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Angst lähmt – sieben Schritte helfen dagegen

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Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung

Von Günter Stein,

Mit der Finanzkrise geht in zahlreichen Unternehmen und Abteilungen die schiere Angst um.

Auch wenn es vordergründig für Unternehmen nützlich scheint, wenn die Belegschaft in Angst ist – wird sie so doch gefügiger –, ist Angst kein produktiver Zustand. Im Gegenteil.

Die Kosten der Angst

Angst ist die Wurzel von Blockaden und Unproduktivität. Herrscht sie in ihrem

Team vor, werden Ihre Leute wie erstarrt auf die möglicherweise drohenden Katastrophen stieren – und sie so schlimmstenfalls sogar erst ermöglichen. Sie und Ihr Unternehmen brauchen gerade in der Krise die volle Energie Ihrer Leute. Vor Angst gelähmte Mitarbeiter können die nicht geben.

Unternehmen entstehen hierzulande jährlich im Schnitt 75 Milliarden Euro Kosten durch Angst am Arbeitsplatz, hat Winfried Panse, Professor für Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Köln, in einer Langzeitstudie errechnet. In den momentan schwierigen Zeiten kann diese Zahl drastisch in die Höhe schnellen, wenn Führungskräfte den Ängsten ihrer Mitarbeiter nicht entgegenwirken.

Der erste Schritt ist die Erkenntnis – so erkennen Sie, ob bei Ihren Leuten die Angst umgeht.

Die Gesichter der Angst

Die Gesichter der Angst

Die Gesichter der Angst

Signal

Ausformung

Beobachte ich / beobachte ich nicht

Sinkendes Leistungsniveau und fehlender Leistungswille

Manche Mitarbeiter verkriechen sich hinter ihren Computern. Andere verfallen in ziellosen Aktionismus. Wieder andere resignieren und kündigen innerlich.

Ja / nein

Mangelnde Entscheidungskraft

Mitarbeiter sind verunsichert und schieben Entscheidungen vor sich her – dieses Symptom zieht sich durch alle Hierarchieebenen.

Ja / nein

Fehlerhäufigkeit nimmt zu

Dass die Konzentration Ihrer Mitarbeiter durch Angst und Stress leidet, können Sie durch zunehmend häufige Fehler erkennen.

Ja / nein

Verschlechterung des Betriebsklimas

Wenn Mitarbeiter Angst vor Rationalisierungsmaßnahmen und Entlassungen haben, fahren Sie die Ellenbogen aus. Überlebenskampfmen­ta­lität macht sich breit. Intrigen und Machtdemonstrationen nehmen zu. Auch zu Konflikten und Mobbing kommt es vermehrt.

Ja / nein

Jedes dieser Signale sollte Sie bedenklich stimmen – schon weil das eine Signal oft das andere begünstigt oder gar bedingt. So führen beispielsweise Intrigen, Konflikte und Mobbing unter Umständen dazu, dass Mitarbeiter Fehler machen.

Diese sieben Schritte haben sich gegen Angst bewährt.

Schritt 1: Identifizieren Sie Ihre eigenen Ängste

Setzen Sie sich konkret damit auseinander, was Sie selbst befürchten, auch wenn Sie sich mit diesen unangenehmen Gefühlen lieber nicht befassen wollen.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Welche existenziellen Ängste habe ich? Befürchte ich Kündigung und Jobverlust?
  • Vor welchen vor mir liegenden Management-Aufgaben habe ich Angst?
  • Welche Aspekte der Mitarbeiterführung schaffen mir Unbehagen?
  • Wie gehe ich grundsätzlich mit meiner Angst um?

Tipp: Beantworten Sie diese Fragen am besten schriftlich, um sich mit Ihren Ängsten zu konfrontieren. Dann können Sie für jeden einzelnen Punkt eine Worst-Case-Strategie entwickeln. Indem Sie sich die Frage beantworten, was Sie im jeweils schlimmsten für Sie vorstellbaren Fall tun können.

Achtung: Dieser erste Schritt ist wichtig. Denn nur, wenn Sie Ihre eigenen psychischen Baustellen bearbeitet haben, sind Sie frei, konstruktiv auch die Chancen für die Zukunft zu sehen. Und nur so können Sie Ihre Mitarbeiter führen und motivieren.

