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Unternehmen nachhaltig gründen: 5 Tipps

 
Unternehmen nachhaltig gründen: 5 Tipps
© Mongkolchon | Adobe Stock

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Nachhaltigkeit liegt im Trend. Das betrifft soziale Faktoren ebenso wie ökologische Aspekte. Im Zuge des Klimawandels stehen Unternehmen zunehmend in der Verantwortung, nachhaltiger zu arbeiten. Wie Ihnen das als Gründer von Anfang an gelingen kann, beleuchtet dieser Beitrag.

In der Utopia-Studie 2022 finden 75 Prozent der Befragten „Fairness und menschenwürdige Arbeitsbedingungen“ wichtig. Jeweils 61 Prozent sprechen sich für „nachhaltige Produkte“ und „verantwortungsvolle Arbeitgeber“ aus. Ganze 90 Prozent erwarten von Unternehmen ein verstärktes Engagement für Klimaschutz und Umwelt. Davon machen Verbraucher zunehmend ihre Kaufentscheidungen abhängig. Das zeigt, dass ein Umdenken stattfindet. Unternehmen, die Teil des Problems sind und nicht ein Teil der Lösung von drängenden gesellschaftlichen und ökologischen Problemen, werden sich vermutlich irgendwann nicht mehr am Markt halten können.

Im Mittelpunkt des nachhaltigen Wirtschaftens stehen die sogenannten ESG-Kriterien. Auf Deutsch: Umwelt (environment), Soziales (social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (governance). Die Vereinten Nationen haben 17 globale Nachhaltigkeitsziele festgelegt. Dazu gehören unter anderem eine hochwertige Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, saubere Energie und ein nachhaltiger Konsum. Darauf können Startups mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit ihre Strategie ausrichten.

Nachhaltig zu gründen, schafft dauerhaften Mehrwert:

  • Mit einem nachhaltigen Unternehmen treffen Sie als Gründer den Nerv der Zeit.
  • Es entsteht Mehrwert für alle: Die Unternehmensgründer, aber auch die Gesellschaft und die Umwelt profitieren von nachhaltigen Konzepten.
  • Das Unternehmen sichert mit einer fairen Vergütung und guten Arbeitsbedingungen die Lebensgrundlage der Gründer und Mitarbeiter gleichermaßen.

5 Tipps für die nachhaltige Unternehmensgründung

Die Unternehmensgründung gilt nicht als Sprint, sondern als Marathon. Zwar sind viele Gründer besorgt, dass jemand anders ihnen ihre Idee stehlen und zuerst umsetzen könnte. Das sollte Sie allerdings nicht zu unüberlegten Aktionen verleiten. Besser als schnell zu gründen, ist es, durchdacht ans Werk zu gehen und für eine solide Grundlage zu sorgen. Der Nachhaltigkeitsgedanke zählt auch bei der Unternehmensgründung selbst.

Die folgenden fünf Tipps unterstützen Sie dabei, Ihr nachhaltiges Konzept erfolgreich zu etablieren und langfristig profitabel zu bleiben.

Geschäftsidee finden: Auf sozialen und/oder ökologischen Mehrwert achten

Eine tragfähige Geschäftsidee ist erst dann nachhaltig, wenn damit – langfristig gesehen – ein ökologisches oder soziales Problem bewältigt oder maßgeblich zum Positiven beeinflusst werden kann. Das setzt zunächst eine intensive Beschäftigung mit bestehenden Herausforderungen unserer Zeit voraus. Ansatzpunkte dafür bieten beispielsweise der Klimawandel, der Verzicht auf Plastik, der Welthunger, das Aussterben von Tieren und Pflanzen oder Armut. Wo möchten Sie mit Ihrer Idee ansetzen?

Welche Möglichkeiten gibt es,

  • das Klima zu schützen,
  • auf Kunststoff weitgehend zu verzichten,
  • den Welthunger zu bekämpfen,
  • Tiere und Pflanzen vor dem Aussterben zu bewahren oder
  • ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen sicherzustellen?

