 2008 um 3 % anheben. Jetzt haben Sie die Möglichkeit, anstelle der reinen Lohnerhöhung von 60 € einen Betrag von bis zu 44 € als Sachbezug auszuzahlen. Die verbleibenden 16 € behandeln Sie als laufenden steuerpflichtigen Arbeitslohn.

So sichern Sie Ihren Mitarbeitern den steuerfreien Sachbezug Benzingutscheine, die bei einem Dritten (z. B. Tankstelle) eingelöst werden können, dürfen keinen Höchstbetrag in Euro enthalten. Begründung der Finanzverwaltung: Der Gutschein hätte dann Bargeldcharakter. Damit wäre die Berücksichtigung als Sachbezug ausgeschlossen.

  1. Voraussetzung für die Annahme eines Sachbezugs ist, dass
  2. die Sache konkret bezeichnet ist,
  3. auf dem Gutschein kein anzurechnender Betrag und
  4. auch kein Höchstbetrag angegeben ist.

Bei Benzingutscheinen ist es aber zulässig, dass sie eine Literangabe und die Treibstoffart enthalten.

Lohnsteuer: Wann der Arbeitslohn zufließt

Händigen Sie Ihrem Mitarbeiter einen Gutschein aus, fließt der Arbeitslohn bereits mit Aushändigung des Gutscheins zu. Unterhalten Sie dagegen auf Ihrem Firmengelände selbst eine Tankstelle und darf Ihr Mitarbeiter hier seinen privaten Pkw betanken, fließt ihm der Arbeitslohn erst bei Einlösung des Gutscheins zu (R 38.2 Abs. 2 Lohnsteuer-Richtlinie 2008). Damit Sie keine Probleme mit dem Fiskus bekommen, sollten Sie die z. B. In vielen Lokalzeitungen abgedruckten Übersichten der aktuellen Kraftstoffpreise in dem Moment ausschneiden und mit zu den Lohnunterlagen nehmen, wenn Sie Ihren Mitarbeitern den Gutschein aushändigen. Denn dann können Sie auch noch nach Jahren den Kraftstoffpreis zum Zeitpunkt der Aushändigung des Gutscheins nachweisen. Grund: Es kommt für den Wert der Ware auf den Zeitpunkt der

  • Ausgabe (fremder Dritter) oder
  • Einlösung (eigene Tankstelle auf dem Betriebsgelände) des Gutscheins an.

Praxis-Tipp: Sie haben aber auch die Möglichkeit, die Kraftstoffpreise über das Internet zu erfahren. Alle großen Mineralölgesellschaften bietet Ihnen die Möglichkeit des Tankstellenfinders. Sie können nach der Tankstelle in Ihrer Umgebung suchen. Dabei werden auch die aktuellen Preise angezeigt. Vielfach enthalten die Internetportale auch noch einen Hinweis, wann die letzte Preisänderung erfolgt ist.

Je nach Region variieren die Preise sehr stark. Damit Sie die Freigrenze von 44 € im Monat nicht überschreiten, sollten Sie ein gewisses Sicherheitspolster einbauen.

Lohnsteuer: Konsequenzen für die Praxis

Bei einem Preis von 1,60 € je Liter Super könnten Sie zwar einen Gutschein über 27,70 l ausstellen. Hiervon rate ich Ihnen aber ab. Inzwischen verändern die Mineralölkonzerne die Preise mehrmals täglich, so dass ein Sicherheitspolster notwendig ist. Als Arbeitgeber sollten Sie Ihre Gutscheine maximal nur über die in der rechten Spalte angegebene Menge ausstellen, denn dann bewegen Sie sich auf der sicheren Seite. In dem oben aufgeführten Fall sollten Sie den Gutschein nur über 26 l ausstellen. Händigen Sie Ihren Mitarbeitern eine Firmen-Tankkarte aus, mit der sie ihren privaten Pkw betanken dürfen, so handelt es sich nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht um einen Sachbezug, sondern um eine Zuwendung mit Barlohncharakter. Konsequenz: Die Regelung zur 44-€-Freigrenze ist hier nicht anwendbar.

Lohnsteuer: Regelung gilt auch für 400-€-Jobs und Teilzeitkräfte

Nicht nur Ihre in Vollzeit angestellten Mitarbeiter können in den Genuss der Benzingutscheine kommen. Diese Regelung gilt sowohl für Mitarbeiter, die im Rahmen eines 400-€-Jobs beschäftigt werden, als auch für Teilzeitkräfte. Das lohnt sich wirklich, denn eine Umrechnung des Freibetrags auf die zeitanteilige Beschäftigung erfolgt nicht. Sie sind auch nicht verpflichtet, Gutscheine bis zum maximal möglichen Betrag auszustellen. Sie können den Benzingutschein z. B. Auch über 10 l ausgeben.

Lohn und Gehaltsabrechnung aktuell

Vom Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung über Mutterschutz und Elternzeit bis hin zu Fragen zu Urlaubsgewährung, Überstunden und Sonderurlaub. Vereinfachen Sie jetzt Ihre Lohnabrechnung!

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Steigern Sie Ihre Erfolgsquote: Vergaberecht & Angebotsstrategien für Bieter

Machen Sie Ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung unangreifbar!

Der persönliche 15-Minuten-Coach für erfolgreiche Führungskräfte, Chefs und Vorgesetzte.

Betriebliche Entgeltabrechnung auf dem neuesten Stand der Gesetzgebung und Rechtsprechung

Rechtssichere und professionelle Personalarbeit

Einfach und sicher im Personalbüro – Sozialversicherung | Lohnsteuer | Arbeitsrecht