Gratis-Download

Erfahren Sie hier, wie Sie Mitarbeitergespräche als Führungsinstrument sinnvoll und effizient einsetzen und welche klaren Gesprächsstrukturen bei...

Jetzt downloaden

Mitarbeiterführung: Die acht besten Tipps für eine rundum gelungene Ausbildung

0 Beurteilungen
Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung

Von Günter Stein,

Für den Berliner Unternehmer Michael Lindner hat die Ausbildung in seiner Robert Lindner Feinkost GmbH einen besonderen Stellenwert. Zahlreiche innovative Ideen bereichern den Ausbildungsalltag und führen zu guten Ergebnissen.

Vor einiger Zeit wurde Lindner dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Wir haben die Fakten analysiert, die das Ausbildungsunternehmen „ausgezeichnet“ macht und Tipps für Ihren Ausbildungsalltag abgeleitet.

Mitarbeiterführung: Acht Tipps für eine gelungene Ausbildung

1. Die hohe Ausbildungsquote

Das Feinkostunternehmen beschäftigt insgesamt 570 Mitarbeiter. Darunter befinden sich 60 Auszubildende. Das entspricht einer Ausbildungsquote von über 10 Prozent. Damit sollte kein Unternehmen „hinterm Berg halten“.

Tipp: Es ist nicht immer betriebswirtschaftlich sinnvoll und im eigenen Unternehmen durchsetzbar, eine so hohe Quote zu erreichen. Daher gilt gerade: Wem es dennoch gelingt, den Durchschnitt (von 6-7%) klar abzuhängen, dem bietet sich damit ein ideales PR-Thema.

2. Die Anzahl und Modernität der Ausbildungsberufe

Obwohl das Unternehmen im eher eng umgrenzten Lebensmittelgewerbe tätig ist, bildet es in insgesamt 8 Berufen aus. Vom Einzelhandelskaufmann über Büroberufe und die Fachkraft im Gastgewerbe bis hin zum Kaufmann für Systemgastronomie und Kaufmann für Marketingkommunikation sind sowohl klassische als auch modernste Berufe vertreten. Die gesamte mögliche Bandbreite wird genutzt. Das erfordert natürlich, sich in unterschiedliche Berufsbilder und Ausbildungsordnungen einzuarbeiten.

Tipp: Die Dynamik der Neuordnung und Neubildung von Ausbildungsberufen hat in den letzten Jahren zugenommen: Jedes Jahr entstehen neue Berufe. Bleiben Sie auf dem Laufenden und passen Sie Ihr Angebot an Ausbildungsberufen dem Fortschritt Ihrer Branche an. Seien Sie von Anfang an dabei, wenn es um die erstmalige Umsetzung von Ausbildungsordnungen geht. Auch damit zeigt Ihr Unternehmen Profil.

Mitarbeiterführung: Gemeinsames Frühstück aller Azubis am ersten Tag

3. Der erste Tag - das gemeinsame Frühstück samt Schultüte

Auszubildende und Ausbilder sitzen am ersten Tag gemeinsam beim Frühstück. Das dient dem Kennenlernen. Zusätzlich hat sich das Feinkostunternehmen noch etwas Besonderes einfallen lassen: Für jeden neuen Azubi gibt es eine Schultüte - gefüllt mit Spezialitäten des Hauses.

Tipp: Der erste Tag ist häufig für alle Seiten nicht gerade der einfachste. Ein gemeinsames Frühstück - ggf. auch mit den Auszubildenden der höheren Jahrgänge - kann da sehr zur Stressminderung beitragen. Der Aufwand ist überschaubar und Sie als Ausbildungsbetrieb hinterlassen einen positiven Eindruck im – psychologisch gesehen – wichtigen ersten Moment. Eine gefüllte Schultüte bietet sich natürlich vor allem in der Lebensmittelbranche an. Aber auch grundsätzlich ist ein Willkommensgeschenk zu empfehlen, da es eine positive Bindung zwischen Ihnen und dem Auszubildenden herstellt. Vielleicht ein Produkt aus Ihrem Hause oder ein Buch über Ihr Unternehmen? Es gibt vielfältige Möglichkeiten.

