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Wann Ihre Saison-Aushilfen aus dem EU-Ausland sozialversicherungspflichtig sind

 

Von Günter Stein,

Falls Ihr Unternehmen auch dieses Jahr Saison-Aushilfen aus dem Ausland beschäftigt, müssen Sie im Lohnbüro besonders gut Acht geben.

Stammt der Mitarbeiter nämlich aus einem der EU-Beitrittsländer, richtet sich seine Sozialversicherungspflicht in der Regel nach dem Recht in seinem Herkunftsland. Dies gilt nun seit dem 1.7.2005 uneingeschränkt.

Sozialversicherungspflicht trotz Geringfügigkeit

Für die in Ihrem Betrieb geringfügig beschäftigten deutschen Arbeitnehmer gilt Sozialversicherungsfreiheit: Für auf 400-€-Basis entlohnte Mini-Jobber müssen Sie lediglich eine Pauschale (in der Regel 23% des Entgelts) an die Bundesknappschaft abführen. Ist der Mitarbeiter kurzfristig beschäftigt, also maximal 2 Monate oder 50 Tage, fällt nicht einmal die Pauschale an. Stammt eine Aushilfe jedoch aus einem der neuen EU-Mitgliedstaaten (z. B. Polen) und ist diese dort als Arbeitnehmer oder Selbstständiger versichert, gilt für sie das Sozialversicherungsrecht ihres Heimatstaates. Für 2004 und das 1. Halbjahr 2005 konnte der Deutsche Bauernverband zwar eine Sonderregelung für polnische Arbeitskräfte erwirken.Seit dem 1.7.2005 gilt nun aber uneingeschränkt: Sie müssen nach den Regeln des jeweiligen Staates die Sozialversicherungsbeiträge berechnen und an den zuständigen Träger übermitteln.

Beispiel: In Ihrem Unternehmen sind polnische Aushilfsarbeitskräfte für 6 Wochen in Vollzeit beschäftigt. Für deutsche Mitarbeiter müssten Sie wegen Kurzfristigkeit keine Sozialversicherungsbeiträge entrichten. Das polnische Recht kennt aber keine geringfügige Beschäftigung. Für die Aushilfen müssen Sie daher Beiträge abführen (gesamt: rund 48 % des Bruttoarbeitsentgelts).

Dann gilt trotzdem deutsches Recht

Sind die ausländischen Mitarbeiter aber nicht in ihrem Heimatland versichert, richtet sich ihre Sozialversicherungspflicht nach deutschem Recht. Das gilt z. B. fürHausfrauen, Studenten, Arbeitslose (diese dürfen aber nicht mehr als 400 € monatlich verdienen, da sonst Berufsmäßigkeit vorliegt, welche die Sozialversicherungsfreiheit bei Kurzfristigkeit ausschließt).

Praxistipp: Um für Sie in der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung den entsprechenden Nachweis gegenüber Betriebsprüfern zu erleichtern, haben die Sozialversicherungsträger mit dem Deutschen Bauernverband und dem Zentralverband Gartenbau e. V. einen Fragebogen entwickelt. Diesen Fragenbogen erhält der Mitarbeiter bereits vor Einreise von seiner Arbeitsvermittlung im Heimatland.Lassen Sie sich den Fragebogen von Ihrem Aushilfsmitarbeiter aushändigen. Die Rentenversicherungsträger akzeptieren den Fragebogen bei Betriebsprüfungen, wenn er vollständig und ordnungsgemäß ausgefüllt ist und die versicherungsrechtliche Beurteilung von der zuständigen Stelle im Heimatland bestätigt wurde (z. B. Bestätigung der Hochschule bei Studenten).

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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