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Wechsel von Teil- auf Vollzeit: Was passiert mit den Urlaubsansprüchen?

 
Arbeitsrecht Urlaubsanspruch

Von Günter Stein,

Die Frage: Wir haben eine Beschäftigte, die bis zum Ende Juni als geringfügig Beschäftigte zwei Tage in der Woche für uns tätig war. Jetzt haben wir Sie ab 1. Juli als Vollzeitbeschäftigte übernommen, d. h. sie arbeitet wie jeder andere hier an 5 Tagen in der Woche.

Aus der geringfügigen Beschäftigung hat sie noch Anspruch auf 10 Tage, als Vollzeitbeschäftigte hat sie für den Rest des Jahres Anspruch auf 15 Tage. Muss ich die 10 Tage und 15 Tage einfach zusammenzählen oder wie berechne ich Ihren Anspruch? Alle Beschäftigten hier bekommen 30 Tage im Jahr.

Urlaubsanspruch je nach individuellen Wochenarbeitstagen

Die Antwort: Die Urlaubsdauer hängt eines Arbeitnehmers hängt von der Anzahl der individuellen Wochenarbeitstage ab. Das hat zur Folge, dass eine Änderung in der Verteilung der Arbeitszeit im Laufe des Kalenderjahres auch eine Veränderung des Urlaubsanspruchs nach sich zieht. Sie müssen den Urlaubsanspruch also neu berechnen. Das hat drastische Auswirkungen – wie das folgende Beispiel zeigt – aus dem sich auch die Antwort auf Ihre Frage ergibt.

Beispiel zum Thema Urlaubsanspruch bei Wechsel zur Vollzeit

Hierzu ein Beispiel: In einem Unternehmen haben die Vollzeitkräfte Anspruch auf 30 Tage Urlaub im Jahr. Marlies Müller arbeitet in einer 2-Tage-Woche (16 Std./Woche) von Januar bis Oktober. Von November an erfolgt eine Aufstockung auf Vollzeit.

Folge:

  • Auf Basis einer 5-Tage-Woche mit 40 Std./Woche gerechnet stand Marlies Müller als Teilzeitkraft ein Jahresurlaubsanspruch von 12 Arbeitstagen zu.
  • Durch den Wechsel auf die Fünf-Tage-Woche erhöht sich der Jahresurlaubsanspruch auf 30 Tage.

Resultat:

  • Diese 30 Tage müssen Sie nun auf Basis des Vollzeitvertrags gewähren.
  • Marlies Müller erhält also Arbeitsbefreiung wegen Urlaubs für 30 Arbeitstage im Umfang von 8 Stunden pro Tag – abzüglich bereits genommener Urlaubstage.

Urlaubsanspruch ist auf die Befreiung von der Arbeitspflicht gerichtet

Sie sehen: Der Umstand, dass sie während 10/12 des Urlaubsjahres nur mit 16 Std./Woche beschäftigt war, spielt keine Rolle (mehr)

Begründung: Der Urlaub ist auf die Befreiung von der Arbeitspflicht in ihrem jeweiligen Umfang gerichtet („wie gearbeitet worden wäre“).

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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