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Erfahren Sie hier, wie Sie Mitarbeitergespräche als Führungsinstrument sinnvoll und effizient einsetzen und welche klaren Gesprächsstrukturen bei...

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Finden Sie Ihren persönlichen Führungsstil

5 1 Beurteilungen
Führung
Urheber: Gajus | Fotolia

Von Uwe E. Wirth,

Als Logistikverantwortlicher sind Sie Führungskraft. Dabei ist es vollkommen egal, ob das in Ihrem Arbeitsvertrag steht oder nicht – schließlich sind Sie dafür verantwortlich, dass „der Laden läuft“. Doch es gibt unterschiedliche Arten zu führen. Der passende Führungsstil hängt von vielen Parametern ab. Finden Sie mit relativ wenig Aufwand heraus, welcher Führungsstil am besten zu Ihnen und Ihren Aufgaben passt.

Eines vorweg: Den allein glückselig machenden Führungsstil, der jederzeit optimal ist, gibt es schlicht nicht! Vielmehr muss der Stil immer auch zur Person – also zu Ihnen – passen. Außerdem sind nicht alle Führungsarten gleichermaßen für alle Führungsaufgaben geeignet.

Das sehen Sie schnell, wenn Sie sich das Militär anschauen: Hier ist die Führungsstruktur streng hierarchisch und autoritär gestaltet – Eigeninitiative ist eher unerwünscht. Fast das Gleiche gilt für einen Chirurgen am OP-Tisch: Der Operateur hat das Sagen und die anderen folgen.

Im kreativen Bereich sind solche Strukturen dagegen verpönt, weil Kreativität eben Freiraum braucht.

Darüber hinaus kann ein gnadenlos durchgesetzter Führungsstil schnell an seine Grenzen kommen. Denn ein erfahrener Mitarbeiter will sicher anders angesprochen werden als ein Azubi. Letzterer braucht einfach mehr Führung, sonst kommt er und damit auch sein Arbeitsumfeld schneller ins Schleudern, als Ihnen lieb sein kann.

Es gibt eine ganze Reihe von theoretischen Werken zu unterschiedlichen Führungsstilen, einige davon finden Sie im Kasten „Theorie der Führung“ näher erläutert. Allen gemeinsam ist jedoch die grobe Unterteilung in

  1. autokratisch,

  2. demokratisch und

  3. Laissez-faire (französisch für „machen lassen“).

Der autokratische Führungsstil

Hier hat nur der Chef etwas zu sagen und zu entscheiden. Dabei stehen in der Regel einige Fakten und Ergebnisse im Vordergrund. Der einzelne Mitarbeiter ist hier weniger wichtig, er ist nur „Mittel zum Zweck“.

Hier stehen also Gehorsam und Disziplin im Vordergrund – eine strenge Hierarchie trennt Vorgesetzte und andere Mitarbeiter voneinander. Was der jeweilige Vorgesetzte sagt, wird auch prompt ausgeführt. Paradebeispiel hierfür sind militärische Verbände.

Diese uneingeschränkte Herrschaft führt zu einem distanzierten Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Untergebenen, also Chef und Mitarbeiter. Vertrauen untereinander spielt hier kaum eine Rolle, eher steht absolute Kontrolle im Vordergrund.

Das sind die Vorteile des autokratischen Führungsstils:

  • klar geregelte Verantwortlichkeiten und Kompetenzen
  • schnelle Entscheidungen insbesondere in Ausnahmesituationen
  • hohe Effizienz bei überschaubaren und einfachen Arbeitsabläufen

Das sind die Schwächen des autokratischen Führungsstils:

  • kaum ein Motivationsanreiz für den einzelnen Mitarbeiter
  • Eigeninitiative wird im Keim erstickt
  • hohe Verantwortung für die Führungskraft
  • Gefahr der Überforderung bei Mitarbeitern und Führungskraft

Der demokratische Führungsstil

Hier werden die Mitarbeiter von den jeweiligen Führungskräften in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden. Dafür erwarten die Führungskräfte von allen Mitarbeitern vollen Einsatz bei allen zu leistenden Aufgaben.

Ein weiteres Merkmal: Die Fremdkontrolle des autokratischen Stils wird hier zumindest teilweise durch Eigenkontrolle des Mitarbeiters ersetzt. Es sind auch Sachdiskussionen zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten durchaus erwünscht.

Darüber hinaus werden Verantwortlichkeiten oft stärker delegiert. Und kommt es im Betriebsablauf zu Fehlern, wird oft nicht so streng sanktioniert, sondern eher untersucht, wie sich die Fehler zukünftig vermeiden lassen.

All dies bedingt eine gehörige Portion Vertrauen untereinander – und zwar zwischen Chef und Mitarbeiter wie auch unter den Mitarbeitern selbst.

Das sind die Vorteile des demokratischen Führungsstils:

  • Die Mitarbeiter fühlen sich stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden, sie können ihre eigenen Ideen einbringen und ihre Vorschläge werden wirklich ernst genommen.
  • Der Motivationsanreiz ist sehr hoch.
  • Entlastung der jeweiligen Vorgesetzten, da Aufgaben und Verantwortlichkeiten delegiert werden.
  • Ein gutes Arbeitsklima sorgt für gute Arbeitsergebnisse.

Das sind die Nachteile des demokratischen Führungsstils:

  • Durchsetzungsfähigkeit der Vorgesetzten wird herabgesetzt
  • Gefahr von Disziplinlosigkeit
  • zeitintensive Diskussionen
  • Entscheidungen können erheblich verzögert werden

Der Laissez-faire-Führungsstil

Die deutsche Übersetzung des Begriffs Laissez-faire beschreibt den Kern dieses Führungsstils recht genau: machen lassen. Hier wird allen Mitarbeitern so viel Freiheit gelassen wie möglich: Man lässt sie machen. Dabei bestimmen sie eigenständig ihre Aufgaben, führen sie durch und kontrollieren sie auch.

