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Mitarbeiterführung: Können Sie unerwünschte Anrufe von Headhuntern stoppen?

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Headhunter

Von Günter Stein,

Die Frage: In letzter Zeit kommt es immer häufiger vor, das Personalberater oder „Headhunter“ direkt bei Kollegen in unserer Firma anrufen und versuchen, diese abzuwerben. Kann ich dagegen etwas unternehmen?

Anrufe von Headhuntern sind grundsätzlich erlaubt

Die Antwort: Grundsätzlich müssen Sie solche Anrufe leider ertragen, denn diese Unsitte wurde schon 2004 vom Bundesgerichtshof abgesegnet (Az. I ZR 221/01). Ein Headhunter hatte versucht, einen hoch qualifizierten Angestellten einer Computerfirma telefonisch zum Wechsel zur Konkurrenz zu bewegen. Dies wollte der Arbeitgeber mit Unterlassungsansprüchen unterbinden – letztlich ohne Erfolg. Nach Ansicht des BGH verstoßen die Abwerbeversuche nicht gegen das Wettbewerbsrecht. Allerdings müssen sich die Personalvermittler auf eine „erste Kontaktaufnahme“ beschränken. Es dürften zudem keine unlauteren Mittel eingesetzt oder unlautere Zwecke verfolgt werden (etwa den Mitarbeiter zum Vertragsbruch zu bewegen).

Anruf des Headhunters darf nur eine erste Kontaktaufnahme sein

2006 hat der BGH dieses Urteil konkretisiert. Demnach gilt: Wenn der Anruf mehr als eine erste Kontaktaufnahme ist, bei der die neue Stelle kurz beschrieben und eine Kontaktmöglichkeit außerhalb des Unternehmens besprochen wird, ist er wettbewerbswidrig. Sie haben dann einen Unterlassungsanspruch. Ob der Anruf auf Ihrem Festnetz oder einem Firmenhandy erfolgt, spielt hingegen keine Rolle (BGH, 9.2.2006, I ZR 73/02).

Was bedeutet das in der Praxis: Solange sich der Vermittler nach dem grundsätzlichen Interesse an einem Arbeitsplatzwechsel erkundigt, müssen Sie die lästigen Störungen dulden. Dies gilt auch für den Fall, dass die modernen „Kopfgeldjäger“ die Stelle kurz beschreiben und einen weiteren Gesprächstermin vereinbaren. Dieser muss dann aber außerhalb des Arbeitsplatzes wahrgenommen werden. Alles, was darüber hinausgeht, gehört nicht mehr zum ersten Kontakt. Hier sollten Sie umgehend Unterlassung verlangen.

Wie Sie Ihre Mitarbeiter trotz Headhunter behalten können

Tipp: Es ist für jedes Unternehmen mehr als ärgerlich, wenn einer der besten Mitarbeiter auf einen Headhunter hört und zur Konkurrenz gehen will. Sie sollten das auch nicht einfach hinnehmen, sondern in Ruhe mit dem Mitarbeiter sprechen.

Versuchen Sie dabei herauszufinden, was ihn am Konkurrenzangebot lockt und was ihn bei der jetzigen Arbeit stört. In der Regel wird neben dem Gehalt die neue Herausforderung eine Rolle spielen. Zeigen Sie Ihrem Mitarbeiter also seine Perspektiven in Ihrem Unternehmen auf. Machen Sie ihn auch auf die mit dem Wechsel verbundenen Risiken aufmerksam. Headhunter haben vor allem ein Interesse an der Vermittlung, nicht am langfristigen Bestand des neuen Arbeitsverhältnisses. Ihr Mitarbeiter sollte deshalb nicht auf die Schmeicheleien des Headhunters hören, sondern genau prüfen, ob er zum avisierten Unternehmen passt. Für diese Prüfung können Sie ihm eine Bedenkzeit einräumen, in der Sie beide Stillschweigen über den möglichen Stellenwechsel bewahren.

Wenn alles nichts hilft, lassen Sie Ihren Mitarbeiter zum gewünschten Termin gehen. Beharren Sie möglichst auch nicht auf Einhaltung der Kündigungsfrist. Besondere Leistungen sind ohnehin nicht mehr zu erwarten.

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