Gründungsidee prüfen: Vom Brainstorming zum Businessplan

Nicht jede nachhaltige Idee, die auf dem Papier sinnvoll klingt, lässt sich in der Realität umsetzen. Darum ist eine sorgfältige Prüfung vor der Gründung Ihres Startups sinnvoll. Ein Brainstorming im Gründerteam kann Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale beleuchten. Sinnvoll ist zusätzlich Feedback von außen: Austausch mit Gründern anderer nachhaltiger Unternehmen kann überaus fruchtbar sein. Auch Ihre Familienmitglieder und Freunde können möglicherweise wertvollen Input liefern. Hier sind Flexibilität und Offenheit für Kritik gefragt.

Steht ein erstes Konzept? Sehr gut! Dann wird es Zeit für die Anfertigung des Businessplans. Auch wenn das Arbeit macht und zusätzlichen Aufwand bedeutet: Diese Investition in Ihr Unternehmen lohnt sich – und zwar langfristig. Die intensive Beschäftigung mit der eigenen Geschäftsidee sorgt dafür, dass Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung der anvisierten Zielgruppe die bestmögliche Lösung anbietet und der Öffentlichkeit rund herum ausgefeilt und durchdacht präsentiert wird.

Folgende Fragen können Ihnen helfen, abzuschätzen, ob sich eine Geschäftsgründung lohnt:

  • Eignet sich Ihre Geschäftsidee dafür, gesellschaftliche Bedürfnisse oder ökologische Herausforderungen langfristig zu bewältigen? Worin besteht der konkrete Mehrwert für Mensch und Umwelt? Gibt es Konkurrenz und wie lässt sich diese mit Ihren Angeboten übertreffen?
  • Identifizieren sich sämtliche Gründer mit der Idee und den dahinterstehenden Werten? Im Vordergrund sollten nicht wirtschaftlicher Erfolg und eine schnelle Gewinnmaximierung stehen, sondern der Wunsch, die Welt zum Positiven zu verändern. Je stärker ausgeprägt diese Motivation bei Ihnen und Ihren Mitstreitern ist, desto mehr Energie stecken Sie und Ihr Team auf lange Sicht in ihr Startup. Wichtig ist, dass alle an einem Strang ziehen.
  • Gibt es für Ihr nachhaltiges Produkt oder Ihre Dienstleistung einen Markt? Denn profitabel muss die Geschäftsidee trotzdem sein. Andernfalls wird sich Ihr Startup vermutlich nicht lange halten. Wer ist Ihre Zielgruppe? Inwiefern würden diese Menschen von Ihrer Geschäftsidee profitieren und gleichzeitig etwas Gutes für die Gesellschaft oder die Umwelt tun?
  • Lässt sich Ihre Idee in der Realität umsetzen? Bringen Sie alle notwendigen Kompetenzen mit? Auch die Gesetzeslage kann hierbei eine Rolle spielen. Sind möglicherweise Genehmigungen erforderlich?
  • Ist die Finanzierung gewährleistet? Möglicherweise brauchen Sie für den Start kein großes Budget. Eventuell werden aber auch – abhängig von Ihrer Idee – kostenintensive technische Geräte, Büroausstattungen oder Marketing-Maßnahmen benötigt. Vielleicht können Sie einen Teil der Kosten mit Eigenkapital oder einem Bankkredit bestreiten. Bei Verhandlungen hilft Ihnen Ihr Businessplan. Eine andere Finanzierungsmöglichkeit für nachhaltige Ideen ist Crowdfunding. Dabei handelt es sich um eine Schwarmfinanzierung: Gleichgesinnte und potenzielle Kunden unterstützen Ihre Geschäftsidee finanziell. Weitere finanzielle Mittel sind möglicherweise Förderprogramme der KfW oder Stiftungen.

Grundlagen: Rechtsform wählen und Strukturen festlegen

Wie die optimale Unternehmensform in Ihrem Fall aussieht, hängt von der Einschätzung der Gründer und von der Gründungsidee ab. Soll das Startup ein Einzelunternehmen, eine UG, GmbH oder eine NGO, eine regierungsunabhängige Organisation, sein? Es lohnt sich das "Für und Wider" genau abzuwägen. Möglicherweise bleiben nicht alle Unternehmensgründer dabei. Für den Fall, dass jemand ausscheidet, sollten Vorkehrungen getroffen werden, die verhindern, dass der Betrieb dadurch in Gefahr gerät.