Die Vorgesetzten greifen nicht in diese Abläufe ein und kontrollieren sie kaum. Auf der anderen Seite helfen sie aber auch nicht, wenn etwas schiefläuft. Sanktionen bei Fehlern gibt es nicht.

Vorsicht! Für die Logistik ungeeignet!

Der Laissez-faire-Stil ist wegen der hohen Freiheitsgrade offensichtlich kaum für streng strukturierte Arbeitsabläufe in der Logistik geeignet! Kommissionieren wird so nicht reibungslos funktionieren.

Das sind die Vorteile des Laissez-faire-Führungsstils:

  • größtmögliche Motivation für den einzelnen Mitarbeiter
  • größtmöglicher Handlungsspielraum für jeden Mitarbeiter
  • Mitarbeiter können ihre Stärken ausspielen

Das sind die Nachteile des Laissez-faire-Führungsstils:

  • Gefahr von Desorientierung schwächerer Mitarbeiter
  • große Gefahr von Rivalitäten und Kompetenzstreitigkeiten
  • Gefahr von Gruppenbildung und Ausschluss Einzelner
  • Gefahr endloser Diskussionen ohne konkrete Ergebnisse

Stellen Sie Ihren Führungsstil fest

Wie Sie sehen, haben die unterschiedlichen Führungsstile jeweils ihre Vor- und Nachteile. Ihren persönlichen Führungsstil nur nach den obigen Betrachtungen zu wählen wäre sicher zu kurz gegriffen. Denn: Es kommt auch auf Ihre Persönlichkeitsstruktur an! Kaum ein Mensch kann nämlich gegen sein eigenes Ich und dessen Charakter arbeiten – er würde über kurz oder lang daran zerbrechen!

Deshalb sollten Sie herausfinden, zu welchem Führungstyp Sie tendieren. Dabei kann Ihnen unsere Selbstcheck helfen. Doch bevor Sie sich an die Arbeit machen, noch ein kleiner Tipp:

Tipp: Antworten Sie spontan. Setzen Sie also die Häkchen möglichst, ohne allzu lange nachzudenken. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Sie sich selbst manipulieren!

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Selbstcheck zum Führungsstill:

Was trifft zu:

Grundtyp A 

  • Ich bin gern für andere da.
  • Vertrauen ist für mich die wichtigste Arbeitsgrundlage.
  • Konflikte mag ich nicht.
  • Ich arbeite nicht gern allein.

Grundtyp B

  • Kontrolle ist mir wichtiger als Vertrauen.
  • Ich suche Distanz zu Mitarbeitern und Kollegen.
  • Ich bin ein Analytiker.
  • Fakten gehen immer vor Bauchentscheidungen.
  • Zu viel Kontakt untereinander lenkt nur ab.

Grundtyp C

  • Stress macht mir nichts aus.
  • Mir liegt kontinuierliches Arbeiten.
  • Was ich anfange, beende ich auch.
  • Regeln müssen immer eingehalten werden.
  • Ich mag keine Überraschungen.

Grundtyp D

  • Meine größte Schwäche ist meine Ungeduld.
  • Ich bin jederzeit offen für neue Ideen.
  • Regeln behindern nur.
  • Ich bin manchmal etwas zu spontan.

Nach dem Ausfüllen werden Sie sicherlich feststellen, dass Sie Ihre Kreuzchen nicht nur bei den Punkten eines einzigen Führungstyps gemacht haben. Wahrscheinlich wird es zu Häufungen bei einem einzelnen Typen kommen. Das ist vollkommen normal, kaum ein Mensch gehört komplett in eine einzige Kategorie. Sie sehen aber gleich, zu welchen Grundtypen Sie neigen, und können Ihren persönlichen Führungsstil danach ausrichten.

Charakterisierung der verschiedenen Grundtypen

Grundtyp A: Ihnen liegt viel an persönlicher Nähe zu Mitarbeitern

  • Ihre Stärken sind: Empathie, Geduld, Verständnis, Zuwendungsfähigkeit
  • Ihre Schwächen sind: Konfliktscheu, zu starkes Harmoniebedürfnis

Grundtyp B: Sie und Ihr Arbeitgeber können sich glücklich schätzen – Sie sind eine wahre Führungskraft

  • Ihre Stärken sind: Logik, Beobachtungsgabe, Kritikfähigkeit
  • Ihre Schwächen sind: mögliche Kontaktschwäche, eventuell zu viel Mistrauen

Grundtyp C: Ihnen liegt eher der autokratische Führungsstil – leben Sie ihn aus

  • Ihre Stärken sind: Ausdauer, Pflichtgefühl, Beharrlichkeit
  • Ihre Schwächen sind: Machtorientiertheit, sehr starkes Kontrollbedürfnis

Grundtyp D: Sie sind eine eher kollektiv-demokratische Führungskraft

  • Ihre Stärken sind: Spontanität, Risikobereitschaft, Unternehmungslust
  • Ihre Schwächen sind: eher unzuverlässig, wenig Ausdauer, selbstbezogen, wechselhaft

Darüber hinaus sehen Sie, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen – an ihnen können Sie arbeiten und sich verbessern.

Erfolgreiche Mitarbeiterführung

Lernen Sie die wichtigsten Führungsgeheimnisse für erfolgreiche Vorgesetzte kennen und bekommen Sie zufriedene Mitarbeiter.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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