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Vorsicht: Bei Verzicht auf Probezeit tritt sofort Kündigungsschutz ein!

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Von Günter Stein,

Sie kennen diese Praxis vielleicht: Arbeitnehmer kommen nach einem kurzen „Intermezzo“ in einer anderen Firma wieder zu Ihnen als Arbeitgeber zurück. Hier ist Vorsicht angebracht; machen Sie Ihren Rückkehrern keine „Geschenke“, wie in vorliegendem Fall geschehen.

Ein Arbeitnehmer hatte das Unternehmen gewechselt – und kam später wieder zum alten Arbeitgeber zurück. Bei diesem Wechsel vereinbarten die Parteien auf ausdrücklichen Wunsch des Arbeitnehmers, dass es bei dem weiteren Arbeitsverhältnis keine neue Probezeit geben sollte; man kannte sich ja schließlich schon.

Kurze Zeit später wurde der Mitarbeiter dann entlassen. Er klagte hiergegen: Die Kündigung sei nach § 1 Abs. 1 KSchG sozial ungerechtfertigt. Er sei zwar noch nicht – wie es § 1 KSchG voraussetzt – 6 Monate im Betrieb, aber durch den Verzicht auf die Probezeit hätte der Arbeitgeber auch auf die Erfüllung dieser Wartezeit verzichtet.

Diese Argumentation war gewagt, aber der Arbeitnehmer bekam Recht! Nach Ansicht der Kölner Richter ist Zweck der Probezeit, dass der Arbeitgeber die Chance haben soll, den Arbeitnehmer erst einmal kennen zu lernen. Stellt sich dabei heraus, dass der Mitarbeiter ungeeignet ist, soll der Arbeitgeber sich schnell wieder trennen können (und umgekehrt).

Durch den Verzicht auf die Probezeit hatte der Arbeitgeber hier aber signalisiert, dass es ihm darauf nicht ankommt. Deshalb hatte der Arbeitnehmer somit schon vor Ablauf der 6 Monate vollen Kündigungsschutz (was im Übrigen auch ausdrücklich vereinbart werden kann).

Unser Rat: Möchte auch zu Ihnen mal ein Arbeitnehmer zurückkehren, dann sollten Sie sorgfältig überlegen, ob Sie auf die Probezeit verzichten wollen – auch wenn Sie den Arbeitnehmer schon kennen. Sie wissen ja schließlich nicht, wie er sich in der Zwischenzeit entwickelt hat.

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