Das Geschäftskonto für das junge Unternehmen kann bei einer Bank mit Nachhaltigkeitsstandards eingerichtet werden. Wenn Sie nicht das Risiko eingehen möchten, dass die gewählten Versicherungen mit dem Geld Ihres Unternehmens Atomkraftwerke und Ölkonzerne unterstützen, findet ebenfalls nachhaltige Alternativen.

Was nach ESG-Kriterien ebenfalls entscheidend ist: Eine leistungsgerechte faire Vergütung aller Mitarbeiter, unabhängig vom Geschlecht. Das sorgt für soziale Gerechtigkeit.

Umweltbewusstsein und Gesundheitsbewusstsein bei Mitarbeitenden stärken

Ein papierloses Büro schont Ressourcen und spart Kosten. Heutzutage lassen sich Dokumente auf Papier problemlos durch digitale Lösungen ersetzen. Mit E-Mails, Cloud-Diensten und entsprechenden Apps ist der Austausch von Informationen schnell, sauber und direkt möglich – rund um die Uhr und von jedem Ort der Welt aus.

Weitere Möglichkeiten, das Umweltbewusstsein und Gesundheitsbewusstsein Ihrer Mitarbeiter zu stärken:

  • vegane Gerichte am Arbeitsplatz beziehungsweise in der Kantine anbieten,
  • konsequent plastikfreie Produkte verwenden,
  • durch regelmäßige Vorträge und Weiterbildungsmöglichkeiten das Bewusstsein für ökologische, nachhaltige Lösungen schärfen,
  • für eine ausgeglichene Wort-Life-Balance sorgen und unterschiedliche Arbeitsmodelle vorschlagen,
  • mit kostenfreien Tickets für den öffentlichen Nahverkehr oder durch das Angebot von Fahrrädern für einen umweltfreundlichen Arbeitsweg sorgen,
  • Home-Office ermöglichen und/oder eine Kinderbetreuung anbieten,
  • Verträge langfristig anlegen. Das schafft Sicherheit für sämtliche Beteiligte vom Arbeitnehmer bis zum Lieferanten. Allerdings sollten Anpassungen kurzfristig möglich sein, um flexibel auf neue Herausforderungen reagieren zu können.

Die Zahlen im Blick behalten: Ziele setzen und den Erfolg kontrollieren

Gute Unternehmensführung sorgt dafür, dass Unternehmen langfristig nachhaltig wirtschaften. Was zählt, sind nicht etwa Statussymbole und schnelle Gewinne, sondern Lösungen für eine lebenswerte Zukunft. Aber auch ein Unternehmen, das nach ESG-Kriterien arbeitet und das Gemeinwohl im Blick hat, muss sich am Markt durchsetzen. Darum darf der regelmäßige Blick auf die Umsätze nicht ausbleiben. Erreicht Ihr Unternehmen die selbst gesetzten Ziele?

Falls nicht, muss nachjustiert werden:

  • Möglicherweise verändern sich Ihre Ziele mit der Zeit.
  • Oder es gibt neue Trends, die in Ihre Gründungsidee einfließen sollten.
  • Vielleicht besteht Investitionsbedarf, damit Ihre Firma als nachhaltiges Startup profitabel bleibt.

Fazit

Nachhaltigkeit rückt bei der Unternehmensgründung und -führung immer mehr in den Fokus. Startups haben die Möglichkeit, ihre Ideen zu verwirklichen und die Gesellschaft, aber auch ökologische Probleme langfristig zu verbessern. Durch eine verbindende Idee und gemeinsame Werte wächst Ihr Gründerteam zusammen. Mitarbeitende können durch Vorträge und Weiterbildungsmaßnahmen geschult werden und mit ihrer Tätigkeit dazu beitragen, die Welt ein Stück weit besser zu machen – und trotzdem finanziell von ihrer Arbeit profitieren. Mit der Gründung eines nachhaltigen Unternehmens legen Sie den Grundstein für eine lebenswerte Zukunft.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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