4. Schulungen - über die Ausbildung hinaus

Dem Unternehmen ist es wichtig, dass sich die Auszubildenden über den Ausbildungsrahmenplan hinaus Wissen aneignen. So werden zusätzliche Produktschulungen angeboten. Auch Verkaufstrainings und Präsentationsübungen gehören zum Programm. Hier macht das Unternehmen deutlich, dass es mehr leistet, als das in Zusammenarbeit mit der Berufsschule üblich ist. Dafür ist es notwendig, organisatorisch und finanziell in Vorleistung zu treten - eine Vorleistung, die sich in diesem Fall gelohnt hat und sich auch für Sie lohnen kann.

Tipp: Zusätzliche Schulungen kosten Geld. Investieren Sie damit nicht nur in die Ausbildung selbst, sondern auch in die Zeit danach. Konzipieren Sie zusätzliche Schulungen so, dass sie insbesondere auf eine Tätigkeit in Ihrem Hause vorbereiten. Schulen Sie daher speziell für und an Ihren Produkten und mit Ihrer Technik. Denn Vorsicht: Je allgemeiner eine Schulung gehalten ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass das erworbene Wissen ebenso gut bei Ihren Mitbewerbern beim Werben um qualifizierte Kräfte willkommen ist. Schulen Sie dagegen speziell für Ihr Haus, dann intensivieren Sie die Bindung in Ihr Unternehmen - tatsächlich und auch emotional.

Mitarbeiterführung: Richten Sie doch eine "Jugend-Filiale" ein

5. „Jugend-Filiale“ - tut nicht nur Auszubildenden gut

Selbstständigkeit und Eigenverantwortung sind zwei wichtige Schlüssel auf dem Weg zum Erwerb beruflicher Handlungskompetenz. Das hat auch der Bundesverdienstkreuzträger erkannt und daraus Konsequenzen gezogen. In der Jugendfiliale arbeiten ausschließlich Auszubildende – eine Idee, die sogar von den Auszubildenden selbst kam. Dieses Projekt läuft seit dem Jahr 2002 so erfolgreich, dass im Januar 2008 ein weiterer Schritt folgte: Aus der Jugendfiliale wurde ein überregionaler Standort. Das bedeutet konkret für die Azubis: Mehr Publikum, größere Produktpalette und noch mehr Verantwortung.

Tipp: Wenn Sie im Rahmen gewisser Projekte den Azubis mehr Verantwortung übertragen, ernten Sie reichlich Nutzen. Sie motivieren Ihre Auszubildenden zu Höchstleistungen und übertragen frühzeitig die Verantwortung, die später ohnehin auf sie wartet. Sie wecken das Interesse der Öffentlichkeit und locken mehr Kunden an als sie möglicherweise verschrecken. Dazu lässt sich das Thema vermarkten wie kein zweites. Das wiederum macht Kunden sowie potenzielle Bewerber, Schulabgänger und deren Eltern auf Sie aufmerksam.

Die Chance zu einem Azubi-Projekt mit maximaler Verantwortung sollte sich kein Ausbildungsbetrieb entgehen lassen - im Handel ohnehin nicht. Aber auch in anderen Branchen lassen sich gute Ausbildungs-, Bindungs- und PR-Effekte erzielen: mit sozialen Projekten, mit der Erstellung eigener Azubi-Produkte, mit der Erarbeitung von Materialien von Azubis für Azubis, mit der Einarbeitung der „Neuen“ usw.

6. Abschlussprüfung - Ihr Azubi hat einen Partner: nämlich Sie!

Die Zwischen- und Abschlussprüfung sind wichtige – formal sogar die wichtigsten – Bestandteile der Ausbildung. Wenn sich Ihr Azubi auf die Prüfungen vorbereitet, ist er dankbar um jede Unterstützung. Diese Hilfen werden den Lindner-Azubis gegeben, was letztlich zu überdurchschnittlichen Prüfungsergebnissen führt. Die Prüflinge des Unternehmens überzeugten zuletzt mit einer Durchschnittsnote von 1,9. Aber auch der Weg zur Prüfung hin ist von Erfolg gekrönt. Denn mehr als die Hälfte der Auszubildenden ziehen die Prüfung aufgrund ihrer guten Leistungen sogar vor.

