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Wechsel des Ausbildungsplatzes: Dürfen Sie eine neue Probezeit vereinbaren?

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Von Günter Stein,

Die Frage: Wir haben einen Auszubildenden von einem in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Unternehmen übernommen. Können wir eine Probezeit vereinbaren?

Wann eine zweite Probezeit möglich ist

Die Antwort: Dass ein Auszubildender eine 2. Probezeit zu meistern hat, kann vorkommen. Dann nämlich, wenn er den Ausbildungsbetrieb wechselt, beispielsweise weil sein ursprünglicher Betrieb Insolvenz anmeldet. Und eine neue Probezeit? Ja, das geht! Bereits im Jahr 2001 wurde das vom Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz so entschieden (Az. 9 Sa 1507/00). Die Richter begründeten die Entscheidung damit, dass sich auch der neue Ausbildungsbetrieb ein eigenes Bild vom Leistungsvermögen des Auszubildenden machen darf. Ihm müsse die Möglichkeit eingeräumt werden, unkompliziert zu kündigen, wenn sich fachliche oder persönliche Schwierigkeiten in der Anfangszeit ergeben.

Nutzen Sie Ihre Berechtigung zu einer zweiten Probezeit

Für Sie als Ausbildungsbetrieb bedeutet das: Übernehmen Sie einen Auszubildenden von einem „schwächelnden“ Konkurrenten, dann sind Sie zur Vereinbarung einer Probezeit berechtigt. Diese Möglichkeit sollten Sie dann auch nutzen. Schließlich können sich in einem anderen betrieblichen Umfeld auch Probleme ergeben, die es in einer längst vergangenen Probezeit in einem anderen Unternehmen noch nicht gab. Oder diese Probleme wurden zuvor nicht wahrgenommen bzw. ignoriert.

Möglichkeit einer neuen Probezeit

Tipp: Die Möglichkeit einer neuen Probezeit macht die Übernahme von Azubis aus anderen Betrieben durchaus attraktiv, da sie selbst die nicht mehr ganz neuen Auszubildenden testen können. Schließlich haben diese Azubis möglicherweise bereits einen größeren Teil der Ausbildung bewältigt und unter Umständen eine Menge „drauf“. Dazu kommt der Nachwuchskräfte-Mangel in vielen Branchen, der durch einen bereits „angelernten“ Zusatz-Azubi in recht kurzer Zeit eingedämmt werden kann.

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