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Vorsicht! Ein Einfühlungsverhältnis ist keine Probezeit

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Arbeitsrecht Probezeit 03 S

Von Günter Stein,

Ein neuer Trend ist es, potenziellen Mitarbeitern die Möglichkeit von ,,Schnupper-Tagen“ oder einem ,,Einfühlungsverhältnis“ zu geben. So ein Einfühlungsverhältnis dient dazu, die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit und damit für ein potenzielles Arbeitsverhältnis zu klären.

"Schnupper-Arbeitsverhältnis" ist noch keine Probezeit

Beispiel: Ein ,,Schnupper-Arbeitsverhältnis“ zum Kennenlernen. Sie haben sich mit Renate F. Darauf verständigt, dass sie für einige Tage ihren zukünftigen Arbeitsplatz kennen lernen soll. Sie erhält dafür keinen Lohn und muss auch nicht zu vorgegebenen Zeiten erscheinen.

Folge: In diesem Fall liegt noch gar kein Arbeitsverhältnis vor. Das Einfühlungsverhältnis dient lediglich dem Zweck, die betrieblichen Gegebenheiten zu erleben und sich ein Bild davon zu machen. Keinesfalls hat dieses Kennenlernen den Charakter einer Probezeit.

Einfühlungsverhältnis ist keine spezielle Form der Probezeit

Mit diesem Einfühlungsverhältnis soll dem künftigen Mitarbeiter die Möglichkeit gegeben werden, einige Tage bis maximal 2 Wochen die betrieblichen Gegebenheiten kennen zu lernen. Das Einfühlungsverhältnis ist aber gerade kein Arbeitsverhältnis und damit auch keine spezielle Form der Probezeit. Denn der potenzielle Mitarbeiter hat während der Einfühlungsphase keine Arbeitspflicht. Er unterliegt auch nicht Ihrem Direktionsrecht, sondern untersteht lediglich dem Hausrecht des Betriebsinhabers. Als Arbeitgeber haben Sie im Gegenzug weder eine Vergütungspflicht, noch besteht in irgendeiner Weise Kündigungsschutz (Landesarbeitsgericht (LAG) München, Urteil vom 24.05.2007, Aktenzeichen: 2 Sa 87/07).

Probezeit: Muster-Formulierung zum Einfühlungsverhältnis

Mit der folgenden Muster-Formulierung steht das Einfühlungsverhältnis eines Bewerbers auf einer rechtlich sicheren Grundlage:

Einfühlungsverhältnis

Herr Max M. Erhält vom ... bis ... die Möglichkeit, den zu besetzenden Arbeitsplatz eines ... in der Firma kennen zu lernen. Herr M. Wird hierzu in der Zeit vom ... bis ... unter der Betreuung von ... einzelne Verrichtungen übernehmen, insbesondere ...

Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass eine Arbeitspflicht nicht besteht und Herr M. Keinen Anspruch auf Vergütung hat.

Beide Seiten können das Einfühlungsverhältnis jederzeit durch einseitige Erklärung beenden.

Ort, Datum Ort, Datum

Wichtiger Hinweis: Haben Sie mit einem Bewerber ein Einfühlungsverhältnis vereinbart, dürfen Sie ihm nicht dienstplanmäßig die selbstständige Erledigung von Arbeiten zuweisen. Dann handelt es sich nicht mehr um ein unverbindliches ,,Kennenlernen“, sondern um ein mündlich geschlossenes und vergütungspflichtiges Probearbeitsverhältnis.

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