Tipp: Die Vorbereitung auf die Prüfungen, insbesondere die Abschlussprüfung, beginnt nicht erst wenige Wochen vor Ausbildungsende. Es ist vielmehr zu empfehlen, bereits Monate vorher Schwachstellen zu analysieren. Hier bieten die Noten in der Berufsschule und die Bewertungen nach den einzelnen Ausbildungsabschnitten eine gute Grundlage. Aber auch ein Interview mit dem Auszubildenden selbst bringt Aufschlüsse, welche Maßnahmen für die Prüfungsvorbereitung zu ergreifen sind. Auch wenn Sie beispielsweise zusätzlichen Betriebsunterricht nicht leisten können oder wollen, können Sie Ihre Prüflinge unterstützen, indem Sie ihnen Lernzeiten einräumen. Aber auch das Angebot, für Fragen jeglicher Art regelmäßig zur Verfügung zu stehen, bringt Ihre Azubis weiter. Natürlich können Sie nicht jede Detailfrage in jedem Ihrer Ausbildungsberufe beantworten, aber Sie können Wege zur Antwort aufzeigen und natürlich psychologische Betreuung leisten.

7. Übernahme garantiert - bei guten Leistungen

Jeder, der eine gute Abschlussprüfung ablegt, wird im Hause Lindner übernommen. In Zeiten, in denen eine Übernahme nicht selbstverständlich ist, wirkt das sehr motivierend und erhöht die Leistungsfähigkeit. Ein solches Versprechen setzt natürlich voraus, dass ein entsprechender Personalbedarf (und eine gute Planung!) vorhanden ist, der durch Wachstum oder planbares Ausscheiden von Mitarbeitern zustande kommt.

Tipp: Wenn Sie eine Übernahmezusage machen können, profitieren Sie sicher von guten Ausbildungsleistungen und stark motivierten Auszubildenden. Allerdings sollten Sie sich genau überlegen, wie Sie Ihr Versprechen formulieren. Behalten Sie sich in jedem Falle vor, auch Kriterien wie „Identifikation mit Unternehmen“, „Sozialverhalten“ u.a. zu berücksichtigen. Eine reine Ausrichtung nach den Prüfungsergebnissen nimmt Ihnen selbst zu viel Entscheidungsspielraum.

Bei den leistungsbezogenen Kriterien stellt sich zudem die Frage, welche Noten bzw. Prüfungsergebnisse als „gut“ gelten. Setzen Sie die Anforderung zu niedrig an, besteht die Gefahr, dass Sie am Ende Mitarbeiter herangezogen haben, die sich mehr oder weniger „durchmogeln“. Liegt die Grenze zu hoch, dann demotivieren Sie von vornherein diejenigen, die keine Chance haben, einen überdurchschnittlichen Abschluss zu erreichen. Die beschriebene Maßnahme sollten Sie nur dann von der Lindner GmbH kopieren, wenn eine Übernahme für deutlich mehr als die Hälfte der Prüflinge tatsächlich in Frage kommt.

8. Nach der Ausbildung - die Förderung geht weiter

Ein hausinternes Weiterbildungsprogramm sorgt dafür, dass ehemalige Auszubildende bereits innerhalb von 3 bis 6 Monaten nach der Ausbildung in Führungspositionen aufsteigen können. „Karriere nach der Lehre“ ist damit nicht nur Theorie, sondern gängige Praxis: Knapp 40 % der Filialleiterpositionen sind mittlerweile mit ehemaligen Auszubildenden besetzt.

Tipp: Analysieren Sie, welche „besseren“ Positionen in Ihrem Unternehmen von ehemaligen Auszubildenden in absehbarer Zeit besetzt werden können. Stellen Sie zudem fest, welche Zusatzqualifikationen dazu noch erforderlich sind und wer „das Zeug dazu“ hätte. Gelingt es Ihnen, echte Führungspositionen mit ehemaligen Azubis zu besetzen, dann ist das intern ein Ansporn für Ihre Azubis und extern ein Ansporn für die besten Schulabgänger, sich bei Ihnen zu bewerben.

Erfolgreiche Mitarbeiterführung

Lernen Sie die wichtigsten Führungsgeheimnisse für erfolgreiche Vorgesetzte kennen und bekommen Sie zufriedene Mitarbeiter.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
28 Beurteilungen
7 Beurteilungen
13 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Der persönliche 15-Minuten-Coach für erfolgreiche Führungskräfte, Chefs und Vorgesetzte.

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Stark in der Region: Aktuelle Entwicklungen und Empfehlungen für Personalentscheider

Das praxisnahe und kompetente Nachschlagewerk für Ihren erfolgreichen Einsatz von Excel

Sichern Sie sich jetzt Ihr gutes Recht als Arbeitgeber