Schritt 2: Beschönigen Sie die Situation nicht.

Wenn die Krise auch Ihr Unternehmen und Ihr Team erfasst, hat es keinen Sinn, die schwierige Lage zu verschweigen. Ihre Mitarbeiter sind nicht dumm. Sie würden es Ihnen nie verzeihen, wenn Sie versuchten, ihnen irgendetwas vorzumachen.

Tipp: Sagen Sie Ihren Mitarbeitern ganz klar wie die Sache aussieht. Dramatisieren Sie nicht, aber verschweigen Sie auch nichts.

Schritt 3: Reden Sie die Ängste der Mitarbeiter nicht klein.

Wenn Ihr Unternehmen betroffen ist, werden Ihnen Ihre Mitarbeiter Fragen stellen. Lassen Sie die Fragen zu und beantworten Sie sie nach bestem Wissen und Gewissen.

Tipp: Wenn Sie zu einer bestimmten Frage noch nichts wissen, geben Sie das zu. Machen Sie sich am besten schon im Voraus Gedanken zu den Fragen, die eventuell von Ihren Mitarbeitern kommen könnten, damit Sie sofort eine Antwort parat haben.

Schritt 4: Versichern Sie Ihren Mitarbeitern Ihre Solidarität und Unterstützung.

Geben Sie Ihren Leuten das Gefühl, dass Sie jederzeit für sie da sind und alles tun werden, um alle im Boot zu halten und sicher an Land zu bringen.

Tipp: Verschweigen Sie es aber auch nicht, falls es in Ihrer Abteilung zu betriebsbedingten Kündigungen kommen könnte. Sagen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie auch in diesem schlimmsten Fall für sie da sein wollen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

Schritt 5: Geben sie Ihren Leuten Hoffnung.

Angst kann nur durch Vertrauen geheilt werden. Um Ihnen vertrauen zu können, brauchen Ihre Mitarbeiter ein realistisches Ziel. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern auf, dass aus der Krise auch Chancen entstehen können. Vermitteln Sie ihnen ein klares Ziel, das sie gemeinsam mit Ihnen anstreben können.

Tipp: Wichtig ist, dass Sie selbst an Ihre Worte glauben. Ihre Mitarbeiter müssen davon überzeugt sein, dass Sie einen umsetzbaren Plan haben, der zu einem positiven Ergebnis führen kann. Nur so können Ihre Mitarbeiter Ihnen als Führungskraft vertrauen.

Schritt 6: Nutzen Sie die Kraft, die aus der Angst entsteht.

Angst hat auch eine Kehrseite: die Aggression. Positiv genutzt wird die aus der Angst entstehende Energie zum Kampfgeist.

Tipp: Nachdem Sie womöglich den Worst Case, also betriebsbedingte Entlassungen, ins Auge fassen mussten, schwören Sie Ihre Mitarbeiter darauf ein, dieses Szenario nicht Realität werden zu lassen. Jetzt geht es darum, mit aller Kraft, jeder für jeden, zu rudern, damit alle im Boot bleiben können und Sie gemeinsam schnell wieder ruhigere Gewässer erreichen. Nicht Ellbogenmentalität ist dabei jetzt für den Einzelnen nutzbringend, sondern Kameradschaft

Schritt 7: Kommunizieren Sie gerade jetzt mehr denn je.

Den schlimmsten Führungsfehler, den Sie in Krisenzeiten machen können, ist, Ihre Mannschaft im Unklaren zu lassen. Damit nähren Sie Angst und Misstrauen – Ihnen gegenüber und auch unter Ihren Mitarbeitern.

Tipp : Werden Sie zum leidenschaftlichen Kommunikator. Reden Sie so viel wie möglich mit Ihren Mitarbeitern. Informieren Sie sie zeitnah über jeden weiteren Schritt. Rufen Sie Ihre Leute, so oft es die Zeit erlaubt, zusammen und informieren Sie sie über die aktuelle Position Ihres Teams und Unternehmens. Bleiben Sie dabei immer ehrlich. Nur so können Sie das Vertrauen Ihrer Leute in Sie und Ihre Führungsfähigkeiten auch in Krisenzeiten bewahren.

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